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Interview mit Philipp von Damnation Defaced

Ein Interview von RJ vom 02.02.2013 (5461 mal gelesen)
Wie der Zufall so spielt: Aus dem großen Stapel der zu rezensierenden Neuerscheinungen gesellten sich Ende letzten Jahres auch DAMNATION DEFACED mit ihrer neuen EP "Slaughter Race". Als ich mir die vier Tracks zu Gemüte führte, war ich und bin ich immer noch schlichtweg begeistert. Diese Begeisterung zieht fast zwangsläufig dieses Interview nach sich, bei dem sich Philipp (Gesang) und Lutz (Gitarre) meinen Fragen stellen und Auskunft zur Release-Party und den weiteren Plänen geben.

Ein fröhliches Hallo in die Runde. Ich hatte kürzlich das Vergnügen, eure EP hören und rezensieren zu dürfen. Irgendwie habe ich mir dabei die Höchstpunktzahl aus dem Arm geschüttelt und würde daher annehmen, dass die vier neuen Songs sicherlich auch an anderer Stelle eingeschlagen sind. Beschreibt doch mal kurz die Reaktionen zur neuen EP.

Philipp: Hallo Robert, über die Höchstpunktzahl haben wir uns wahnsinnig gefreut! Ja, die ersten Reaktionen auf die EP waren bislang tatsächlich sehr positiv, das haben wir so gar nicht erwartet, hat das Album doch zum Teil sehr polarisiert. Aber anscheinend haben wir beim neuen Material nicht allzu viel falsch gemacht haha. Aber natürlich haben wir nach wie vor unser Ding durchgezogen.

Da wir gerade beim Thema Reaktionen sind: Wie ich eurer Homepage entnommen habe, hattet ihr am 15.12. eine Release-Party. Mit dabei waren weitere Bands aus eurem Freundeskreis, so dass für reichlich Metal auf die Ohren gesorgt war. Steht das Bunte Haus in Celle noch oder müsst ihr nach diesem Abend eine neue Location suchen?

Philipp: Leider mussten wir die Release Party kurzfristig absagen, da ich mir kurz zuvor eine fiese Lungenentzündung eingefangen habe, was zu dem Zeitpunkt noch gar nicht diagnostiziert war. Das hat schon ein bisschen geschockt und mich drei Wochen ans Bett gebunden. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben und so findet das Ganze jetzt am 22ten Februar wieder im Bunten Haus statt! Wer also im Umkreis von 50 Kilometern von Celle entfernt wohnt, sollte sich das definitiv nicht entgehen lassen.

Bei einem Eintritt von 5 EUR kann ja nix bei euch hängen bleiben. Wie kommt man da als recht kleine Band auf seine Kosten?

Philipp: Auch wenn die Party noch stattfindet stimmt das natürlich, dass solch ein Abend bei dem Preis, vor allem mit Bands von weiter weg, eine knappe Kalkulation ist. Aber im Mittelpunkt dieses Abends steht natürlich die Party und nicht das Wirtschaften, auch wenn das grundsätzlich natürlich für eine Band in unserer Größenordnung nicht ganz außer Acht gelassen werden kann, um die laufenden Kosten zu decken.

Eure EP bietet ihr unter anderem als Gratisdownload an, was sogar von Blabbermouth.net gepostet wurde. Habt ihr einen Überblick, wie oft die EP bereits runtergeladen wurde?

Lutz: Mit meinen mathematischen Fähigkeiten und meinen Schätzwerten dürften das mittlerweile knapp über 500 Downloads gewesen sein. Jedenfalls ist der Traffic bei der Datei extrem hoch und wir sind damit auch sehr zufrieden. Etwas mehr Feedback wäre noch wünschenswert.

Wer den Namen DAMNATION DEFACED noch nicht gehört hat, wird sich, wenn er sich noch keinen Höreindruck verschafft hat, vielleicht fragen, wofür ihr musikalisch steht und welchen weiteren musikalischen Weg ihr gehen wollt.

Lutz: Wir stehen für authentischen melodischen Death Metal, der gerne mal in Schweden Urlaub macht und gerne die ältere Schiene fährt. Eigentlich haben wir mit der EP schon den wünschenswerten Weg eingeschlagen, nämlich keine halben Sachen mehr zu machen, einfach schnell auf den Punkt zu kommen, eingängig und doch verspielt zu sein mit der nötigen Brutalität.

Mit der Hammer-EP, auf die ihr wahrlich stolz sein könnt, frage ich mich natürlich auch, welche Ambitionen ihr persönlich habt. Seid ihr schon auf Labelsuche, arbeitet ihr an weiterem Material und sind weitere Auftritte in Planung, vielleicht auch mal im Ruhrgebiet?

Philipp: Unsere Ambitionen sind, denke ich, wie die der meisten Bands, nämlich so viel mitzunehmen, wie es geht. Derzeit sind wir noch nicht auf der Suche nach einem neuen Label, da wir erst mal an neuem Material für den Nachfolger von "Beyond The Pale" schreiben wollen. Wenn dann ein fertiges Album mit Artwork und allem was dazu gehört am Start ist, werden wir damit auch an Labels herantreten. Das nimmt einem ein bisschen den Druck, etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig zu haben und dadurch eventuell überhastet weniger gute Songs zu schreiben. Das Booking für 2013 hat zudem begonnen und wir hoffen, in diesem Jahr wieder viel unterwegs zu sein. Leider ist es nach wie vor nicht einfach, an Shows zu kommen, und da steht besagtes Ruhrgebiet leider immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber wir dürfen trotzdem nicht jammern, sondern uns privilegiert fühlen, in der ganzen Bundesrepublik spielen zu können.

