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Interview mit Gerrit Mutz von Sacred Steel

Ein Interview von Odin vom 05.01.2002 (3754 mal gelesen)
Zwar auch kein Metal-Gen, aber dafür ein Aufruf zum freien Kopieren und Runterladen!

Nat:   In letzter Zeit haben wir es ja mit einer starken Metalfront im Ländle zu tun...

Gerrit:   Wo kommst du her? Walls Of Fire, wo isch des?

Nat:   Äähhh... Das Walls Of Fire Headquarter ist wohl in Berlin, ich bin jetzt in Hannover und bin auch nur Freelancer für die Walls Of Fire und habe auch noch ein eigenes kleines Webzine. Aber gebürtig bin ich auch aus der Ecke da unten, daher... Ja, also, die Kollegen von Brainstorm meinten aber kürzlich ihr Schwaben hättet DOCH kein extra Metal-Gen?

Gerrit:   (lacht) Ja, ich bin auch kein Schwabe eigentlich. Aber ich glaube es ist trotzdem ein wahnwitziger Zufall, was sich hier unten so alles tut, das ist aber nicht erst seit gestern, sondern schon seit 15-16, ja seit Anfang der 80er eigentlich kannst du sagen ist schon alleine mit der Rockfabrik und den ganzen Labels hier um die Ecke, die dann gewachsen sind, es ist echt unglaublich, was hier so alles tummelt. Wenn du siehst hier Nuclear Blast, Metal Blade und Massacre Records sind eigentlich jeweils nur ein paar Meter auseinander und das ist ziemlich krass. Und von den Bands her eigentlich auch, und dann noch die Rockfabrik wie gesagt als Club, der auch schon seit 20 Jahren besteht - also eigentlich Elysium hier! (lacht)

Nat:   "Trotz eures mitlerweile ja recht eigenständigen Stils, erinnern mich grade die Vocals doch hin und wieder noch an Agent Steel, ist das Absicht oder ist deine Stimme einfach so?

Gerrit:   Echt? (lacht) Das ist Zufall, das ist wahrscheinlich, weil meine Stimme einfach so ist. Also meiner Meinung nach haben wir nur einen Song, der wirklich nach Agent Steel klingt und der ist auf dem Debüt. Sonst, ich hab' so viele Lieblingssänger und ich habe halt nur diese eine Stimme. Wenn der eine oder andere sich dran erinnert fühlt, fühle ich mich natürlich geehrt, weil ich immer noch der Meinung bin, dass der [gemeint ist John Cyriis, Vocalist von Agent Steele - Anm. d. Verf.] Lichtjahre besser ist als ich.

Nat:   Aber deine Stimme ist ja nun nicht grade eingeschränkt. Gerade auf dem aktuellen Album ist ja von tiefen Growls bis zu wirklich Kind Diamond-mäßigen Kreischern alles drauf.

Gerrit:   Ja, ich probiere einfach, mich selber immer wieder neu zu entdecken. Am Anfang habe ich gedacht, ich könnte nur in die eine Richtung singen, und wir haben einfach nach der letzten Platte beschlossen, uns weniger Schranken selbst aufzuerlegen, sondern wenn uns irgendwelche Ideen kommen, die dann auch wirklich konsequent umzusetzen. Nicht nur dieses Power-Metal-Ding umzusetzen, sondern auch andere Einflüsse aus dem 'echten' Metal-Leben - ob Doom oder Black oder Death Metal - auch noch zu integrieren, einfach auch um das Ganze für uns wieder interessanter zu machen, weil wir uns eben nicht nur auf diese Power Metal-Schiene so ultramäßig limitieren wollen, wie das vielleicht für manche nach außen hin erschienen ist - für die ersten drei Platten. Wir haben halt eben auch viele, viele andere Einflüße und ich wollte auch gesangsmäßig ein bißchen mehr experimentieren. Ich finde es auch selber sehr überraschend, wie es dann geklappt hat im Endeffekt, weil es ja überhaupt nicht meine Gesangslage ist. Aber es hat einfach so super zu den Songs gepasst, an den Stellen, wo es jetzt einfach ist, und ich denke, ich hätte sogar noch ein, zwei weitere Songs eher so singen sollen - also Pagan Heart vor allem, da bin ich jetzt inzwischen nicht mehr ganz so zufrieden, da hätte ich eigentlich vielleicht auch das Tiefe probieren sollen, einfach weil der Song sich dafür angeboten hätte, aber nagut - Umdenkungsprozesse sind immer langsam.

Nat:   Das kann man ja alles noch nachholen...

Gerrit:   Genau, oder für die nächste Platte noch mehr erweitern.

Nat:   Grade beim Titelsong ist es ja beeindruckend, wie dicht die Growls und Kreischer beieinander sind.

