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Interview mit Olaf Thörsen von Vision Divine

Ein Interview von Odin vom 05.01.2002 (5114 mal gelesen)
Schon bald nach der Begrüßung entpuppt sich der sympatische Italiener als angenehm redefreudiger Interviewpartner.

Nat:   Zunächst einmal möchte ich in die Vergangenheit gehen; aus welcher Idee heraus wurde Vision Divine überhaupt gegründet? Die meisten von euch sind ja in anderen erfolgreichen Bands aktiv!

Olaf:   Nun, das Hauptziel am Anfang war so eine Art Wiedervereinigung von guten Freunden - von Fabio und mir. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren, fast zehn Jahre jetzt, und wir waren schon Freunde, bevor wir überhaupt Musiker wurden. Wie du wahrscheinlich weißt, war er der frühere Sänger von Labyrinth und dann, naja, Schicksal, Entscheidungen, mangelnde Erfahrung oder was auch immer brachte uns dazu, uns zu trennen und unsere eigenen Wegen zu gehen. Aber sicherlich vermissten wir das gute Gefühl, wenn gute Freunde die Möglichkeit haben, gemeinsam Musik zu machen. Also der Hauptgrund, Vision Divine zu gründen, war Freundschaft.
Natürlich muss ich sagen, dass wir seit dem ersten Release diese Band als eine richtige Band ansehen, wir sind nicht daran interessiert, nur ein Projekt zu machen, das ist nicht unser Stil. Wir stecken eine Menge Zeit und Energie in diese Band, diese Albums und die Songs, die wir schreiben. So weit kann ich sagen, dass Vision Divine heute eine wirklich wichtige Band für uns ist.

Nat:   Ja, von Labyrinth haben wir ja seit dem letzten Release "Sons Of Thunder" nicht mehr viel gehört - was läuft denn da so zurzeit?

Olaf:   Ja, wir kommen dieses Jahr zurück. Als erstes haben wir ein Live Album, dass wir im März aufnehmen wollen. Das wird sozusagen unsere Art sein, etwas Zeit für das nächste Studio Album zu nehmen, dass noch vor diesem Sommer aufgenommen werden wird. Und wir hoffen, es um Ende 2002 veröffentlichen zu können. Der Grund, warum wir eine Weile warten mussten, war hauptsächlich, dass wir Probleme mit unserem italienischen Label hatten und wir beschlossen, dass wir nichts mehr unter diesem Laben veröffentlichen würden. Wir mussten vor Gericht gehen, mit Richter und Anwalt und allem drum und dran. Und ja, wir hatten einen wirklich bösen Kampf, aber wir waren hunderprozentig im Recht und so haben wir nun das Recht selbständig mit unserer eigenen Musik und Karriere weiterzumachen. So hatten wir also ein gutes Ende für die Probleme und jetzt sind wir wirklich bereit, zurückzukommen, und das wird ein sehr wichtiges Album für uns sein.

Nat:   "Send Me An Angel", das neue Vision Divine Album, erinnerte mich stark an das erste Labyrinth Release "No Limits". Also natürlich ist der Sound viel besser und die Songs komplexer und erwachsener...

Olaf:   Ja? Naja, der Sound auf "No Limits" war wirklich schrecklich...

Nat:   Ich denke er war nicht SO schlecht, aber naja...

Olaf:   Ja, aber im Vergleich zu Releases wie "Sons Of Thunder"..., oder besser Rhapsody oder was immer wir heute so hören. "Sons Of Thunder" ist eine Scheibe, die wir hier natürlich aussenvor lassen müssen aufgrund der Probleme, die wir mit dem Produzenten hatten. Aber ich meine allgemein klang z.B. "Return To Heaven Denied" sehr gut - zumindest verglichen mit "No Limits".

Nat:   Das Studio, in dem ihr "Send Me An Angel" aufgenommen habt, hat einen Swimming Pool und solchen Luxus, wie ich andernorts gelesen habe.

Olaf:   Haha, yeah...

