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Interview mit Ihsahn von Ihsahn

Ein Interview von Opa Steve vom 28.04.2006 (8264 mal gelesen)
Mit Ihsahn plauderten wir über sein neues Solo-Projekt und darüber, dass er nun wieder auf dem Metal Zug mitfährt

  Ihsahn, was hast du so in den letzten Jahren nach EMPEROR getrieben?

Ihsahn:   Oh, ich hatte mit PECCATUM zu tun, arbeite hier und da im Studio, übte ... also eigentlich nichts als Musik.

  Also hast du nur mit Musik zu tun, und es gibt keinen "normalen Job" in deinem Leben?

Ihsahn:   Naja, nebenbei unterrichte ich Gitarre an einer Kulturschule, aber nur ein paar Stunden....

  In einem der letzten RockHards sagtest du, dass dem zuletzt von EMPEROR gespielten Stil heute kein Mensch mehr Aufmerksamkeit schenken würde. Kannst du das näher erklären?

Ihsahn:   [bisschen nervös] Äh, das hab ich gesagt? Vielleicht haben sie mich missverstanden ... [lacht]. Nein, nein, das denke ich nicht. Heute betrachtet man das nur aus einer anderen Perspektive. Wenn man heute Black Metal oder den extremen Metal betrachtet, dann möchte jeder so sein wie sein Vorgänger, und es ist immer schwerer für die Leute, auf einen selbst entwickelten Stil zu vertrauen. Warum auch immer. Außerdem möchte irgendwie jeder ein Album rausbringen....

  Deine neue Scheibe wird wieder ein Metal Album. Welche Art von Metal wird dein Soloprojekt sein?

Ihsahn:   Es ist einfach eine Fortsetzung meiner musikalischen Arbeit, und da besonders im Metal-Bereich. Teile werden am "Prometheus"-Material anknüpfen, aber ich möchte auch ein paar Elemente der ganz frühen Zeiten einbringen, seitdem ich Gitarre spiele. Da wird es Heavy Metal geben, Progressive Metal, einfach eine Mischung aus all dem. Aber in sehr reiner Form! Wenn ich einen Black Metal Song mache, wird er purer Black Metal sein. Wenn ich einen progressiven Song schreibe, dann wird er sehr progressiv sein. Es gibt noch viele andere Einflüsse aus meiner Arbeit als Produzent, aber alle vereint in einem extremen Metal Album, welches für eine fünfköpfige Band plus Keyboards geschrieben wurde. Ich wollte nicht einfach Tonnen von Riffs übereinanderstapeln, sondern mich nur auf den Ton eines verdammt lauten Verstärkers verlassen.

  Kannst du mir etwas über deine Mitstreiter erzählen?

Ihsahn:   Ich hatte Asgeir Mickelson am Schlagzeug. Er hat mich sogar kontaktiert. Ich wusste, dass er bei BORKNAGAR sehr aggressiv spielen kann, aber auch sehr progressiv bei SPIRAL ARCHITECT. Als wir uns unterhielten merkten wir, dass wir beide große Fans von Mikkey Dee sind. Am Ende gab ich ihm einfach meine programmierten Drum-Tracks, und er hat den Kram in seinem Studio eingezimmert.

  Also ist es nur ein Projekt, oder willst du in Zukunft mit einer richtigen Metal Band weitermachen?

Ihsahn:   Es wird mit Sicherheit noch etwas mehr folgen...

  Und dann mit einer echten Live-Band?

Ihsahn:   Das kommt darauf an. Die Songs sind live spielbar, obwohl ich jetzt nicht speziell daran dachte. Momentan bereiten wir die EMPEROR-Shows vor und für mich wäre es einfach zu riskant, all das gleichzeitig zu machen. Außerdem hab ich ja erst ein Album, auf das ich zurückgreifen kann. Daher möchte ich erst noch etwas mehr Material haben. Eine IHSAHN-Tour wird's definitiv erst nach einem zweiten Album geben.

  Mit PECCATUM hast du vergleichsweise ruhige und langsame Musik gespielt. Was war der Grund, warum du jetzt zurück zum härteren Material möchtest?

