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Interview mit Henjo Richter von Gamma Ray

Ein Interview von EpicEric vom 29.04.2013 (5062 mal gelesen)
Nach einem mehr als gelungenen Auftritt im Vorprogramm von HELLOWEEN im Ruhrcongress in Bochum ließ ich mich bei einem kühlen Bier mit Leadklampfer Henjo im Tourbus nieder und schnackte über das verschobene Album, Setlisten und alles was es sonst noch so gibt.

Also eigentlich sollte ja vor der Tour ein Album kommen! Stattdessen kam dann "Master Of Confusion" und -

Henjo Richter: Ach, nimmst du schon auf?! Dann kann ich ja gar nicht mehr pupsen, scheiße!

Tja, Pech gehabt! Jedenfalls kam dann stattdessen die "Master Of Confusion"-EP, deren Titelstück textlich fast erklärend bis entschuldigend für diesen Umstand daherkommt. Steckt da ein Kalkül hinter, bzw. stand der Song schon so, als man eigentlich noch dachte, er würde so auf's Album kommen, oder wurde der entsprechend geschrieben, um den Fans ein Statement dazulassen?

Henjo Richter: Also letztendlich ist das eine Grundsituation. Das bezieht sich weniger auf den Moment, als auf das Ganze. Dass wir die Leute öfter mal in Rage bringen, weil wir eine chaotische Band sind und schon immer waren und das werden wir auch nie ganz in den Griff kriegen. Wobei, ein bisschen gebessert haben wir uns, glaube ich, schon. Das wird man dann auf der nächsten Headlinertour mal sehen. Hier jetzt als Special Guest, da muss man natürlich schon seine Zeiten einhalten und so, und auf 'ner Headlinertour, da bist du der Boss. Aber das ist schon typisch für die Band, wir bringen die Leute halt öfter mal zur Raserei. Gerade auch Plattenfirmen, weil wir erst abgeben, wenn wir zufrieden sind. Der Kai ist da zum Beispiel sehr chaotisch, der hat ja auch den Text geschrieben. Ich finde, ich habe mich eigentlich einigermaßen gebessert, Dirk auch: Und Daniel damals war eher nicht so, und der Michael eigentlich auch nicht.

Du hast von einer Headlinertour geredet - kommt die dann mit dem neuen Album?

Henjo Richter: Ja, die ist schon geplant! Wie du schon sagtest, zu mehr als 'ner EP hat's nicht gereicht, aber das lag weniger an unserem Chaotismus, als daran, dass Kai mit UNISONIC und davor mit AVANTASIA unterwegs war, und wir hatten nicht wirklich die Zeit, daran zu arbeiten.

Und wie weit ist das Album jetzt?

Henjo Richter: Wir haben jetzt fünf Songs in der Mache, ich habe nochmal zwei, Dirk hat einen und Michael hat auch nochmal mindestens einen. Ich weiß nicht, wie viele da letztendlich draufkommen werden, aber es sieht schon ganz gut aus!

Und wie klingt das so?

Henjo Richter: Wie immer durcheinander! Der Dirk hat eine Ballade geschrieben, ich habe so einen ganz klassischen Oldschool-Song und einen etwas proggigeren. Der geht so in die Richtung von SYMPHONY X. Schnell, aber mit sehr vielen Rhythmuswechseln.

Jetzt ist der Daniel ja seit einem knappen halben Jahr weg. Wie wird sich das denn auf das Songwriting auswirken?

Henjo Richter: Also da wird schon was fehlen, weil der Daniel ja eigentlich immer durchweg sehr gute Songs geschrieben hat. Wir haben ja jetzt auch zwei Songs von ihm im Set - 'Rise' und 'Dethrone Tyranny' -

Letzteren solltet ihr übrigens häufiger spielen.

Henjo Richter: Ja, der kommt gut an! Der ist kurz, knackig und hat so ein schönes - ich nenne es mal - Hüpffeeling.

Was machst du denn eigentlich, wenn der Kai mit UNISONIC unterwegs ist?

Henjo Richter: Dann schreibe ich Songs! Ich habe auch vor, ein Soloprojekt zu starten und hoffe, dass ich den Arsch hochkriege und das wirklich mal durchziehe.

Und wenn du dir ein Line-Up und das ganze Drumherum erträumen könntest, wie würde das da aussehen?

Henjo Richter: Da gibt es zwei Konzepte. Das eine ist eine feste Band und das andere mit allen möglichen Leuten, die dann genau zu den Songs passen. Da hat man ja schon das Glück, dass man so ziemlich alle kennt, die man sich dafür in's Boot holen wollen würde. Bis auf Ronnie James Dio leider, der das ja aber vermutlich gar nicht machen würde. Der hat zwar in vielen Bands gesungen, aber an Soloprojekten nie teilgenommen. Michael Kiske - ich liebe ja die "Keeper..."-Alben und finde, der singt nach wie vor saugeil, und Russel Allen von SYMPHONY X. Jorn Lande wäre auch ein Kandidat und Ralf Scheepers wäre, finde ich, auch ein geiler Sänger. Dann gibt es da noch einen Hamburger, der heißt Henning Basse. Das ist ein alter Kumpel von mir, und durch den bin ich auch bei GAMMA RAY gelandet. Der hatte da nämlich mitgekriegt, dass da eine Stelle frei geworden ist als Gitarrist und hatte mir dann Bescheid gesagt. Wir wollten damals eigentlich was zusammen machen, aber dann kam GAMMA RAY und damit ist die Sache dann auch gestorben. Meine Lieblingsbesetzung wäre aber die der ersten beiden AVANTASIA-Alben. Der Alex Holzwarth ist einfach ein geiler Schlagzeuger, und Markus Grosskopf am Bass.