Gerrit:   Ja gut, das ist im Studio kein Problem (lacht).

Nat:   Ja, das ist die Frage; das klappt live wahrscheinlich nicht so ganz, oder?

Gerrit:   Ich hatte diesen Song, so wie er auf der Platte jetzt ist, schon so annähernd im Kopf, nur ich wußte nicht, dass ich so tief runter komme mit der Stimme. Das war halt einfach so spontan im Studio und ich hab da auch alle Kraft reingelegt und musste dann halt Zeile für Zeile singen - oder gröhlen. Und dem entsprechend hatte ich dann natürlich auch die Luft für die hohen Sachen. Live wird das so eine Sache, das haben wir uns auch schon überlegt... Also im Proberaum kriege ich es jetzt schon besser hin, wenn ich es am Stück selber probiere, aber natürlich grade die hohen Sachen, die kriegst du gar nicht hin, das ist so extrem, da fehlt dann natürlich bei den Höhen die Kraft. Dann kriege ich es zwar tief gut hin, aber hoch nicht so gut, wie ich es eigentlich wollte. Also müssen wir überlegen, ob vielleicht der Bassist, der Jens oder der Rhytmus Gitarrist, der Olli, ob die vielleicht die eine oder andere Passage übernehmen, dass ich da Luft holen kann, so dass es besser rüberkommt. Auf jeden Fall werden wir den Song so seperat irgendwie als Opener vom ersten Teil oder vom Zugabenteil spielen, so dass ich da die Möglichkeit habe, das vorher einigermaßen zu üben. Also wenn ich backstage bin, singe ich normalerweise ein bißchen normal, da werde ich dann halt mal in die Kloschüssel röhren müssen oder so...

Nat:   Solange du nur zum Üben röhrst... (lacht)

Gerrit:   (lacht) Müssen wir mal gucken...

Nat:   Nach dem Labelwechsel müsst ihr ja jetzt auf die Backing Vocals von Andreas Reissnauer (Metal Blade) verzichten.

Gerrit:   Ach, der hätte schon mitgegröhlt, wenn ich ihn dazu gezwungen hätte. Aber sein Einsatz auf der letzte Platte war ja nun nicht so ruhmreich, dass man sagen müsste da würde was fehlen (Gelächter). Er hat ja gar keine Backings gemacht auf der Platte, er hat nur diesen einen Satz gesprochen und wenn du dir den so anhörst - also da hab' ich schon besseres gehört (immer wieder Gelächter). Das habe ich ihm auch gesagt "Also Reissi, tut mir leid, aber so gut war's dann doch nich'".

Nat:   Ihr wart '98 für den Grammy nominiert - habt ihr da noch Ambitionen in diese Richtung?

Gerrit:   Also ich halte das ja immer noch für einen Witz (lacht), aber irgendwie schon. Achwas, Quatsch, hatten wir nie, werden wir nie, wir machen viel zu extreme Musik. Wir sind quasi die extreme Musik für die Minderheit von Hörern von extremer Musik. (lacht) Und das wird wohl auch so bleiben. Ich meine, solange ich da irgendwie das Mikro schwinge, wird es immer 50% geben, die uns hassen, und 50%, die uns halt geil finden, und das ist auch okay für uns. Wir haben da keine Ambitionen, uns 'nen Rolls Royce zu kaufen oder auch nur davon zu leben. Schön wäre es natürlich, aber das ist mit der Musik wirklich extrem unwahrscheinlich.

Nat:   Dann sind wir ja beruhigt.

Gerrit:   Ja, also Hobby wäre bestimmt zu wenig gesagt, weil dafür liegt uns das Ganze viel zu arg am Herzen, wir sind halt eingefleischte Metaller und wir machen das wirklich aus Überzeugung. Aber wir würden es auch auf einem viel kleineren Label machen oder - wahrscheinlich sogar noch ohne Label, aber das kann ich jetzt nichtmal mehr 100%-ig sagen, weil dafür ist man es zu arg gewöhnt für das Label aufzunehmen und halt nicht mehr selber zahlen zu müssen. Aber ich bin da ganz zuversichtlich, dass das so noch eine Weile weitergeht und wir vielleicht auch für Massacre noch ein, zwei Platten machen dürfen, weil die Kritiken und Reaktionen bisher ganz gut sind. Also sehe ich mal lieber nicht schwarz.

Nat:   Und ihr geht mit dem neuen Album auch auf Tour dieses Jahr?