Im letzten Jahr gab es eine Tour unter anderem mit LAY DOWN ROTTEN. Was könnt ihr von diesem Ereignis berichten und welche speziellen Live-Erfahrungen konntet ihr bei euren Live-Auftritten machen?

Lutz: Da die Jungs von LAY DOWN ROTTEN extrem entspannte Typen sind und mehr als freundlich, war die ganze Tour sehr entspannt und gut. Die anderen Bands, mit denen wir sowieso schon mehrfach unterwegs waren, haben das alles wunderbar komplettiert. Auf der Tour war gefühlt auch mehr los und wir haben viele positive Erlebnisse gehabt, unter anderem in Hamburg und Saalfeld.

Da ihr fast keinen Eintritt erhebt und die EP kostenlos anbietet, müsst ihr eigentlich gut bezahlten Jobs nachgehen, haha. Womit beschäftigt ihr euch beruflich und welchen Raum nimmt in eurer Freizeit die Band ein?

Lutz: Da wir unsere Bekanntheit noch weiter ausweiten möchten und gar nicht die Möglichkeit haben, uns selber zu finanzieren - die Band zum Glück schon -, bieten wir das gerne umsonst an. So haben die Leute weniger Berührungsängste und hören mal rein, hoffe ich (lacht). Selber sind wir Studenten mit Nebeneinkünften, aber herz- und kopftechnisch bestimmt bei den meisten in der Band wohl das Gemüt. Da wir auch relativ oft unterwegs sind und immer weiter an der Band arbeiten, gehen da schon einige Stunden in der Woche drauf, was man aber gerne macht.

Philipp: Ich hab manchmal das Gefühl, dass es bei Undergroundbands zwei Faktoren gibt, die nur selten gleich gut ausgeprägt sind: Motivation und finanzielle Mittel. Wie Lutz schon sagt, müssen wir uns damit arrangieren, derzeit keine großen Sprünge machen zu können und dennoch mit viel Enthusiasmus an die Sache heranzugehen. Auch würde man gerne noch ein weiteres Shirtmotiv oder eine Vinylauflage haben oder regelmäßig ins Studio gehen, aber da heißt es nun mal, einfallsreich zu sein. So auch die Geschichte mit der EP. Wir wollen unsere Musik vielen Leuten zugänglich machen, und für Sammler gibt es dann halt eine kleine von uns finanzierbare Auflage.

Zum Song 'Despised Angel' habt ihr damals ein Video veröffentlicht. Gibt es aktuell ähnliche Bestrebungen, zumal sich 'Warlord' auch für eine visuelle Unterstützung definitiv anbietet?

Philipp: Ja, da hast du Recht, 'Warlord' ist prädestiniert und wäre es wert, mit einem schönen Video gewürdigt zu werden, aber leider bedeuten Videos auch immer viel Geld beziehungsweise Know How oder Zeit, wenn man es selber machen will. Bei 'Despised Angel' hatten wir das große Glück, dass ein Freund von uns ein Musikvideo als Bachelorarbeit abliefern wollte. Eine Win-Win-Situation also! Aber der Wunsch nach weiteren Videos ist natürlich groß, auch weil wir unsere Musik als Gesamtkunstwerk sehen, was auch den hohen Stellenwert unserer Artworks betrifft. Visualisierung ist mir sehr wichtig und ich finde es immer sehr traurig, wenn CD-Cover so hingerotzt werden.

Habt ihr weitere Pläne, zu denen ich noch nicht konkret gefragt habe? Vielleicht sogar privater Natur?

Lutz: Mein Wunsch, was wohl auch bei den anderen ähnlich ist, wäre mal die Möglichkeit, als Support bei einer bekannteren Band mitzufahren und noch mehr von diesem Tourleben zu haben. Die eigenen Deutschland-Tourneen fand ich immer großartig.

Wie wird oder wie soll es mit DAMNATION DEFACED weitergehen?

Philipp: Wie bereits schon erwähnt steht die Arbeit an unserem neuen Album derzeit an erster Stelle. Wir wollen uns dabei zwar Zeit lassen, aber gerne noch dieses Jahr ins Studio gehen. Ich denke, dass wir gerade dabei sind, unseren Sound noch mehr zu dem zu schmieden, wie wir ihn uns vorstellen. Wir haben den Anspruch an uns selber, dass man über uns beim Hören sagt: "Ah, das kenne ich zwar nicht, aber das müssen DAMNATION DEFACED sein". Ich denke, dass Individualität und Wiedererkennungswert unglaublich wichtig sind, wenn man als Band vorankommen möchte.

Meinen Fragenkatalog habe ich abgearbeitet. Aber ihr habt bestimmt noch etwas zu erzählen oder eine ultimative Message an die Metalheads da draußen. Dann mal los!

Philipp: Lieber Robert, liebe Bleeding4Metal-Leser, vielen, vielen Dank für euer Interesse. Wir würden uns freuen, wenn dieses Interview und die dazugehörige Review zu "Slaughter Race" bei euch Interesse geweckt haben. Ladet euch doch das gute Stück für lau auf www.damnationdefaced.com runter und verfolgt uns auf www.facebook.com/damnationdefaced - und vielleicht oder vielmehr hoffentlich sieht man sich dieses Jahr bei einer unserer Shows! STAY METAL!

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euren weiteren Weg!!

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