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Interview mit Brian von Halloween

Ein Interview von RJ vom 26.05.2013 (4711 mal gelesen)
HALLOWEEN, im Übrigen nicht zu verwechseln mit HELLOWEEN, ist eine Heavy Metal-Band aus dem mittlerweile tristen Detroit. In diesem Jahr feiert man 30-jähriges Bandbestehen, was mit der Wiederveröffentlichung der frühen Alben flankiert wird. Gerade für die jungen Metal-Fans eröffnet sich hier die Chance, guten Heavy Metal abseits der bekannten Kapellen zu erhalten, denn die Amis verstehen ihr Handwerk und haben ordentliche Songs und Hymnen im Gepäck. Mit einem gut aufgelegten Brian konnte ich ein ausführliches Interview führen und habe natürlich auch mal versucht, den Bandhintergrund etwas auszuleuchten.

Hallo Brian, ich hoffe, dir geht es gut. Wie ist die derzeitige Stimmung in der Band?

Brian: Hallo Robert, mir geht es gut, danke für deine Nachfrage. Unsere Stimmung ist ebenfalls gut, denn wir sind gerade in den Vorbereitungen für unsere CD-Re-Release-Party und Show hier in Detroit für das Album "No One Gets Out". Wir sind gerade in den Vorbereitungen dazu, die Songs der CD zu proben, da wir ein Set planen, in der das komplette Album in der CD-Reihenfolge gespielt wird.

Euch gibt es zwar schon einige Dekaden, aber ich denke, dass eure Bekanntheit noch nicht in jede Ecke gedrungen ist. Vielleicht kannst du unseren Lesern mal erzählen, wir ihr euch damals getroffen habt und auch einen Abriss eurer Bandhistorie geben.

Brian: HALLOWEEN starteten hier in Detroit im Jahre 1982. Rick Craig, Mark Scott und ich haben die Band gegründet und wollten eine nach unserem Gefühl bestehende musikalische Lücke füllen. Der Hard Rock und die frühen Metal-Bands ließen das, was die Musik eigentlich ausmacht, vermissen und die Musik wurde recht kommerziell. KISS und ALICE COOPER haben ihre Schminke abgenommen und ihr Image gewandelt und Bands wie die SCORPIONS, UFO, THIN LIZZY, BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST und viele weitere wurden fast nie im Radio gespielt. Die Clubs in Detroit und auch sonst in Amerika servierten New Wave und das finale Donnern in den Diskos wurde mit leichten Rock-Acts wie THE DOOBIE BROTHERS und THE EAGLES eingeleitet. Wir wollten dagegen eine herausragende und auf Horror basierende Stage Show als Fundament aufbieten und entsprechend unserer Helden und Einflüsse hart rocken. Wir sind im Oktober, also während der Halloween-Zeit, zusammengekommen und als wir angefangen haben zu proben, war die ganze Umgebung mit Halloween-Sachen dekoriert. Ich war schon immer ein großer Anhänger von Horrorfilmen und diesem ganzen Halloween-Zeugs. Wenn Freunde vorbeigekommen sind, haben die immer angenommen, dass es sich bei den ganzen Sachen um die Bühnendekoration handelt und sie waren ganz überrascht, als sie erfahren haben, dass es Halloween-Dekoration ist. Als wir dann mit unseren Auftritten loslegten, haben wir natürlich auf dieses ganze Zeug zurückgegriffen und die Leute haben es geliebt. Irgendwie war es dann auch naheliegend, denn Rick kam irgendwann und schlug vor, die Band wegen der Jahreszeit und der Bühnen-Show HALLOWEEN zu nennen. Unser Drummer hatte da jedoch was dagegen, so dass wir im ersten Jahr unter verschiedenen Namen aufgetreten sind. Was wir jedoch immer im Gepäck hatten, war die Zusatzbezeichnung "The Heavy Metal Horror Show". Wie bei den meisten Bands wechselte unser Line-Up im ersten Jahr recht häufig, bis sich eine feste Mannschaft herausbildete. Hierzu gehören Rick Craig, Bill Whyte, George Nealand und ich. Unseren Bandnamen HALLOWEEN haben wir dann in der Halloween-Nacht vom 31. Oktober 1983 auf der Bühne und vor unserem Publikum bekommen. Es war einzigartig und absolut beeindruckend.

