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Interview mit Dani von Helloween

Ein Interview von Lestat vom 05.01.2011 (6048 mal gelesen)
Vor dem Konzert in Langen nahm sich Schlagzeuger Dani Loeble von HELLOWEEN einige Zeit für ein Interview. Das Gespräch nahm zwar einen anderen Verlauf als gedacht, man erfuhr allerdings einiges Interessantes über die Produktion zu "Seven Sinners" und sein Verständnis von Musikwertschätzung

Hi Dani. Ihr habt gerade angefangen mit eurer Tour und gebt heute eure vierte Show. Wie waren die ersten drei Shows?

Dani: Anstrengend und kompliziert. Bei den ersten drei Shows fehlt natürlich noch jede Routine. Wir probieren noch das Set aus: welche Songs, welche Reihenfolge, die Solos, die Übergänge...Es fehlt noch die Routine, es greift alles noch nicht so richtig. Es ist dann einfach noch etwas Rost drin nach zwei Jahren Abstinenz mit neuen Sonst am Start. Es war schon eine Menge Arbeit, die die neue Platte gekostet hat. Dann sind alle noch eigentlich davon müde, dann gehst du gleich auf Promo, die Vorbereitungen auf die Tour laufen nebenher. Heute Abend dürfte dann wieder ein bisschen mehr Routine dabei sein. Wir haben allerdings heute Abend wieder ein ein wenig anderes Set.

Und wie lange wechselt ihr das Set dann?

Dani: Also der Anfang ist jetzt schon recht cool. Es braucht immer so ca. zehn Shows, bis alles steht. Allerdings kam Wien als einziges Publikum überhaupt in Genuss aller eingeübter Songs. Da haben wir dann über zwei Stunden gespielt.

Und ansonsten kommt das nicht vor, weil ihr nicht die Möglichkeit dazu habt oder weil die Energie nicht mehr da ist?

Dani: Das ergibt einfach keinen Sinn. Wir haben ja noch STRATOVARIUS mit einer Stunde Spielzeit im Vorprogramm. Dazu kommt: HELLOWEEN-Songs sind auch nicht gerade leicht verdaulich. Du musst auch sehen: Wenn wir jetzt um zehn auf die Bühne gehen, hatte auch schon jeder einen Arbeitstag hinter sich, kam bei diesem Wetter her...Dann lieber eineinhalb Stunden und die zwei Stunden im Auge. Aber mehr wird es nicht mehr.

Und wie macht ihr das dann bei der Tourvorbereitung? Wie viel übt ihr dafür ein und wie viel bleibt davon dann übrig?

Dani: So richtig an einer Zahl kann ich das gar nicht festmachen. Du hast dein Grundgerüst an Klassikern, die du einfach immer spielen musst. Und um die baust du drum herum: Welche Songs könnten wir von den alten Klassikern spielen? Welche haben wir schon lange nicht mehr gespielt? Was passt von den neuen rein? Bei den neuen musst man halt aufpassen: Bei den heutigen Produktionsstandards kannst du viele von den neuen Liedern live gar nicht realisieren. Vor allem ich als Trommler habe meine Probleme mit den ganz schnellen Stücken. Klar, ich trommel dir das. Aber das mache ich keine 100 Shows. Da kannst du mich nach 50 Shows von der Bühne tragen. Wir haben es probiert, aber ich habe dann gesagt: nein, lass mal gut sein.

Das heißt, von der neuen Platte sind gar nicht alle Lieder dabei heute Abend?

Dani: Nein, ich glaube sogar, nur zwei oder drei Stück. Du hast einfach nicht mehr Platz. Du hast einfach so viele Klassiker zu bedienen, die jeder hören will. Dann bist du ruckzuck bei eineinhalb Stunden. Dann packst du noch zwei neue Lieder dazu, dann sind die zwei Stunden voll. Wenn du halt 25 Jahre Karriere hast, und so viele Klassiker, dann hast da echt Probleme.

Und einfach zu sagen: Das ist eine Promotour für das neue Album, da müssen wir mehr neue Songs spielen? Oder gibt es dann eine Rebellion in der Band, weil jeder seine Lieblingslieder drin haben will?

Dani: Klar, Wir versuchen, die neuen Songs zum Besten zu geben, jeder hat auch seine Lieblinge. Aber wir müssen auch schauen, was überhaupt einen Sinn ergibt. Es kristallisiert sich immer relativ schnell heraus, was wir dann spielen.

Wie waren denn überhaupt die Reaktionen auf das neue Album?