Und was hörst du so privat?

Henjo Richter: Ich höre weniger, als dass ich sehe! Ich bin so ein bisschen hörfaul geworden, weiß gar nicht, warum. Ich gucke dann jedenfalls lieber DVDs. Zuletzt war das die aktuelle MAIDEN, die hat mir mein Bruder zu Weihnachten geschenkt. SYMPHONY X ist noch eine Band, die mich sehr befriedigt musikalisch, DIO gucke ich auch immer wieder.

Dann mal zur Setlist! Geht dir das ständige Spielen von 'Future World' eigentlich auf den Senkel?

Henjo Richter: Eigentlich überhaupt nicht! Das ist auch unsere Vorgabe für die Setlist: Wenn jemand keine Lust auf irgendeinen Song hat, dann spielen wir den nicht. Eigentlich hatten wir den zuletzt auch gar nicht so häufig gehabt, da hatten wir immer eher 'I Want Out' gespielt. Als ich bei GAMMA RAY angefangen habe, so 1996, da hatten wir den immer mit drin, auch mit sehr langem Mitsingpart, ähnlich wie auf der DVD. Es macht aber schon noch Spaß!

Und was habt ihr von der "Skeletons & Majesties" mitgenommen für kommende Touren, die nicht diesem Konzept folgen?

Henjo Richter: Also auf der nächsten Headlinertour könnten wir wieder Lust haben, ganz was anderes zu spielen. Jetzt auf der Tour mit HELLOWEEN haben wir sehr viele Songs von der "Skeletons & Majesties" gespielt, dann werden auf der nächsten Tour bestimmt wieder viele Songs kommen, die wir jetzt nicht spielen.

Über ein paar Stücke von der "Majestic" würde ich mich ja sehr freuen!

Henjo Richter: Ja, 'Fight' hatten wir eine Zeit lang immer drin. Auch auf 'Blood Religion' haben wir aber, glaube ich, wieder Bock! An der "Majestic" haben sich ja seinerzeit die Geister geschieden, warum auch immer. Wir haben's hier im Bus auf der Tour mal wieder gehört und uns gedacht "Hey, die knallt aber noch richtig gut!" und der Kai möchte auch unbedingt den Titeltrack mal spielen, der wird gerantiert kommen, denke ich. Und 'Blood Religion' schiebt auch! Ich glaube, die Leute würden sich auch freuen, mal wieder andere Songs zu hören. 'Rebellion In Dreamland' haben wir jetzt rausgenommen, weil der natürlich recht lang ist für so ein Special-Guest-Set, und weil es der von der Band am meisten gespielte Song ist. Es gibt im Internet eine Seite, da hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht, alle möglichen Setlisten zu sammeln und man kann sehen, welche Songs die Bands am häufigsten gespielt haben, und das ist bei uns dann halt 'Rebellion...'.

Und euer Resumée zu 'Insurrection'? Das ist ja auch eine recht sperrige Nummer, die auf der letzten Tour zum ersten Mal gespielt wurde. Wie kam das bei euch und beim Publikum an?

Henjo Richter: Als wir die DVD abgecheckt haben, hatte ich das Gefühl, dass der in Pratteln ein wenig schleppender daherkam als in Bochum. Wir wollten dann aber nicht so hin und her schnibbeln. Wir hatten zuerst die Idee, immer die beste Aufnahme vom jeweiligen Song zu nehmen, aber der Fan will ja an sich EIN Konzert sehen. Und da gefiel uns Pratteln nunmal besser, die Bühne sah etwas schöner aus, und da haben wir uns halt dafür entschieden. Und die Songs, die in Bochum besonders gut waren, haben wir dann noch als Bonus dazugepackt. Und dazu gehörte dann auch 'Insurrection'. Vielleicht machen wir es ja mal so, dass wir in der Setlist einen Slot haben, der austauschbar ist. Das würde mich persönlich mal reizen.

Und abschließende Worte?

Henjo Richter: Hmm, abschließende Worte... ich mache das Interview ja jetzt mit dir, aber an wen geht denn das?

Das geht an bleeding4metal.de!

Henjo Richter: Ach, also du tippst dann quasi das raus, was gut ist, und je mehr ich jetzt erzähle, desto mehr Arbeit hast du! Also, bleeding4metal... das... passt gut! Letztendlich tun wir das ja alle. Also, wir spielen das, was wir sind, mal besser und mal gut und ich denke, das merken die Fans auch!

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