Wie finanziert ihr euch und eure Band, welchen Jobs geht ihr nach?

Brian: Wir haben in den Jahren immer Geld zurückgelegt, was letztlich wieder in die Band zurückgeflossen ist. Hiervon haben wir unsere Shows finanziert, die Reisen und die Ausrüstung bezahlt und natürlich für die Albumproduktionen verwendet. Rein jobmäßig sind wir unterwegs als Lkw-Fahrer, Autobauer oder Konzerttechniker für Licht, Ton und die ganze Ausrüstung für die großen Shows. Man kann sagen, dass wir schon alle Arten von Jobs hatten.

Nun macht ihr gerade Promotion für die Re-Release-Alben "No One Gets Out!" und "Horror Fire". Ist das eine spannende Sache und wie werden die Alben angenommen?

Brian: Als "No One Gets Out!" 1991 ursprünglich veröffentlicht wurde, durchlief die Metal-Szene eine Wandlung. Hair Metal wurde von der Seattle Grunge-Szene eingeholt und ironischerweise wurden wir heavier…Mit neuem Blut in der Band haben wir uns erlaubt, neue Gefilde zu erforschen und die Einflüsse der neuen Bandmitglieder zum Ausdruck zu bringen. Zu den damaligen Einflüssen gehörten Bands wie SLAYER, OBITUARY, METALLICA und EXODUS. Als unser Album dann endlich erschien, war der wahre Heavy Metal hier in den Staaten so gut wie tot. Unsere wahren Anhänger haben das Album geliebt, aber es sind nicht viele Leute außerhalb von Detroit gekommen, um es zu hören. Wir haben das Album ein zweites Mal aufgenommen, aber die von Jon Oliva produzierte Version wurde nie abgeschlossen. "Horror Fire" – übrigens auch ein weiteres Mal aufgenommen und uns wohl als Thema zu begleiten scheint – war der Höhepunkt von mehreren langen, harten Jahren der Arbeit. Ungefähr zur Halbzeit musste bei uns die Position des Drummers neu besetzt werden. Es gab private Probleme, Gesundheitsprobleme und finanzielle Probleme und das Management hing uns zu allem Überfluss auch noch im Nacken. Und das zu einer Zeit, als das Land durch die Terrorangriffen des 11. September in einer tiefen Depression lag. Dies hatte natürlich Auswirkungen auf die Stimmung in der Band und die Entwicklung der Band selbst wurde durch dieses Ereignis natürlich auch beeinflusst. Ich komme aus New York und musste mich ziemlich konzentrieren, um am neuen Material zu arbeiten. Da ich ein Nachrichten-Junkie bin, hatte dieses Ereignis natürlich einen großen Einfluss auf diesen Prozess. Nachdem die Arbeiten zu dem Album abgeschlossen waren und das Album aufgenommen und veröffentlicht wurde, ist eine große Last von meinen Schultern gefallen. Beide Alben wurden von unseren Anhängern gut aufgenommen und auch die Wiederveröffentlichung von "No One Gets Out!" erhält erfreulicherweise eine große Aufmerksamkeit, so dass wir ganz zufrieden sind.

Wie wichtig ist der europäische Markt für euch im Vergleich zum US-Markt?