Dani: Bis jetzt muss ich sagen: überschwänglich. Echt ungewohnt. Auch schon im Vorfeld. Wir haben uns auch diesmal noch mehr den Arsch aufgerissen. Wir sind diesmal auch neue Wege gegangen. Das Resultat spricht für sich. Das hört sich zwar immer so abgelutscht an, aber wir sind nicht nur zufrieden, wir sind echt happy. Es ist genau so aufgegangen, wie wir uns das vorgenommen haben. Sonst denkst du immer "ja, das ist cool, aber...". Diesmal haben wir extra Fehler drauf gelassen. Das kannst du ja eigentlich heute schon gar nicht mehr machen. Durch die ganze Technik, die es gibt, wird alles glatt gebügelt. Diesmal haben wir die Technik ausgeschaltet und einfach nur drauf gehalten. So wie früher, nur ein wenig modernisiert. Wenn du genau hin hörst, merkst du es.

Der Erfolg gibt euch recht!

Dani: Genau. warum klingen die alten Platten denn so rau, so roh, so powerful? Die Attitude und der Approach waren uns einfach wichtig.

Aber wenn ihr alles so rau und so roh eingespielt habt, wie habt ihr es geschafft, die Flöte in 'Raise The Noise' nicht untergehen zu lassen?

Dani: (lacht) Ja, gute Frage. Sie passt ja gut zu dem Text, den der Weiki da angebracht hat, ist eine super Ergänzung, um den Text zu supporten. Finde ich auch crazy. Hätte auch zu keinem anderen Lied so gepasst wie zu Weikis Song. Eigentlich waren wir bzw. Weiki schon in Kontakt zu JETHRO TULL, bzw. mit dem Ian Andersson, der konnte dann aber nicht. Aber der Mann, der jetzt drauf ist, hat es nicht viel schlechter gemacht. Wäre aber bezüglich des Name-dropping cooler gewesen.

Dann hätte es einen schönen Aufkleber vorne drauf gegeben: Featuring JETHRO TULL.

Dani: Nein, ich glaube, das wäre nicht wirklich gut gewesen für die Platte. Die Metalfans hätten uns gekreuzigt. Nach "Unarmed".

Was denkst du, woher kommt es, dass "Unarmed" nicht so gut aufgenommen wurde? Weil ich finde die Platte eigentlich hervorragend. Denkst du, viele Fans sind so ein wenig engstirnig?

Dani: Ja, klar. Du musst es aber auch so sehen: Wenn du es geil findest, schreibst du es nicht wirklich ins Internet. Dann bist du zufrieden. Und die, die ins Internet schreiben, sind die, die angepisst sind. Aber die schreiben permanent. Aber das sind auch die, denen wir es nie hätten recht machen können. Hätten wir die Songs einfach neu aufgenommen, hätte es geheißen: "Wie könnt ihr nur, der Zeitgeist von damals!". Hätten wir es einfach nur neu abgemischt, hätte es geheißen: "Das ist ja Betrug!". Und wir wollten einfach was komplett Neues machen. Und haben einfach das gemacht, auf was wir Bock gehabt haben. Und die Härte bei "7 Sinners" ist keine Entschuldigung oder Erklärung oder wie auch immer für "Unarmed". Ganz im Gegenteil: Für mich als Schlagzeuger hat die "Unarmed" bedeutet, dass ich mich echt auf den Arsch setzen musste, um die Scheibe so zu trommeln. Das ist was komplett anderes. Diese ganze Erfahrungen, die wir als Band und auch ich im Speziellen daraus gezogen haben, haben "7 Sinners" eigentlich erst möglich gemacht. Ich habe viele Sachen erst durch die Erfahrung, die ich bei "Unarmed" gewonnen habe, so hinbekommen. Das hat uns sehr weiter gebracht. Und die Reaktionen, die mir persönlich entgegenschlugen, waren positiver als alles, was ich bisher bekommen hatte. Die Leute haben mir in der Stadt angehalten, sind ausgestiegen und haben gesagt: "Hey, ich habe mir gleich einen ganzen Karton bei Amazon bestellt und sie an meine Freunde weiter verschenkt." Dem habe ich dann so ein riesiges Tourplakat geschenkt, da war er dann voll happy. Andere drehen auf dem Fahrrad um und sagen mir, wie toll sie das Album finden. So etwas habe ich wegen "7 Sinners" bisher noch nicht erlebt. Ich war gestern, während dem Tourbreak, zu Hause am Bodensee, das interessiert keine Sau (lacht). Was jetzt nicht heißt, dass die Platte schlecht ist.

