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Interview mit Dr. Don Rogers von Red Aim

Ein Interview von Odin vom 02.04.2002 (4537 mal gelesen)
Wie schon das Album war auch dieses Interview eine spaßige Sache. Denkt Euch einfach überall etwas Schmunzeln und Gelächter dazu... ;-)

Doc:   Ja hallo, hier ist der Dr. Don Rogers von Red Aim.

Nat:   Fein - wie darf ich Dich anreden? "Doktor", "Rogers", "Don"?

Doc:   Sag' einfach "Doc".

Nat:   OK, Doc. Sehe ich das richtig, dass bei Euch als Band der Spaß im Vordergrund steht bei der Musik?

Doc:   Ja! Das siehst Du vollkommen richtig und da bist Du der erste und kriegst jetzt direkt mal 100 Punkte, der erste, der das verstanden hat, bisher.

Nat:   Das glaube ich nicht, das merkt man doch grade bei dem neuen Album sehr stark?

Doc:   Nja, es gibt Leute, denen gefällt das gar nicht, dass sie [oder "wir"?] da auf einmal Spaß bei der Musik haben. Es gibt so gewisse Zeitschriften, die es nicht verstehen. Die werden's auch nicht verstehen.

Nat:   Tja, das ist dann...

Doc:   ...deren Problem, nicht meins.

Nat:   Das sollte doch im Prinzip sowieso die Motivation bei der Musik sein, denke ich; der Spaß an der Sache!

Doc:   Eigentlich schon, ja. Aber wenn Du dann nach Deinen Texten gefragt wirst und was Du aussagen willst, dann hört's irgendwo auf. Da bleibt eigentlich nur noch "Kneel down and blow for forgiveness".

Nat:   Naja, dass kommt dann aber auch auf den entsprechenden Interviewpartner an, oder?

Doc:   Das ist richtig, genau. Denn Spaß soll das Ganze ja machen.

Nat:   Ich will aber trotzdem auch ein bißchen nach Euren Inhalten fragen. Das fängt schon beim Bandnamen an - was ist Euer "Rotes Ziel"?

Doc:   Da fragst Du mich zuviel, weil solange bin ich ja noch nicht dabei, ich bin ja erst seit '98 dabei, die Band gibt's aber schon seit '95 und warum die "Red Aim" heißt - frag' mich mal was leichteres. Ich weiß das gar nicht. Ich müßte mal die Buben fragen, wie sie darauf gekommen sind. Aber wahrscheinlich hat sich "Blue Aim" einfach blöd angehört.

Nat:   ...und Blau gibt's auch schon zu oft.

Doc:   Ja, eben. Zum Beispiel "Blue System"...

Nat:   Ahhh... diese fürchterlichen Vergleiche!

Doc:   Jaahaa! Wir klingen wie Blue System.

Nat:   (sprachlos) Äh ... echt jetzt?

Doc:   (Pause) Äh, ne.

Nat:   Dann is' ja gut.

Doc:   Also wie gesagt, wie Du schon in Deiner Review - die fand ich übrigens sehr treffend - geschrieben hast, wir nehmen uns auch nicht ernst.

Nat:   Ah, hast du gelesen?

Doc:   Ja, hab' ich gelesen, grade eben. Ich dachte, da muß ich mal reingucken.

Nat:   Dann hast Du Dich also auch gut vorbereitet auf das Interview.

Doc:   Ja. Also es war doch schon interessant und bisher eines der besten Reviews, die ich gelesen habe.

Nat:   Das sagst Du bestimmt jedem...

Doc:   Ne das sag' ... ne, auf keinen Fall! Ich rechne ja im Moment mit dem Stoner Rock Publikum ab und ich nehm' da kein Blatt vor den Mund.

Nat:   Ich fand es beim Schreiben sehr schwierig, das in Worte zu fassen.

Doc:   Man muss es hören, gell? Ja, gut, in Worte fassen, das ist sowieso immer schwierig, Musik in Worte zu fassen, würde ich sagen. Weil, ja, erklär' mal einem, der noch nie Cola getrunken hat, wie's schmeckt.

Nat:   Eure Musik ist ja sehr vielseitig, Ihr habt Facetten von schwer riffendem Rock bis zu Elvis-Anklängen...

Doc:   Ja, gut, die Elvis-Anklänge sind denke ich aber auch nur in der Stimme. Klar, das ist auch beabsichtigt. Und wir haben uns gedacht, einfach mal ein bißchen mehr Fun, noch ein bißchen mehr Spaß [Ähh.. genau! - Anm. d. Verf.], damit die Leute, die das Leben zu ernst nehmen, sich noch ein bißchen aufregen können, dass wir solche Musik machen. Es gibt ja halt Leute, die nehmen uns das übel, anscheinend. Aber das is' mir wurscht. Solange ich Spaß dabei habe und die Jungs auch und noch ein paar andere, die sich das anschauen und so, ist mir das wurscht.

Nat:   Und dabei muss man dann aber auch noch irgendwie mit dem Business klarkommen, oder ist das für Euch eher nebensächlich?