Nat:   Aber das ist kein Grund, warum es so lange gedauert hat, das zweite Album aufzunehmen, oder? (lacht)

Olaf:   Nein, nein, natürlich nicht. Um ehrlich zu sein - es ist nicht so, dass wir den Swimming Pool so oft benutzt hätten (lacht). Aber es war nur ein Scherz, von dem Swimming Pool zu erzählen. Wir haben das Studio gewählt, weil es das Studio unseres Labels ist, und in dem Studio haben wir die Möglichkeit, - zu allererst - alles zu haben, was wir brauchen, und eine angenehme Atmosphäre für die Band zu schaffen. Wir haben keinen Druck, wir müssen die Arbeit nicht in einem Monat oder so erledigt haben. Das ist sehr wichtig für uns. Um ehrlich zu sein bin ich niemand, der der Meinung ist, dass die Produktion 100% eines Albums ausmachen. I sorge mich in erster Linie um die Qualität der Songs. Also ich ziehe ein Album mit einem 80 prozentigen Sound und großartigen Songs einem Album mit einem 100 prozentigen Sound und weniger guten Songs ganz klar vor.
Aber was für uns sehr wichtig war, war zu wissen, dass wir in diesem Studio ohne Druck von unserem Laben und ohne Zeitprobleme arbeiten konnten.

Nat:   Ihr hattet auf dem ersten Album einen Coversong - es war Europe dort - und ihr habt einen Coversong auf dem zweiten Album - was ist die Idee dahinter, auf jedem Vision Divine Album einen Coversong zu machen?

Olaf:   Oh, ich werde das auch mit Labyrinth machen! (lacht) - Nun, es gibt keinen genauen Grund warum. Der Hauptgrund, denke ich, ist der, dass ich jedes Jahr oder jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit habe, ein Album zu veröffentlichen, am Ende des Albums der Band etwas anderes, etwas ungewöhnliches geben möchte. Du kannst dir eine Stunde Musik von Labyrinth oder Vision Divine anhören, aber ich denke es ist auch gut für die Leute, am Ende noch etwas anderes zu hören als das, was du vorher etwa eine Stunde lang gehört hast. Und das ist auch der Grund, warum wir allgemein Songs wählen, die für eine Heavy Metal Band nicht so üblich sind [Europe's "Final Countdown" ?? Sag' nicht sowas... ;-) - Anm. d. Verf.]. Ich denke natürlich nicht, dass die Leute das Album nur anhand des Coversongs bewerten sollten.

Nat:   Ja, nun, als ich das Album zum ersten Mal hörte, war es lustig, da diesen A-HA Song am Ende zu hören...

Olaf:   Yeah..

Nat:   ...beim zweitem Mal war es interessant und ich denke immernoch, dass es interessant ist - es ist sowas wie ein entspannendes Easy Listening am Ende des Albums.

Olaf:   Ja, es ist ein klein wenig lustig, weißt du. Du wirst uns nicht ernsthaft spielen sehen, wenn wir diesen Song covern (lacht) - ja, nur Spaß.

Nat:   Also werdet ihr das neue Material dieses Jahr auf Europas Bühnen präsentieren?

Olaf:   Nun, das hängt nicht von uns ab (lacht). Im Moment planen wir unsere zweite Südamerika-Tour. Da wir da drüben großartige Untersützung haben, sind wir bereit für Anfragen, wieder dort zu spielen. Wir sehen uns nach Möglichkeiten um, zu spielen, und mit dem zweiten Album zielen wir, denke ich, auf Europa als Hauptziel. Mit dem ersten hatten wir ein paar Probleme, hauptsächlich weil einige Magazine und Leute Vision Divine als eine Projekt-Band angesehen haben. Ich denke mit dem zweiten Album ist es ziemlich klar, dass Vision Divine kein Side-Project sind (lacht)! Der Sound ist jetzt weit persönlicher und auch die Band hat eine größere Persönlichkeit.
Also ich denke, dieses Jahr halten wir in jedem Falle Ausschau nach jeder Chance, zumindest ein paar Festivals zu spielen. Soweit versuchen wir wirklich, auf dem Wacken oder Bang Your Head Festival zu spielen.

Nat:  Da habe ich doch irgendwas vom Bang Your Head gelesen - war das nicht sogar eine Bestätigung?

Olaf:   Für Vision Divine? Keihne Ahnung, man... (lacht) Wie gesagt habe ich zurzeit so viel zu tun, dass ich diese Arbeit dem Management überlasse (lacht). Wenn du das sagst, dann könnte das okay sein und wäre eine gute Neuigkeit für uns.

Nat:   Ich bin nicht sicher, aber ich meine was gelesen zu haben... [sorry, es sind Rhapsody, die bereits bestätigt sind - Anm. d. Verf.] Wenn ihr nach Wacken kommt, werden wir uns da auf jeden Fall treffen!

