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Interview mit Anders von Funeral

Ein Interview von Krümel vom 04.02.2013 (5468 mal gelesen)
Vier Jahre hat es gedauert, bis FUNERAL Ende letzten Jahres mit einem neuen Album aufwarteten. Und auch vier Jahre ist es her, seitdem wir das letzte Mal mit einem Bandmitglied gesprochen haben. Seinerzeit konstatierte der damalige Sänger Frode Forsmo noch, dass er die Musik der Band nicht mehr als Funeral Doom bezeichnen würde. Ob Bandkopf Anders Eek das heute auch so unterschreibt? Was hat sich in den letzten Jahren alles getan? Und was sagt der Musiker selbst über das neue Werk "Oratorium", welchem ich persönlich (siehe Review) sehr gespalten gegenüberstehe? Lest selbst ...


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Hallo! Toll, dass wir nach vier Jahren wieder die Gelegenheit haben, über euch - FUNERAL - und eure Musik zu sprechen. Gib uns doch bitte einen kurzen Überblick der vergangenen Jahre seit dem letzten Album "As The Light Does The Shadow". Es hat sich ja einiges getan in der Zeit, u. a. gehen Frode Forsmo und ihr inzwischen getrennte Wege... Was waren die Gründe dafür? Und wie hat Sindre Nedland als neuer Fronter zu euch gefunden?

Anders: Um mit unserem früheren Sänger zu beginnen: Er hat mir einfach eine SMS geschickt. Wirklich. Er schrieb nur, dass er gehen will. Er hat keine Erklärungen abgegeben. Wer weiß also, was die Gründe waren?! Was die vier Jahre seit "As The Light Does The Shadows" betrifft, haben sich sehr viele Dinge ereignet. Zunächst war es die Aufgabe, neue Bandmitglieder zu rekrutieren. Rune, unser Bassist, ist ein Freund von Gitarrist Erlend und passte sofort in die Band. Ein wirklich qualifizierter Musiker und eine große Persönlichkeit, der ebenfalls Bassgeige und den Fretless (bundloser) Bass beherrscht, welcher in einigen Songs auf "Oratorium" verwendet wird. Bezüglich des Ersatzes von Frode, brauchte ich etwas Zeit, um mir andere Bands anzuhören. Dabei fiel mir Sindres Stimme zum ersten Mal bei MYRKGRAV auf. Ich mochte seinen Stil total, und zufällig hörte ich seine andere Band IN VAIN ebenfalls. Ich kontaktierte ihn und er sagte sofort zu, den Gesangspart bei FUNERAL zu übernehmen.

Hatte speziell der Wechsel am Mikro Auswirkungen auf den Kompositionsprozess? Bringt sich Sindre dabei ein, oder bist nach wie vor Du der Hauptsongwriter? Frode sagte damals z. B., dass Lineupwechsel zwar eine Band beeinflussen, aber "die Seele dieser Band nicht einzelne Bandmitgleider ausmachen, sondern die Band selbst; als Konzept." Würdet ihr diese Aussage auch heute noch so unterschreiben?

Anders: Alle Songs von "Oratorium" waren bereits fertig, als Sindre zu uns kam, daher hatte er keinen Anteil am Songwriting. Allerdings schreibt er viele Vocal-Harmonien. Was Frode damals sagte, ist seine Meinung. Das Lineup von FUNERAL ist nicht sehr wichtig im Vergleich zum Komponieren der Musik. Natürlich hat jedes einzelne Mitglied die Freiheit eigene Ideen bzw. Beiträge zu präsentieren, aber vorerst steuert nur Erlend zu manchen Tracks etwas bei. Und er ist ein sehr geübter Songwriter; er versteht, was es heißt für FUNERAL Musik zu komponieren. Ich bin immer offen für gute Ideen, solange sie zum Konzept meiner Band passen.

Betrachten wir jetzt mal euer aktuelles Werk "Oratorium" etwas näher. Wie lange habt ihr daran gearbeitet, bis es vollendet war?

Anders: Um die zwei Jahre nehme ich an ... Die Songs wurden über einen Zeitraum von etwa einem Jahr geschrieben, die Orchestrierung dauerte einige Monate und für die Vocals brauchte ich ebenfalls eine Weile. Wir nahmen 2009 siebzehn Demo-Tracks auf und suchten daraus zehn für "Oratorium" aus. Aber aufgrund Frodes Weggangs mussten wir fast bis zu den Basics zurück und es dauerte etwa ein Jahr, um ein neues, gutes Lineup aufzustellen. Genauso wie, mit einem guten Recordlabel in Kontakt zu kommen, das gewillt war dieses Album zu finanzieren und herauszubringen. Zwei der Stücke schrieb ich bereits ca. 2004/2005. Diese waren eigentlich für meine andere Band FALLEN gedacht, aber als ich sie im Nachhinein hörte, entdeckte ich, dass diese Songs perfekt zu diesem Album und dem Konzept passen würden. Deshalb entschied ich, sie stattdessen für FUNERAL zu nehmen. "Oratorium" ist in allen Aspekten bei Weitem unsere extremste Scheibe; und die abwechslungsreichste, wie ich denke.