Gerrit:   Wahrscheinlich eher nicht. Es ist sicher so, dass wir ganz gerne würden, nur - ich hab's ja eben schon ein bisschen angerissen - wir sind natürlich alle fett im Berufsleben und einer von uns hat jetzt auch eine staatlich geförderte Weiterbildung - oder wie sich das nennt - also irgendsowas computertechnisches, wo du ein Jahr lang zu vorgegebenen Zeiten natürlich erscheinen mußt und deine Urlaubspläne sich auch genau mit den Pausen dieser Lehrgänge decken müssen. Da kannst du nicht so frei verfügen und sagen, du willst da oder dort jetzt gerne mal zwei oder drei Wochen auf Tour gehen, das kannst du vergessen. Insofern haben wir da natürlich gesagt OK, mach die Weiterbildung und wenn wir die Tour dann halt nicht machen können, dann machen wir sie nicht. Wenn er natürlich irgendeine Außnahmegenehmigung kriegt oder sowas, dann machen wir sie. Aber das hängt von so vielen Faktoren ab... Wir haben ja letztes Jahr mit Children Of Bodom und Primal Fear getourt, die Tour haben wir selber gezahlt, aus eigener Tasche, und das war natürlich schweineteuer, weil heutzutage ist halt 'pay-to-play' angesagt; du musst halt jede Tour selber finanzieren, wenn dein Label das nicht grade macht. Metal Blade wollten das damals nicht machen - aus verständlichen Gründen, weil sich solche Touren in der Größenordnung tatsächlich einfach nicht rentieren. Wir wollten es machen, haben uns ein bißchen auf die Schnautze gelegt finanziell und müssen jetzt einfach gucken, dass wir das Geld, was wir jetzt wieder zusammengekratzt haben, dann auch wirklich sinnvoll investieren. Also wenn es eine Tour gäbe, die wir machen wollten und würden, dann müsste es wirklich eine supergeile Tour sein, wo wir sagen ok, dafür stürzen wir uns erneut in den finanziellen Ruin. Oder Massacre würden es zahlen, okay, aber das sind alles noch so Unwegbarkeiten. Jetzt warten wir erstmal ganz entspannt ab, wie sich die Platte verkauft und so weiter und so fort.

Nat:   Also die Tour letztes Jahr war hauptsächlich reich an Erfahrungen.

Gerrit:   Ja, natürlich, das ist es immer. Wir haben auch einige Touren davor schon gemacht und wir wollten unbedingt - das war so ein fast schon Kindheitstraum von uns allen fünf - eine Tour machen, die wirklich professionell ist und mit professionellen Bands und unter wirklich guten Bedingungen. Nicht so eine wo du dich im Gang umziehen musst - was wir alles schon erlebt haben - oder du in irgendwelchen Klitschen spielst, wo die Bühne größer ist als der Zuschauerraum, und solche Sachen, das haben wir alles hinter uns. Wir wollten mal was richtig geiles und professionelles machen und haben gesagt hey, diese Chance lassen wir uns nicht entgehen, wir haben das Ersparte auf dem Konto und nehmen noch etwas Schulden auf und dann machen wir das einfach! Das war eine tolle Erfahrung, keine Frage, nur ob ich im Nachhinein sagen würde, so viel Kohle zu verpulvern für eine Tour die dann wirklich unterm Strich verkaufstechnisch nicht viel bringt ... das würde ich wahrscheinlich nicht mehr machen wollen.

Nat:   Ja, vergangene Touren waren ja u.a. auch schonmal mit Wardog und mit Tom Gattis seit ihr ja auch schonmal zusammen aufgetreten - kennt ihr seine neue Band "Ballistic"? erzählen?

Gerrit:   Finde ich geil, ja! Finde ich echt geil. Finde ich genauso geil wie Wardog und Tension, die fand ich schon geil und ich mag alles, was er macht. Es hat immer so eine gewisse, gleiche Stilrichtung - vielleicht nicht mehr so knackig und progressiv wie die alten Sachen. Aber eigentlich alles neuere wie Wardog und Ballistic - die drei Songs, die ich da bisher gehört habe fand ich also superklasse! Ich hoffe auch, er kriegt wirklich bald irgendwo einen Deal und es kommt wieder eine Platte.

Nat:   Deshalb spreche ich das jetzt auch an, damit das im Gespräch bleibt, denn das Demo ist wirklich so gut, das hat mich schon umgehauen. Ja, ihr gebt ja wahrscheinlich auch ziemlich viele Interviews derzeit?

Gerrit:   Ja, eigentlich täglich kann man sagen (lacht). Immer so nach Geschäft - ich schaffe halt bis sechs, halb sieben, komme dann heim und geb' ein paar Interviews. Dieses Mal ist es zum Glück etwas abwechslungsreicher, wahrscheinlich weil unsere Platte einfach auch nicht so vorhersehbar ist wie die letzten.

Nat:   Ja, sie ist ja stilistisch deutlich breiter gefächert. Wollt ihr da in Zukunft noch weiter gehen?