Das sind jetzt nur ein paar Reaktionen auf der Straße, die man so mitbekommt, aber nach den Verkaufszahlen kommt sie ganz gut an.

Dani: Nach Verkaufszahlen kannst du heutzutage nicht mehr gehen. Danach ist die "7 Sinners" ein Desaster. Es geht ja immer mehr runter.

Sie ist aber in die Charts ganz gut eingestiegen...

Dani: Aber was sind das für Verkaufseinheiten. Das weiß ich schon von vorn herein. Bei uns geht's ja noch, wie sind eine Band, die noch verkauft. Aber wenn du es dir so anschaust...

Was denkst du, ist schuld daran? Die Mp3s?

Dani: Ja, definitiv.

Oder die größer werdende Vielfalt?

Dani: Die Vielfalt nicht. Man muss sich das Konsumverhalten anschauen. Erstmal würde ich sagen, dass das Internet schuld ist, ganz klar. Und durch dieses Internet hat sich ein Konsumentenverhalten ergeben, speziell bei den Jungen, die kennen das ja gar nicht mehr, eine Platte zu kaufen. Sich darüber zu freuen. Sich den Arsch aufreißen zu müssen, Zeitung auszutragen, um sich die Platte kaufen zu können, um zu Hause diese Platte dann zu zelebrieren. Und dann wird das Ding durchgespielt, bis die Nadel auf der anderen Seite wieder heraus kommt. Diese Wertschätzung von Musik gibt es gar nicht mehr. Heute kommt Musik aus jedem Eck. Was kostet so ein Album? 15¤. Aber wenn man sich am Montagmorgen trifft, heißt es: "Und, wie geht's?""Ja, fett! Ich war gestern in der Cocktailbar. Habe mich weg geschossen." Für 15¤. Raus gekotzt und alles war klar. Aber für eine Platte...hey, ich bin Plattensammler. Ich habe heute noch meine erste Platte, das waren die Schlümpfe. Du lachst vielleicht. Aber die ist immer noch da! Du siehst an Hand der Plattensammlung einfach, was ich durchlebt habe. Ich kann dir zu jeder Platte sagen, was los war. Das kennen die gar nicht mehr. Aber es muss alles umsonst sein. Internet, klar! Aber man kann den Leuten noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Mach das Internet an und du bekommst alles. An uns Musikern liegst jedenfalls nicht. Und die Preise sind nach wie vor OK. Wenn eine Single 5, 6, 7 bis zu 10¤ kostet, kann eine Platte nicht zu teuer sein.

Und dazu auch noch seit Jahren konstant. Als es noch die DM gab, hat eine CD 30 oder 32 DM gekostet. Und heute 15 oder 16¤. Also so ziemlich das einzige, was nicht nach oben gegangen ist mit dem Euro.

Dani: Zumindest nicht in dem Maße, wie es die Produktionskosten sind. Die steigen und steigen. Früher war es so: Du bist auf Tour gegangen um einen Platte zu promoten. Heute machst du eine Platte um auf Tour zu gehen und um damit Geld zu verdienen. Den Plattenladen um die Ecke gibst einfach nicht mehr. Bei mir um die Ecke gab's einen Plattenladen von einer Frau, die hat mich Platten hören lassen, so lange ich wollte. Die wusste, dass ich keine Knete habe. Aber die hat auch gewusst, dass wenn ich Knete habe, dann bringe ich sie zu ihr. Das gibt es heute einfach nicht mehr. Schade. Und Plattenfirmen gibt's auch nicht mehr und du musst dir ständig neue Wege überlegen, um an Geld zu kommen. Und Touren.

Wobei das ein wenig seltsam ist, das ist ein wenig der Caipirinha-Sauf-Effekt: Man gibt an einem Abend 30¤ aus und dann ist das Erlebte vorbei. Und so eine CD oder Platte ist etwas Dauerhaftes. Und dennoch werden die Platten nicht gekauft, sondern man geht auf Konzerte.