Ihsahn:   Ich mag die Abwechselung. Weißt du, 10 Jahre nach EMPEROR hatte ich von der ganzen extremen Metal-Kiste die Schnauze voll. Ich wollte die dunkle Musik mal von einer anderen Seite angehen, aber jetzt fühle ich, dass es gut ist, mal wieder etwas extremen Metal zu machen.

  Wird es Gemeinsamkeiten zwischen ZYKLON und deinem Projekt geben? Wenn du jetzt wieder Metal spielst, könnte man doch direkt zusammen wieder als EMPEROR weitermachen?

Ihsahn:   Weißt du, ich glaube, wenn du dir das neue ZYKLON-Album anhörst, wirst du einige deutliche musikalische Unterschiede bemerken. Das zusammenzubringen wäre schon sehr komisch. Das war auch der Grund mit EMPEROR aufzuhören, da wir alle nach völlig verschiedenen Richtungen strebten.

  Emperor spielten in Norwegen schon einen Gig - was war das für ein Gefühl, mit den alten Songs wieder auf der Bühne zu stehen?

Ihsahn:   Oh, das war ganz schön cool, denn ich hab seit 5 Jahren nicht mehr auf der Bühne gestanden. Ich dachte, ich würde nervös werden, aber das war ich dann doch nicht. Es war, als wäre es erst gestern gewesen.

  Es wird dieses Jahr noch ein paar Reunion-Shows geben, z.B. in Wacken. Warum macht ihr das, bzw. wer wollte das von euch?

Ihsahn:   Weißt du, eine Menge Leute haben uns schon kontaktiert, seit wir aufhörten. Wir wollten immer ein paar Abschiedsshows spielen, aber nur ein paar ganz exklusive - keine Tour mit 28 Gigs. Wir dachten, das wäre jetzt eine gute Zeit, diese letzten Shows nachzuholen. Wir hätten durch die ganze USA touren können, wenn wir das gewollt hätten, aber wir wollten das auf einem Level durchziehen, bei dem wir uns noch wohlfühlen. Ich spiele nun Metal seit ich 10 bin, und seitdem ich die alten IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST Videos kenne gab es immer den Traum, mal etwas wie Wacken zu machen, vor zigtausend Leuten.

  Also habt ihr's nicht wegen der Kohle gemacht?

Ihsahn:   Oh! Wenn wir es wegen der Kohle machen würden, dann hätten wir erst gar nicht aufgehört....

  Hast du schon konkrete Pläne für die musikalische Zukunft?

Ihsahn:   Yeah, ich hab 'nen Haufen Projekte im Hinterkopf, aber es ist noch zu früh, darüber zu berichten.

  Jung genug bist du ja noch, und du hast noch etwas Zeit...

Ihsahn:   Oh ja, ich setze mich ja nicht zur Ruhe - ich fange erst an....

  Fein. Und nun eine allgemeine letzte Frage: du warst auch jung, als du in der extremen Metal-Szene bekannt wurdest. Wie betrachtest du die heutige Black Metal Szene im Vergleich zu früher?

Ihsahn:   Tja, Black Metal war.... das erste VENOM Album [lacht]. Wir waren dabei, als das Phänomen gerade anfing. Als wir dann "In A Nightside Eclipse" aufnahmen haben wir das für uns getan. Es gab Nichts, was wir hätten nachahmen können. Wir sind mit Heavy Metal aufgewachsen, also war unsere erste Band auch keine Black Metal Band. Wir haben uns durch den Thrash, durch Death Metal, bis zum Black Metal entwickelt. Heute wachsen die jungen Bands direkt mit Black Metal auf. Es ist nichts, was sie entwickelt haben, und daher gibt es nur noch wenige Originale, aber eine Menge Kopien.

  OK, das war meine letzte Frage - gibt es noch ein paar Worte für unsere Leser?

Ihsahn:   Ich hoffe, dass den Leute mein Album gefallen wird, und dass die deutschen Metal Fans nach Wacken kommen und unsere Show anschauen.

  Och, da werden mit Sicherheit einige sein....

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