Brian: Europa war immer ein großer Teil für die Band und wir hoffen, dass unsere Fans dort unsere Arbeit mögen. Wir sind sehr glücklich über diesen Support und ich kann schon sagen, dass der europäische Markt wichtig für uns ist. Hier in den Staaten sind wir noch in vielen Städten im Untergrund und das Musik-Business versucht den "Geschmack des Monats" zu befriedigen. Wir haben uns hier um fast alles selbst gekümmert und ich kann sagen, dass wir großartige Fans haben, wobei ich auch dankbar darüber bin, dass es das Internet gibt.

"No One Gets Out!" ist ein großartiges Heavy Metal-Album, das sicherlich einige Anhänger für sich entdecken und lieben werden. Wann sind die Songs zu diesem Album entstanden und was würdest du sagen, warum das Album bereits zur damaligen Zeit eine so überzeugende Veröffentlichung gewesen ist?

Brian: Die Songs zu diesem Album sind 1989 und 1990 geschrieben worden, als die Band die ersten beiden Line-Up-Änderungen durchmachte. Es kamen so neue Energie und frische Ideen in die Band und wir haben davon sehr profitiert. Ich bekomme meine Inspiration für die Songs aus den Nachrichten und zu dieser Zeit gab es einige Themen, aus denen ich Ideen für neue Songs generiert habe. Wir haben unserer Musik eine rauere Schale verpasst, was auch ein normaler Entwicklungsprozess gewesen ist und was sich als Volltreffer für dieses Album entpuppte. Diesen Sound haben wir bis heute beibehalten und er gibt uns immer noch einen großen Kick. Die Songs beschäftigen sich mit Themen wie Kindesmisshandlung, der psychischen Verfassung und Pech, aber auch Religion, Politik, die Probleme unseres Planeten, den Selbstwert und das schlechte Ende einer Liebe, wobei der typische HALLOWEEN-Spaß nicht zu kurz kommt und wir auch unsere Heimatstadt in Form des KISS-Covers 'Detroit Rock City' abfeiern. Wir haben so thematisch eine gute Mischung kreiert, unseren HALLOWEEN-Horror dazugegeben und herausgekommen ist ein großartiges Album mit ein paar starken Themen und Riffs.

Wie würdest du den Lesern "No One Gets Out!" und "Horror Fire" beschreiben und was kann er erwarten?

Brian: Beide Scheiben repräsentieren die Band zur damaligen Zeit ganz gut. Beide Alben knallen gut rein, sind heavy und gefüllt mit Intensität und einer dunklen Stimmung, die dich auf eine gut gefüllte Reise begleiten. Dazu gibt es ein paar ordentliche Metal-Hymnen und tiefsinnige Gedanken. Mit "Horror Fire" haben wir auch einige Songs aus der Vergangenheit im Gepäck, die unter die Rubrik "Oldies But Goodies" fallen, wie zum Beispiel 'Candles', 'The Battle', 'Halloween Night' oder 'Heavy Fucking Birthday To You'. Songs, die wir vielleicht nicht aufgenommen hätten, wenn sie nicht zu den Songs gehört hätten, die wir als erstes schrieben. Mittlerweile gehören sie zu den Publikumslieblingen bei unseren Live-Shows.

Ihr habt auf jedem dieser Alben eine Cover-Version. Warum gerade diese Stücke von ALICE COOPER und KISS, auch wenn ich mir den Grund bei KISS denken kann?

Brian: Richtig, aber die Gründe sind vielleicht doch nicht so offensichtlich, wie du meinst. 'Detroit Rock City' war der Song, der mich dazu bewegte, von New Jersey nach Detroit zu ziehen, so dass es eine Frage der Ehrung war, die ich diesem Song schuldete. 'Go To Hell' wurde gewählt, weil es den Titel des Albums repräsentiert. Es ist natürlich unnötig zu erwähnen, dass wir beide Künstler und ihre Arbeit lieben. Wir covern aber auch Bands, die die meisten Leuten noch nie gehört haben, weil wir die Songs und die Bands, die diese Songs kreiert haben, lieben. Hier kann ich beispielsweise SEDUCE aus Detroit nennen, oder SALTY DOG, eine 70er New Jersey Rock Band, EREBUS und ABANDON, beide ebenfalls aus Detroit.