Olaf:   Nun, das hoffe ich. Was ich über Wacken sagen kann ist, dass ich dort mit Labyrinth war und daher weiß, wie cool es ist, dort zu spielen. Ich muss auch sagen, dass bei so vielen Bands, die jedes Jahr dort spielen, meiner Meinung nach auch ein Platz für Vision Divine sein müsste. Wenn nicht, doch wenigstens für die Namen der Leute, die in dieser Band spielen (lacht).

Nat:   (lacht) Wie du anfangs bemerktest musst du in diesen Tagen Unmengen Interviews geben und immer wieder ähnliche Fragen beantworten...

Olaf:   Yeah! (lacht) Yeah...

Nat:   ...also was würdest du denn GERNE gefragt werden, was möchtest du uns erzählen?

Olaf:   Nun, das ist wirklich schwierig für mich. Wie ich am Anfang sagte, rede ich gerne über meine Musik und es ist sehr schwer für mich, nur Fragen zu beantworten wie "Welchen Song magst du am meisten?" (lacht). Das ist wirklich schwierig, denn ich habe die Songs geschrieben und ich kann wirklich keinen davon vorziehen. Allgemein habe ich kein Problem mit dem Reden - ich weiß, dass das dein Job ist und auch mein Job - oder deine Leidenschaft, du machst das, weil es deine Leidenschaft ist und dank deinem Job (oder deiner Leidenschaft) habe ich die Möglichkeit, meine Musik und meine Band zu bewerben. So ist es immer eine Freude, mit Leuten zu reden, die Interviews für meine Songs machen.

Nat:   Du sagtest du hast die Songs geschrieben - hast du auch die Texte geschrieben?

Olaf:   Ja.

Nat:   Die Texte auf "Send Me..." behandeln den Konflikt von Gut und Böse. Kommst du zu irgendeinem Schluß?

Olaf:   Nein, da ist kein Schluß. Ich bin es nicht gewohnt, irgend etwas mit einem Schluß zu schreiben. Ich denke zunächst mal bin ich nicht alt genug, einen Schluß zu präsentieren (lacht). Ich habe noch viel zu lernen, bevor ich irgendwas über das Leben sagen kann. Ich mache nur eine Art Bilder vom echten Leben, benutze dabei natürlich Allegorie und Metaphern, denn es wäre sehr kompliziert, normal vom echten Leben zu erzählen. Also ziehe ich es vor, Sinnbilder wie Fantasy Geschichten zu benutzen, oder wie in Vision Divine, wo ich immer Religion benutze, um Dinge zu erklären, die normal passieren. Und das ist nur eine Art Bild des echten Lebens, echter Gefühle, von Dingen, über die sicherlich jeder wenigstens einmal in seinem Leben nachdenkt. Aber ich will keinen Schlußspruch oder Lösung geben, denn das kann ich nicht.

Nat:   Du erwähnst Religion; wenn es dir nichts ausmacht, darüber zu reden - was ist deine persönliche Einstellung zu Religion?

Olaf:   Kein Problem. - Ouhhh.... Ich suche noch immer nach mir selbst (lacht). Ich glaube mit Sicherheit, dass da etwas ist. Es wäre schwer für mich, zu glauben, dass da nichts ist nach dem Leben. Alles ist so perfekt, dass es wirklich schwer wäre, zu denken, dass alles sei nur Zufall, weißt du? Aber ich bin nicht in der Lage, zu sagen, ob es wahr ist, dass da ein Gott ist, dass es Engel gibt oder ob es da einfach nur Geister gibt. Ich weiß nicht, ob Gut und Böse im Jenseits so genau getrennt sind. Ich weiß nicht, ob es eine Strafe für Sünder geben wird und eine Belohnung für die guten Leute - ich weiß es nicht.

Nat:   Ja, ich denke keiner von uns hat die Möglichkeit, das zu wissen...

Olaf:   Yeah, aber wir werden es so oder so erfahren. (lacht)

Nat:   Haha, ja, das werden wir! Nun, das war's von mir aus, denke ich. Vielen Dank für deine Zeit und Geduld!

Olaf:   Danke dir!

Nat:   Und viel Glück für deine zukünftige Arbeit.

Olaf:   Danke, und hoffentlich sehen wir uns bald on stage!

Nat:   Ja, das hoffe ich doch. Ciao!

Olaf:   Ciao!

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