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Interview mit John Gahlert von Deadlock

Ein Interview von des vom 08.04.2011 (4924 mal gelesen)
Die einen hassen sie, die anderen lieben sie. Bleeding4Metal fand "Bizarro World" großartig, daher nahmen wir auch gerne das Interviewangebot an - Bassist John Gahlert erzählt uns, wie die Tourvorbereitung bei einer übers Land verstreuten Band aussieht und klärt die Kommerzfrage

Danke für die Gelegenheit zum Interview. Ihr habt mit "Bizarro World" ein tolles Album draußen (bei uns 8.5/10 Punkten). Nach den bisherigen Reaktionen scheint DEADLOCK "das nächste große Ding" zu sein. Wie seht Ihr selbst das? imgleft

John Gahlert: Vielen Dank für das Kompliment - ich reiche das gern weiter an den Rest der Band. Wir sind auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Unser musikalischer Leiter Basti hat ohne Zweifel das bis dato beste DEADLOCK-Album geschrieben. Wenn ich versuche, das Album objektiv einzuschätzen, denke ich, es klingt weniger verspielt und erwachsener. Die Songstruktur und die Gesänge sind homogener geworden. Aber davon kann und sollte sich ja der Hörer seine individuelle Meinung bilden.

Das neue Album war mein erster Kontakt mit der Musik von DEADLOCK. Im ersten Moment haben mich die krassen Gegensätze zwischen dunklen Growls und poppigen Refrains irritiert, doch mit der Zeit hat diese Mischung ihre Wirkung voll entfaltet - ich krieg die Platte nicht mehr aus dem Autoradio raus. Wie hat sich Euer Stil über die Jahre in diese Richtung entwickelt?

John Gahlert: Ich denke es ist ein natürlicher Prozess, dass man immer versucht zumindest das Vorgängeralbum zu übertreffen. Jedoch gab es vorab keine Zielvorgabe. Die Gegensätze der Gesänge und auch die Aufteilung der Textparts im Kontrast zwischen Stimme und Text, sowie die musikalischen Gegensätze der harten Hauptthemen und der eingängigen Refrains waren schon immer ein Trademark von Deadlock. Sebastian hat versucht es noch runder und erdiger klingen zu lassen. Dass Du die Platte nicht mehr aus dem Radio bekommst, lässt mich vermuten, es hat funktioniert.

Ihr habt in meinen Augen mit "Bizarro World" die Symbiose Death und Pop maximal ausgereizt. In welche Richtung kann/wird sich Euer Stil noch weiterentwickeln, ohne dass ihr Euch wiederholt?

John Gahlert: Hehe - Du kannst Fragen stellen...da wir nicht nach einem Mehrjahresplan arbeiten, ist es jetzt echt schwierig, etwas Zufriedenstellendes zu antworten. Man kann sich immer weiter verbessern, andererseits kann man sich auch wiederholen, ohne dass es langweilig wird...ich nenn an dieser Stelle keine Namen... Wir werden sehen!

Besonders beeindruckt mich der Gesang Eurer Sängerin Sabine, die eine gewisse eindringliche Zerbrechlichkeit ausstrahlt. Wie kommt man nur zu so einer Sängerin bzw. Stimme?

John Gahlert: Also wie Sabine zu Ihrer Stimme kommt - gute Gene (sofern die Gentheorie stimmt), Talent und eine professionelle Ausbildung - geht die Frage jedoch eher in die Richtung wie die Band zu Sabine gefunden hat? Sabine gehörte schon Jahre vor Ihrem Einstieg zum engen Freudeskreis von Sebastian und Tobias, hatte ja auch bereits auf den älteren Deadlock-Alben immer Gastauftritte an einzelnen Songs. Das eine oder andere Mal war sie auch als Live-Keyboarderin unterwegs. Aber das liegt echt schon seeehr lange zurück.

Eure überspitzten düsteren Lyrics leben vom Kontrast dunkler Text/helle Stimme. Dennoch finde ich einige Passagen etwas "hinkebeinig". In 'Brutal Romance' (an sich eine geile Nummer) finde ich den Refrain ("Break your arm, break a leg, ask for a dance,...") irgendwie unfreiwillig komisch. Wie seht ihr das?

John Gahlert: Herzlichen Glückwunsch - Du hast es erkannt! Die Texte bzw. speziell dieser lebt von seiner Idiomatie und dem Kontrast. Ob die eine oder andere idiomatische Wortkombination jetzt hinkebeinig oder komisch ist, liegt ja im Auge des Betrachters. Ich persönlich mag den Refrain sehr, da die Lyrics doch sehr plakativ und hart sind, Sabine sie jedoch "extra"-engelsgleich singt.

"Bizarro World" ist auf eine Art eingängig und schon haben sich bereits die ersten Szenenwächter gemeldet, die "un-true" und "Kommerz" rufen. Was entgegnet ihr diesen?

John Gahlert: Natürlich - kein Deadlock-Album ohne Kommerz-Vorwürfe. Wir entgegnen dem eigentlich gar nichts. Jeder, der auch nur halbwegs von A nach B denken kann, wird sich denken können, dass man anno 2011 als kleine Band mit Metal nicht mal die Miete für einen Garagenstellplatz bezahlen könnte. Dass unser Anspruch an unsere Songs für den ein oder anderen nicht "true" ist, kratzt uns genauso "sehr". Unser Credo ist hochwertige Musik, die live Spaß macht und frei von Grenzen ist.

Ihr wurdet mittlerweile für das Summer Breeze und Wacken bestätigt. Aufgeregt? Wie bereitet Ihr Euch auf die großen Festivals vor? Wie lassen sich Eure Arrangements live umsetzen?

John Gahlert: Wir bereiten uns auf jede Show gleichermaßen vor. Nachdem eine Setlist festgelegt ist, bekommt jeder seine Hausaufgaben mit und übt individuell. Da wir komplett über Deutschland verstreut sind, werden gemeinsame Proben zu einem raren Gut. Wir treffen uns meist an den showfreien Wochenenden im Vorlauf der Touren bzw. Festivals. Um unsere Arrangements umzusetzen, verwenden wir einen Sampler, der uns zum einen mit dem In-Ear-Click versorgt, andererseits steuern wir so auch Keyboards und Synthies.

Danke nochmals fürs Interview. Gibt es noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

John Gahlert: Wir danken gleichermaßen für Eure Unterstützung - wir sehen uns in Eurer Nachbarschft!

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