Doc:   Das Schlimme ist ja, unserem Label gefällt das Ding auch saugut! Das läuft bei denen anscheinend rauf und runter, also von der Warte aus... Es ist halt immer die Frage, wo erscheint das Ding, welche Reviews bekommt es... Jetzt sind wir bei zwei Zeitschriften halt nicht so gut weggekommen, dafür sind wir beim Metal Hammer ["Metal"? - Anm. d. Verf.] supergut weggekommen, da sind wir auf Platz zwo in deren Check-Up, bei Euch gut angekommen - mein Gott, das ist halt so 'ne bunte Mischung an Reviews, aber danach kann ja eh keiner gehen, da sollte sich sowieso jeder mal sein eigenes Bild machen, der da Bock drauf hat. Es ist schon wichtig so ein Review, aber im Grunde genommen bilde ich mir dann doch lieber meine eigene Meinung.

Nat:   Wie ist das bei Euch im wirklichen Leben, seid Ihr da ganz spießige Beamte und könnt Euch nur in der Musik richtig ausleben?

Doc:   Naja, ich bin Gynäkologe, deshalb "Dr. Rogers" - naja, und die anderen, die studieren so langweilig vor sich hin. Also die sehen nichts aufregendes, im Gegensatz zu mir - ich kann mir ja meine Patientinnen aussuchen.

Nat:   Oh, na dann... Wie kann man sich Eure Live-Auftritte vorstellen, wenn man Euch noch nicht live gesehen hat, ist das einfach 'ne große Party?

Doc:   Da geht's ab! Die Leute fragen mich immer, wie ich mit meinem Gewicht so lange durchhalte... Also das ist schon Party. Es ist halt besonders schwierig, wenn Du vor Leuten spielst, die die Sachen nicht kennen, die bewegen den Arsch halt nicht so wie wenn sie 'ne Band kennen. Aber das versuchen wir dann halt immer irgendwie ein bißchen durch Klamauk und ein bißchen Spaß an der Freude wett zu machen - also da geht's schon ab, ganz klar, auf der Bühne. Das ist schon richtig amtlich, denke ich, von der Show her. Ist halt auch immer so ganz spontan, wir haben da nicht irgendwas einstudiert, sondern das kommt immer grade so, wir wir halt drauf sind.

Nat:   Habt Ihr schonmal vor so einem großen Publikum wie Wacken gespielt?

Doc:   Also Wacken noch nicht, aber ähnlich. Es wäre ein ähnlich großes Publikum gewesen, denn wir haben letztes Jahr auf dem Summer Breeze gespielt, aber mittags um eins oder so, da is' ja noch keine Sau bzw. die liegen da alle noch im Gras oder in ihren Zelten und sind besoffen oder so. War auch noch schweineheiß an dem Tag. Aber in diesem Jahr spielen wir nochmal auf dem Summer Breeze und auf dem Wacken, genau, aber jeweils halt abends, so richtig zur schönen Stunde, wenn noch alles fit ist. Und ich denke, da wird das schon gut. Aber vor so einem riesen Publikum hatte ich selbst das Vergnügen noch nicht, nein. Weil Red Aim hat ja mal auf einer richtig großen Bühne gespielt, beim Bizzare Festival, da war ich aber noch nicht dabei, aber das muss wohl schon ganz aufregend gewesen sein. Da bin i' ma' g'spannt! Mache ich mir wahrscheinlich erstmal 'nen schönen Schiß in die Hose vor dem Auftritt, aber das ist normal.

Nat:   Zu dem Song "Aprilfuckers" - habt Ihr nur im April Sex?

Doc:   Du kennst nicht "April"? April von Nightrider!?

Nat:   Ööööhhhh... nö?

Doc:   Was?! Hast Du noch nie Right... Nightrider gesehen?! Mit dem David Hasselhoff?

Nat:   Kid? Ne, erzähl' mal. Ist nicht meine Zeit.

Doc:   Ja, genau, Kid - den kennst Du! Und seine Assistentin, die hieß einmal Bonnie und einmal April, und der ist der Song gewidmet, weil der Devon Miles, der ist ja der April-fucker. Wie alt bist Du?

Nat:   21.

Doc:   Ah, so jung. Ja, dann bist Du zu jung, das ist richtig. ...Da könnt' ich ja fast Dein Vater sein, wenn ich früh angefangen hätte. - Ja, schließlich bin ich zehn Jahre älter als Du!

Nat:   Ja, wie war das? Sechs Jahre haben wir gesoffen, geraucht, gehurt - dann kamen wir in die Schule?

Doc:   So ungefähr, genau. Ja, doch, so war das früher.

Nat:   Ja gut, sonst noch Interessantes zu erzählen, was bei Euch zurzeit abgeht?

Doc:   Was geht bei uns ab? Wir gehen jetzt ein bißchen auf Tour mit "In Extremo".
[Es folgt eine exakte Erläuterung der Tourdaten und Palaver über die Website, auf der Dr. Don Rogers gleich als erstes erscheint. Schaut's Euch am besten selbst an: www.redaim.de]

Nat:   Gibt es sonst noch Pläne für die Zukunft bei Euch?

Doc:   Zukunftspläne... gute Frage. Nö, eigentlich nicht. Wir lassen jetzt einfach mal alles auf uns zukommen und dann schau 'mer mal, was die Leute so zu der neuen Scheibe sagen, ob sie überhaupt gefällt. Weil, wie gesagt, Reviews ist ja gut und schön, nur wenn's keiner hört... Aber wie gesagt, wir nehmen das alles überhaupt nicht so ernst, vor allen Dingen ist das schonmal wichtig, dass das wenigstens einer verstanden hat, und - ja, harren der Dinge, die da kommen.

Nat:   Ja, dann sind wir mal alle zusammen gespannt, ob wir neugierig sind, und lassen das mal kommen.

Doc:   Alles klar, ok. Ciao!

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