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Interview mit Udo Dirkschneider von U.D.O.

Ein Interview von Warlord vom 02.08.2012 (3364 mal gelesen)
Was lange währt, wird endlich (fast) gut. Schon vor einiger Zeit übernahm ich die ehrenvolle Aufgabe, nach Wolf Hoffmann nun auch noch Udo Dirkschneider, legendärer Erstsänger von ACCEPT und mit seiner Solo-Band U.D.O. auch recht erfolgreich, zu befragen. Diesmal leider nur per neuen Medien, soll heissen: Mailinterview. Der Nachteil liegt auf der Hand: Es kann nicht weiter nachgehakt werden, man ist auf die Schreibfreude seines Gegenübers angewiesen und die erwies sich als nicht immer so ausgeprägt, insbesondere wenn es um neue Sänger in der Ex-Band ging. Verständlich, hat Udo doch seit der Reunion in den 90ern nichts mehr mit seiner Ex-Band zu tun. Wolf Hoffmann erinnert sich sogar an Letztere gar nicht mehr, wenn er davon spricht, dass die ganze Geschichte um Kündigung/Rauswurf nun schon (O-Ton) "über 20 Jahre her ist." Ein paar Fragen zu ACCEPT gab's dann aber doch.

Hallo Udo, erst mal, wenn auch leicht verspätet, alles Gute zum runden Geburtstag und noch "many happy returns of the day"! Ebenso Glückwunsch zum 25-jährigen Band-Jubiläum.

Wie feiert ein Metaller mit Wohnsitz auf Ibiza (habe ich im Hinterkopf als letzte Information!?) seinen 60. Geburtstag?

Udo Dirkschneider: Nicht auf Ibiza, sondern in Hamburg, mit meinen Kindern. Ganz in Ruhe!

Euer letztes Studioalbum "Rev-Raptor" schaffte den Einstieg in die deutsche Top-20, anschließend ging die Band auf eine ausgedehnte Welttournee. Wie siehst du das Album aus heutiger Sicht, ist es kommerziell, unter Berücksichtigung zurückgehender CD-Verkäufe, tatsächlich das Erfolgreichste und, eigentlich viel wichtiger, wie siehst du heute die musikalische Seite?

Udo Dirkschneider: Von den Verkäufen her gesehen ist es schon das erfolgreichste Album mit der jetzigen Besetzung. Das musikalisch Erfolgreichste? Ja, das ist immer so eine Sache. Man versucht natürlich immer mit dem neuesten Werk alle Erfahrungen reinzupacken. Ich würde mal sagen, jedes Album hat so seine Höhepunkte.

Die neue Doppel-CD ist eine gelungene Zusammenstellung rarer, zum Teil unveröffentlichter Tracks, es gibt B-Seiten und Bonüsse galore. Nicht nur für Fans eine runde Sache und für andere Metaller eine schöne Ergänzung der Sammlung. Es sind ja nun auch die drei Duette mit HAMMERFALL, LORDI und RAVEN enthalten. Gibt es da erzählenswerte Geschichten?

Udo Dirkschneider: Mit LORDI, das war schon lustig. Ich bekam eine Anfrage von der Plattenfirma, die meinte, LORDI wären Riesenfans. Ich dachte mir, oh Gott, das passt musikalisch bestimmt nicht, da ich die Band ja nur von Fotos kannte. Ich sagte der Plattenfirma: OK, dann schickt mir mal den Song und siehe da, es hätte auch ein U.D.O.-Song sein können.

Als Oldschool-Fan interessieren mich da natürlich insbesondere Anekdoten hinsichtlich der Zusammenarbeit mit RAVEN, die ja noch aus ACCEPT-Zeiten stammt.

