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Interview mit Johan Reinholdz von NonExist

Ein Interview von Souleraser vom 09.09.2002 (6227 mal gelesen)
Der belesene Basti B. Bustmann im Austausch mit dem Axtschwinger der neuen melodischen Death Metal Combo.

Basti:   Als erstes muß ich einfach mal sagen, wie sehr ich NonExists Debut "Deus Deceptor" mag. Für mich als Fan von Arch Enemy ist das Album genau das, welches ich mir nach "Burning Bridges erhofft hätte, aber ich muß zugeben, daß "Deus Deceptor" sogar noch besser ist.
Habt ihr das Gefühl, daß das der Stil ist, der am besten zu euch passt oder seid ihr irgendwie unzufrieden damit?

Johan:   Danke! Cool, daß es Dir gefällt.
Naja, wir sind schon zufrieden mit dem Stil, aber wir wollen auf keinen Fall die gleiche Scheibe zweimal aufnehmen. Daher denke ich, daß unser nächstes Album etwas anders sein wird. Wir werden immer versuchen, uns zwischen den Alben etwas weiter zu entwickeln. Aber das heißt nicht, daß wir mit "Deus Deceptor" unzufrieden sind - das sind wir, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen Ich habe sogar schon ungefähr die Hälfte aller Songs fürs nächste Album geschrieben.

Basti:   Wer hat die Musik geschrieben? Wer die Lyrics?

Johan:   Ich hab die gesamte Musik geschrieben, außer einigen Riffs bei "Faith", die Liiva (Johan Liiva, vocals; Anm. d. Verf.) geschrieben hat. Liiva hat alle Lyrics außer denen für "Delirious Tongues" geschrieben, die wir gemeinsam geschrieben haben.

Basti:   Woher kommen die Ideen für diese Songs? Ich meine, ich vermute mal, daß es ziemlich schwer ist, Songs zu schreiben, die einerseits vor Spielfreude und Lebendigkeit glühen und andererseits pure Aggressivität versprühen.

Johan:   Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich setz mich hin und klimper so ein bißchen mit der Gitarre rum und hoffe, daß irgendwas dabei raus kommt. Wenn ich dann einige coole Riffs habe, die als angenehmes Ganzes zusammenpassen, dann erstelle ich am Computer die groben Züge des Drummings. Etwas hier und da zurecht schleifen und voila - hat man einen neuen Song. Inspiration von anderen Künstlern/Filmen/Büchern und das Leben an sich sind immer wichtig für den kreativen Prozeß.

Basti:   Du hast sämtlichen Gitarren und Bässe für dieses Album eingespielt und ich habe gelesen, daß "Deus Deceptor" in nur 12 Tagen aufgenommen wurde. War das nicht ungeheuer anstregend, besonders für dich?

Johan:   Ja, das war ziemlich anstrengend kann ich Dir versichern. Alles, was ich getan habe, war essen, schlafen und aufnehmen.

Basti:   Würdet ihr noch mal so einen "Gewaltmarsch" für das nächste Album auf euch nehmen oder würdet ihr euch eher mehr Zeit für die Aufnahmen nehmen?

Johan:   Ich werde das nächste Album zu Hause aufnehmen, so daß das ganze wesentlich entspannter wird, das kann ich Dir sagen! Kein so übler Zeitdruck, was großartig ist.

Basti:   Wie kam diese Kombination von Musikern zustande? Wie kam es, daß genau diese Leute zusammen gefunden haben, die offensichtlich so perfekt zusammenpassen und sich so gut ergänzen?

Johan:   Wez, der boss von New Hawen Records, unserem Label, kannte Johan Liiva seit einigen Jahren schon, als Arch Enemy bei seinem alten Label WAR-Music unter Vertrag standen. Als Liiva bei Arch Enemy gefeuert wurde, fragte Wez ihn, ob er sich nicht NonExist anschließen möchte und das hat er getan. Wez hat auch Matte Modin (drummer, Anm. d. Verf.) in die Band gebracht. Er hat ihn einfach angerufen und gefragt. Wir haben niemals irgendwie geprobt vor diesen Aufnahmen, ich habe einfach nur die Demos der Songs mit Gitarren, Bass und programmierten Drums geschickt und Matte hat die Songs aufgenommen. Wirklich klasse.

Basti:   Es gibt 3 instrumentale Songs auf "Deus Deceptor". Wessen Idee war das? Obwohl ich persönlich die Songs sehr mag, weil sie die großartigen technischen Fähigkeiten, speziell Deine, zeigen und weil sie eine unglaubliche Atmosphäre haben, habe ich trotzdem das Gefühl, daß das eine ungewöhnliche Menge Instrumentalstücke für ein Death Metal-Album ist.

Johan:   Yeah, das ist wirklich etwas ungewöhnlich. Es ist cool, weil ich denke, daß sie dem Hörer etwas Zeit zum Luftholen geben und sie das Album abwechslungsreicher machen. Das brutale Material sticht dadurch auch mehr hervor. Ich denke, wir werden auch auf dem nächsten Album solches Material haben.

Basti:   Ich habe gelesen, daß es bereits Proben für einen Rhythmusgitarristen und einen Basser gab. Könnt ihr darüber schon irgendwas sagen?

Johan:   Nein, ich fürchte dazu kann ich nicht viel sagen. Noch kein vollständiges Line-Up bisher.

Basti:   Ebenso habe ich gelesen, daß eine Tour für irgendwann im Frühjahr 2003 angesetzt ist. Wird es auch Gigs in Deutschland geben?

Johan:   Wo hast Du das gelesen? Das ist mehr, als ich weiß! Haha! (Anm. Verfasser: Die Website des Labels behauptet das noch immer...) Unglücklicherweise sind bislang keine Gigs angesetzt. Aber wir würden mit Sicherheit gerne nach Deutschland kommen und spielen, kein Zweifel daran.

Basti:   Gibts irgendwelche Bands mit denen ihr besonders gern touren würdet? Zum Beispiel Arch Enemy um denen mal zu zeigen, wie man melodischen Sound und Brutalität in Perfektion kombiniert? *grins*

Johan:   Yeah, das klingt wie eine großartige Idee! Haha!

Basti:   Freut ihr euch darauf, auf der Bühne zu stehen?

Johan:   Absolut! Wir lieben es, live zu spielen! Das ist das aufregendste daran, Musik zu machen. Die direkte Reaktion von einer Menschenmenge - es gibt nichts besseres!

Basti:   Was sind eure Pläne für die nahe Zukunft?

Johan:   Weiter Songs fürs nächste Album schreiben. Ich denke, daß es irgendwann im Winter aufgenommen wird. Es wird etwas heavier und abwechslungsreicher als "Deus..." sein.

Basti:   Danke für das Interview. Ich wünsche euch viel Glück und viel Spaß auf der Tour!

Johan:   Dank Dir für das Interesse und den Support.

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