Dani: Gute Frage, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ist aber eigentlich ein sehr interessanter Ansatz. Du hast dann halt natürlich was erlebt. Also, in eine Cocktailbar zu gehen und sich da weg zu bügeln...also klar, mache ich auch immer wieder. Ich glaube, da sind mir nicht so viele Erinnerungen geblieben, von denen ich schwelgen kann, wie jetzt zum Beispiel bei einem geilen Konzert. Es gibt aber einfach Musikfans, die Livemusik mehr schätzen als den Besuch in einer Caipi-Bar. Dieser Erlebnispark Konzert ist, glaube ich, schon da. Und die Bands lassen sich auch was einfallen zur Unterhaltung. Die Bühnen sind dann voll gepackt mit Aufbauten. Unsere heute ist relativ klein und nicht so aufwendig, aber dennoch: Wir haben uns etwas einfallen lassen. Damit die Leute auch etwas erleben an so einem Abend. Das Auge isst mit, das macht uns auch Spaß. Ihr werdet schon was erleben!

Zurück zur aktuellen CD: Ihr hab bei "Seven Sinners" alle Texte im Booklet weggelassen. Hat das einen Grund?

Dani: Da ist gar kein Konzept dahinter - uns hat einfach nur keiner gefragt. Das hat die Plattenfirma wohl entschieden, dass da keine Texte reinkommen. Das hat viele Fans enttäuscht, was ich auch verstehen kann: Du kaufst dir für 15¤ eine Platte und hast die Texte nicht innen drin. Und dann wirst du wieder gezwungen, ins Internet zu gehen. Eigentlich forcieren wir mit dieser Idee das, wo wir nicht hin wollen: ins Internet. Unsere Idee war es nicht. Tut uns Leid. Ich denke, es ist aber nicht all zu schlimm. Jeder der Fans geht sowieso ins Internet. Und manche beschweren sich die ganze Zeit. Und wenn sich jemand im Internet beschwert, dass er den Text runterladen muss, dann sag ich halt: Geh einfach auf die Homepage und zieh dir die Texte. Die hast du schneller runtergeladen als die Beschwerde getippt.

Und wie kam eigentlich der CD-Titel "Seven Sinners" zustande? Hat das was mit den beiden Liedern, in denen im Titel "Sinners" vorkommt, zu tun?

Dani: Nein, die beiden Songtexte gab es schon lange davor. Es ist definitiv kein Konzeptalbum. Der Titel für die Platte kam unabhängig von den beiden Liedern, da haben wir gar nicht drauf geschaut. Der Grundgedanke war: auf dem Cover sieht man ja diesen kleinen Elfenstern. Und mit dem kam Weiki um die Ecke, und das wusste ich gar nicht: Das ist ein positiver Stern. Und der Andy hat zu dem Stern die Mythologie herausgefunden: Auf der Welt sind sieben Sünder verteilt und im Namen des Bösen Unfug treiben. Und nur dieser sieben-zackige Stern kann gegen sie ankämpfen. Und wir dachten uns: Hey, das macht ja Sinn: Wir sind fünf, dann noch unser Pumpkin und der Keeper, das sind sieben. Und fürs Merchandise hatten wir auch gleich geile Ideen. Es war einfach nur ein Geistesblitz. Wobei Musikmachen auf Geistesblitzen basiert.

Wie lief die Produktion zu "Seven Sinners" eigentlich? Gab es da Probleme?

Dani: Der normale Wahnsinn würde ich mal sagen. Es sind halt ein paar Equipmentsachen abgeraucht. Das passiert halt einfach so. Für mich ist da jetzt nichts Ungewöhnliches passiert. Das war eigentlich eine ganz normale Produktion. Wir sind nur dieses Mal, wie gesagt, neue Wege gegangen. In der heutigen Zeit läuft eine Metalproduktion ja normalerweise so ab: Du kommst ins Studio, kriegst ein Metronom auf die Ohren, nach dem du einfach spielst. Und wenn du schlecht bist, kannst du nachher im Computer einfach alles so glatt bügeln, dass jeder meint, du bist der Hero. Und so hört sich das alles heutzutage so glatt gebügelt und wie maschinell an. Uns stand es echt bis zum Hals. Und Markus kam einfach dann an und wollte es so wie bei der "Walls Of Jericho" oder bei der "Keeper" machen: Du bist ins Studio und hast einfach drauf gehalten. Ohne Clicktrack, wie man das Metronom nennt, einfach drauf. Und das haben wir diesmal gemacht. Das hörst du auch bei den Songs. Es wird langsamer und schneller, da mal ein Verspieler, dort passt was nicht ganz genau. Ich kann aber einfach nicht 7 Minuten bei so einem Tempo dreitausend Schläge präzise setzen, das geht gar nicht. Aber das macht diese Scheibe aus.

Von der Dynamik lebt Musik ja eigentlich.