Es fällt auf, dass die Songs noch orchestraler ausgefallen sind, als die des Vorgängeralbums. War das so gewollt oder ganz einfach eine unbewusste Entwicklung?

Anders: Es war ein konkretes Ziel, unseren Sound mit diesem Album auf einen anderen Level zu bringen. Ich wollte wirklich den perfekten Mix aus klassischer Musik und Doom-Metal komponieren. Und ich bin ziemlich glücklich mit dem Resultat. Ich bin nicht daran interessiert, dasselbe Album zwei Mal zu schreiben, daher habe ich immer unterschiedliche Ziele und Ideen, ein neues Album zu kreieren... Mit "Oratorium" wollte ich unser bis dato abwechslungsreichstes und extremstes Werk veröffentlichen. Und vieles davon haben wir Sindre und seiner enormen stimmlichen Leistung zu verdanken.

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Arbeitet ihr mit einem bestimmten Orchester oder einzelnen Musikern zusammen?

Anders: Die gesamte Orchestrierung stammt von Roger Bjørge (Drummer und Komponist der Progmetal Band ILLUSION SUITE) und mir. Er war jetzt an den zwei letzten Alben beteiligt und weiß sehr genau, wie ich die Dinge haben möchte. Er versteht das Konzept der Band. Ich sehe ihn wirklich als das 6. Mitglied an. Er wird sogar bald mit der Arbeit für unser nächstes Album starten ...

Wie ihr vielleicht in meinem Review gelesen habt, bin ich persönlich bei jedem Hören im Zwiespalt. Einerseits verleihen die orchestralen Parts der Musik eine größere Dunkelheit und Dichte, sogar manchmal eine Bedrohung (wie z. B. in 'Burning With Regret'). Das ist wirklich toll. Andererseits muss ich manchmal "kämpfen", weil alles zu überladen wirkt. Was meinst Du dazu?

Anders: Nun, generell erlebt jeder Hörer Musik unterschiedlich. Deine Erfahrung ist die Deine, andere werden etwas anderes sagen. Aber es freut mich zu hören, welche Gefühle unsere Musik bei den Leuten auslöst. Es inspiriert mich. Ich kann nicht zu jedem Song ins Detail gehen, das würde viele Seiten an Erklärung benötigen. Das Wichtigste für mich ist allerdings, dass unsere Musik ins Bewusstsein dringt und jedem hoffentlich auch irgendetwas gibt.

Bist Du rückblickend vollkommen zufrieden mit eurer Arbeit? Oder gibt es im Nachhinein etwas, das Du lieber anders gemacht hättest?

Anders: Es gibt immer kleine Dinge, die man abändern oder gänzlich anders machen möchte. Doch "Oratorium" ist tatsächlich das FUNERAL-Album, mit dem ich am wenigsten "Probleme" habe, wenn ich es höre. In meinen Augen ist es in allen Aspekten das durchdachteste Album, das die Band je veröffentlicht hat.

Welches ist Dein Lieblingsstück auf der Scheibe und warum?

Anders: Sehr schwer zu beantworten, weil alle Songs Favoriten sind, deshalb entschied ich ja auch, sie auf diesem Album zu veröffentlichen. Ich habe wirklich nicht einen einzigen Track, der speziell auf irgendeine Weise für mich herausragt.

Ich finde ja nach wie vor, dass FUNERAL als "Funeral Doom"-Band gesehen werden kann, auch wenn das Sinfonische mehr und mehr herauskommt. Aber schon 2008 sagte Frode, eure Musik sei mitnichten zu diesem Genre zu zählen. Welche Ansicht vertrittst Du heute?

Anders: Ich sage wir spielen Doom-Metal im FUNERAL-Stil. Das heißt, ich bin generell nicht allzu versessen darauf, Musik zu kategorisieren, außer dass wir langsamen, schweren und melodischen Doom-Metal spielen. Die Leute können es nennen, wie sie wollen. Es interessiert mich wirklich nicht.

Wie wird es mit FUNERAL weiter gehen? Müssen wir Fans wieder vier Jahre auf ein Lebenszeichen in Form einer Platte warten oder arbeitet ihr bereits an neuem Material?

Anders: Nein, ihr müsst nicht mehr solange warten! Das kommende Album ist bereits geschrieben, aber es fehlen noch die Orchestrierung und die Vocals. Ich hoffe, dass wir in der Lage sind, es noch dieses Jahr zu veröffentlichen. Die Zeit wird es zeigen. Unglücklicherweise gehen die Dinge in dieser Band ihre eigenen Wege, so dass ich nichts versprechen kann. "Oratorium" war ja eigentlich fertig, um im Mai 2011 herauszukommen, aber logistische Probleme scheinen immer irgendwie vorzukommen ... Hoffen wir dieses Mal auf mehr Glück. In der Zwischenzeit werden wir eine limitierte 7" veröffentlichen.

Die berühmten Schlussworte gehören dem Musiker ...

Anders: Vielen Dank für die Unterstützung. Doomige Grüße!

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