Udo Dirkschneider: Ja, was soll ich zu RAVEN sagen, ich hatte ja damals mit Michael Wagener eine Produktionsfirma, "Double Trouble", und wir bekamen das Angebot, RAVEN zu produzieren. Also auf nach Newcastle und hinein ins Studio. Am Anfang verstanden wir kein Wort, die Herren sprachen einen furchtbaren Slang, aber nach ein paar Tagen hatten wir auch das im Griff. Für mich war und ist es bis heute eine der lustigsten Produktionen gewesen, bei der ich mitgewirkt habe. (Anmerkung für Nimmersatte: Im Booklet der famosen 20-Track-RAVEN-Compilation "All Systems Go!" aus dem Jahr 2002 kann man ein spaßiges Promofoto von RAVEN und Udo bewundern, im zugehörigen Artikel wird er Former(!)-ACCEPT-Vocalist genannt (Udo stieg bekanntlich erst 1986 aus, lange nachdem RAVEN ihren Klassiker "All For One" einspielten (1983)). Die zwei Ergebnisse der gemeinsamen Sessions hießen natürlich "Born To Be Wild" und "Inquisitor", beide als B-Seiten konzipiert und löblicherweise auf der genannten CD enthalten!-Warlord)

Nicht nur du feierst im Moment große Erfolge, auch deine ehemaligen Kollegen von ACCEPT befinden sich im zweiten Karrierefrühling. Was ist deine Meinung zu der neuen Inkarnation der Band (bei der ja auch dein ehemaliger Drummer Stefan Schwarzmann mitmischt)?

Udo Dirkschneider: Dazu habe ich glaube ich alles gesagt!

Ein paar kurze Fragen zu ACCEPT seien noch erlaubt, ich bitte um Gnade zum 25. U.D.O.-Jubiläum. Was ist deine Lieblingsscheibe von ACCEPT und ein kurzer Grund dafür.

Udo Dirkschneider: Auf jeden Fall "Breaker", hier wurde der ACCEPT-Sound geboren und das ganze Album geht nach vorne los. (Wie recht er hat!-Warlord)

Deine drei Lieblingssongs von ACCEPT?

Udo Dirkschneider: 'Princess Of The Dawn', 'Head Over Heels' und 'Breaker'.

Deine beste Gesangsleistung in einem ACCEPT-Song?

Udo Dirkschneider: Puh - ist immer schwer sich selbst einzuordnen, für mich ist 'Can't Stand The Night' vom "Breaker" Album sehr gut. (Da hätte ich gerne mal nachgefragt, wie er den Song ansonsten findet, für mich der einzige Schwachpunkt auf diesem Klassiker!-Warlord)

Was kann man inhaltlich von der für August angekündigten DVD erwarten? Gibt es Pläne oder gar schon Songs für ein neues Studioalbum?

Udo Dirkschneider: Die DVD ist ein Konzertmitschnitt aus Sofia von der "Rev-Raptor"-Tour und bietet zweieinhalb Stunden Spielzeit. Am neuen Album werden wir erst im Herbst anfangen zu arbeiten.

Wie sieht ein durchschnittlicher UDO-Tag aus, wenn du nicht auf Tournee oder im Studio bist und auch nicht mit dem Panzer umherfährst? Hast du noch Zeit und Muse zum Musikhören und wenn ja, was sind deine Favoriten? Irgendwelche aktuellen Tipps?

Udo Dirkschneider: So viel wie möglich relaxen - ansonsten höre ich Radio.

Würdest du den Vorsitz der Jury für DSDS übernehmen? (Deutschland sucht die Superhärtner). Natürlich eine Casting-Show nach bewährtem Vorbild, du in der Rolle von Dieter B., deine Mitjuroren sind Doro, Tom Angelripper und ... Wolf Hoffmann?

Udo Dirkschneider: Keine Frage - würde ich sofort machen, nur nicht unbedingt mit Wolf Hoffmann in der Jury!

Ein fulminantes Schlußwort und nun ist die ACCEPT-Frage doch fast geklärt. Vielen Dank an Udo für das humorige Interview. Die neue Zusammenstellung ist doch recht empfehlenswert, auch für die nicht so beinharten Fans, und die RAVEN-Zusammenarbeiten muß man natürlich kennen. Ebenso wie die ersten drei Alben von RAVEN. Aber das ist eine andere Geschichte.

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