Dani: Genau. Dadurch dass die Musiker heutzutage leider echt immer schlechter werden, steigt natürlich auch der Eingriff durch den Computer. Und was du damit heutzutage alles machen kannst, unglaublich. Also wir haben natürlich mit dem Computer gemixt, aber wir haben nichts glatt gebügelt.

Aber beim letzten Lied auf der Platte hätte ich wetten können, dass ihr da künstliche Breaks gesetzt habt.

Dani: 'Far In The Future'? Never ever! Das war ein First Take! Den habe ich auf einmal da draufgebügelt. Ohne Klick. Wenn du die Timings miteinander vergleichst, dann hörst du, dass die gar nichts miteinander zu tun haben. Charlie, unser Produzent, hat den Song halt eingeklickt, damit ich reinkomme, ist dann raus und hat mich machen lassen. Auf den Song bin ich stolz, das ist für mich der geilste Song auf der Platte. Nicht deswegen, aber wegen der Konstellation und den Emotionen. Ich finde es eigentlich schade, dass wir den live nicht spielen. Gut, dann muss man weniger schalten. was ich allerdings gemacht habe, sind Add-ons. Bei dem Lied ist ja so ein Snare-Part dabei. Da habe ich noch einmal eine tiefere Snare unterlegt, damit es ein wenig fetter kommt. Über die ganzen Tom-Sachen habe ich nochmal Toms drübergelegt. Ich habe mich selber nochmal gedoppelt. Damit das alles noch viel fetter kommt. Da habe ich dann auch nochmal eine Woche gebraucht.

Langweilige Bands würden da halt einfach ein wenig Hall unterlegen...

Dani: Das ist bei uns echt gnadenlose Handarbeit. Ich muss aber ehrlicherweise sagen: Bei zwei Liedern auf der Platte habe ich einen Klick verwendet, um diesen maschinellen Stil hinzubekommen. Bei 'Are You Metal' zum Beispiel, bei dem Spinnerpart, das ist sonst unmenschlich, den so hinzubekommen. Kann ich nicht ohne Klick. Gebe ich ganz offen zu. Da kannst du auch mit der Maschine nachmessen, der stimmt genau. Sonst fängts ein wenig an zu eiern. Du hörst so viele Fehler, und genau das macht es aus! Und die nächste machen wir wieder so!

Back to the roots!

Dani: Ja! Aber wieso feiert denn jeder immer die alten Platten ab? METALLICA haben ihre besten Platten ohne Klick aufgenommen! Das sind alles Platten, die gehen richtig runter! Das genau ist es. Und da sind wir mit "Seven Sinners" doch auf dem richtigen Weg. Und das fühlt sich auch gut an. Dann haben wir auch noch eine andere Stimmung verwendet. Normalerweise hat man so eine Kammertonstimmung bei 440 Hz. Die haben wir runter gestimmt auf 432 Hz., welche im Einklang stehen soll mit dem Universum. Das ist eine ganz schöne These...

Du meintest gerade, ihr habt kein Konzept hinter dem Album. Und jetzt habt ihr die Geschichte mit dem Elfenstern, und dem Einklang mit dem Universum, das hört sich doch alles schon sehr nach roter Faden an...

Dani: Kann man schon so sagen. Da kam eins zum anderen. Jedenfalls gings da ums Gitarrentuning. Sascha hat die Idee reingebracht, die Instrumente runter zustimmen, weil es dann ein ganz bestimmte Schwingung gibt. Damit haben wir uns fast ein Eigentor geschossen, weil unsere Gitarren das fast gar nicht packen. Du hörst das zwar nicht, aber du spürst es. Du hast ein relaxteres Feeling.

Das steht ja ein wenig im Zusammenhang mit dem Elfenstern und dem Guten und so.

Dani: Das passt zwar alles zusammen, aber es war kein Gedanke dabei.

Wenn ihr euch blind versteht, umso besser!

Dani: Wir, und blind verstehen? Ohne Wii geht gar nichts. Wir haben uns schon überlegt, uns mit der auf die Bühne zu setzen.

Das ist doch ein schöner Abschluss für das Interview. Die letzten Worte gebüren dir!

Dani: Wir hoffen, dass wir euren Geschmack mit der Platte getroffen haben, dass ihr die Platte toll findet, dass ihr uns bei unseren Konzerten seht und dass ihr jetzt richtig happy mit uns seid! Und endlich mal zu nörgeln aufhört! Und die Platte auch kauft und nicht im Internet runterladet, sondern euch über die schönen Cover freut und mal endlich den Weg in den Plattenladen wieder findet!

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