Welche Ziele verfolgt ihr mit den Wiederveröffentlichungen?

Brian: Nun, wie bei jedem Release hoffen wir, noch mehr Menschen zu erreichen und ihre Veröffentlichung über die verschiedenen Medien wie Vinyl, Digital oder CD ist faszinierend zu beobachten. Wir erhoffen uns davon, mehr Auftritte absolvieren zu können oder gar eine richtige Tour, aber auch, eine ganz neue Generation mit unserer Musik erreichen zu können, die dadurch Interesse an HALLOWEEN entdeckt und unseren neuen Veröffentlichungen.

Wie sind eure weiteren Pläne? Gibt es eine Tour durch die USA, arbeitet ihr bereits an einem neuen Album oder einer DVD und was habt ihr noch so für die Zukunft geplant?

Brian: In der Tat haben wir Pläne für eine DVD, dieses Thema beschäftigt uns bereits eine geraume Zeit. Auch die Arbeiten zu einem neuen Album sind bereits angelaufen. Derzeit konzentrieren wir uns aber überwiegend auf unsere in diesem Jahr stattfindende große Jubiläums-Show zum 30-jährigen Bestehen der Band. Natürlich stehen wir bereit und sind jederzeit in der Lage, Shows in Europa zu absolvieren. Wir hoffen, dass sich uns diese Möglichkeit bieten wird.

Mit wem würdet ihr gerne mal auf Tour gehen? Und warum?

Brian: Die Antwort auf diese Frage wechselt im Laufe der Zeit. Wir würden gerne mal mit unseren Helden wie BLACK SABBATH, LED ZEPPELIN oder JUDAS PRIEST touren, aber wir wären auch glücklich, wenn wir mit den SCORPIONS, MOTÖRHEAD, IRON MAIDEN, UDO, KISS, IN FLAMES, NEVERMORE, SAVATAGE, METALLICA, MEGADETH, SLAYER, AMORED SAINT, PANTERA, AC/DC, ALICE COOPER, METAL CHURCH, TESTAMENT, UFO, THIN LIZZY, QUEENSRYCHE…die Liste könnte unendlich so weiter gehen, auf Tour gehen könnten. Die Gründe dafür sind recht vielfältig, sei es die Möglichkeit, weltweit zu reisen, die Interaktion mit den Fans, weil es die Lieblingsbands sind, die auch unsere Lieblingslieder spielen, die großen Menschenmengen, der Spaß und die Erlebnisse mit Freunden und tollen Leuten.

Puh, nach dieser beeindruckenden Liste von ehemaligen und aktuellen großen Bands in der Metal-Szene kann man eigentlich nicht mehr viel hinzufügen. Bleibt mir nur noch, dir die Möglichkeit zu geben, ein paar Worte an unsere Leser und eure Fans zu richten. Dann schieß mal los!

Brian: Ich möchte mich eigentlich nur bei den unglaublichen Fans der Heavy Metal-Musik bedanken, weil sie die Musik trotz der vielen Veränderungen in der Branche lebendig halten. Metal-Fans sind sehr loyal und engagieren sich für die Musik, die sie lieben. Nur aus diesem Grund gibt es Bands wie uns noch, und dafür bin ich dankbar. Bitte nehmt euch ein paar Minuten Zeit und schaut auf unsere Homepage, dort könnt ihr auch unsere CDs bestellen. Achtet auch auf unsere Tourankündigungen. Ich hoffe, ihr habt Spaß an unseren Re-Releases und den Rest unseres Materials. Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich euch das allerbeste wünsche…oder sollte ich sagen "Best Witches"…*hahaha* \m/.

Danke für deine Zeit und dieses ausführliche Interview.

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