Gerrit:   Wäre mein Wunsch, ja. Ich kann es natürlich nur bedingt beeinflußen, weil ich halt nur den Gesang und die Texte mache. Insofern kriege ich halt irgendwie die Riffs vor die Nase geschleudert, kann noch ein bißchen am Songaufbau mit rumfeilen, aber so das Grobgerüst steht dann schon irgendwann, wenn wir fünf der Meinung sind, das wäre ein Sacred Steel Song oder könnte einer werden. Ich würde mir ganz arg wünschen, dass die nächsten Songs noch viel abwechslungsreicher, abenteuerlicher - natürlich trotzdem metallischer - und alles noch extremer wird. Ich stehe halt tierisch auf Extreme; ich mag Ultra-Death Metal, also das Langsamste vom Langsamen wie Forevergone [?], ich mag Ultra-Underground-Black Metal einiges, ich mag von Power Metal über ... alle Spielarten eigentlich des Metal mag ich, es gibt aus allen Lieblingsbands von mir. Wer das mal nachlesen will, in der neuen CD ist auf der ersten Seite [vom Inlay natürlich - Anm. d. Verf.] ein Photo von mir und da sind dann so 120 oder so meiner Lieblingsbands aufgelistet und das ist immernoch ein Bruchteil (lacht). Das sind mal so die, die mir so eingefallen sind nach einem gewissen Sieb-Prinzip. Wen das interessiert, der soll sich das wirklich mal durchlesen, das sind also wirklich ganz extreme Sachen wie - was weiss ich - Deep Purple, dann auf der anderen Seite Liege Lord und Deicide; ich stehe auf so viele geile Sachen. Solange es mit Überzeugung gespielt ist und für mich echten Metal darstellt, finde ich es einfach geil. Und ich würde gerne Sacred Steel irgendwann soweit haben, dass wir wirklich auch aus ganz extremen Bereichen noch Einflüsse drin hätten. Einfach auch um es für mich noch abwechslungsreich und erstrebenswert zu machen. Ich will also nicht wie andere Bands - ohne Namen zu nennen - unbedingt zehnmal die gleich Platte abliefern, das muss echt nicht sein. Das braucht keiner und das will ich auch selber nicht, das will ich auch selber nicht hören.

Nat:   Erst kürzlich habe ich gelesen, dass ihr eigentlich schon viel mehr erreicht habt, als ihr euch vorgenommen habt. Aber die Frage, ob ihr trotzdem noch weitermacht erübrigt sich ja eigentlich.

Gerrit:   Naja (lacht), was nimmt man sich immer so vor? Wenn du 'ne Demo-Band bist, dann nimmst du dir irgendwann mal vor - und das kommt dir wie in unglaublicher Ferne vor - dass du vielleicht irgendwann mal einen Plattendeal bekommst. Wir hatten das Glück, dass eben wie gesagt Metal Blade um die Ecke waren und der Chef von Metal Blade uns bei unserem allerallerersten Konzert gesehen hat und uns geil fand. Das Glück hat vielleicht eine von einer Million Bands! Gut, ich möchte nicht sagen, wir hätten es nicht verdient (lacht), wir haben davor lange genug Demos gemacht mit anderen Bands und sonstwas, aber wir haben da einfach Glück gehabt. Und da habe ich damals schon gesagt, wir haben alles erreicht, was wir wollten; wir haben einen Deal mit Metal Blade, wir haben eine gewisse Stammhörerschaft, wir können machen was wir wollen. Wir haben mit unserem zweiten Album wirklich noch jeden Traum getopt, den wir hatten, indem wir mit Bill Metoyer, unserem Wunschproduzenten, aufnehmen konnten, und wir haben eben eine wirklich lupenreine Power Metal Platte gemacht mit "Wargods Of Metal". Nur danach war das dann eigentlich abgehakt und mit der dritten waren wir ein bißchen orientierungslos und wollten das eigentlich nicht unbedingt wiederholen. Da habe ich dann dieses Konzept ausgegraben, es sollte halt einfach eine super dritte Platte werden, aber im Endeffekt haben wir uns da etwas übernommen und waren auch ein bißchen arg im Zeitdruck. Insofern würde ich da schon gerne ein paar Sachen noch ändern im Nachhinein, aber gegessen ist gegessen. Ja, insofern hatten wir alles erreicht und deshalb mussten wir uns auch selber wieder fragen - wir hatten auch ein Bandmeeting dazu - was wir eigentlich wollen, was wir noch machen und erreichen wollen. Da war unser Ziel, nachdem wir ja auch eine Tour gemacht hatten, uns musikalisch wieder mehr zu geben, uns selbst mehr zu fordern und uns da wieder den Spaß herzuholen. Was dann noch jetzt auf der Business-Seite kleben bleibt, davon sehen wir sowieso nix, also wenn Geld rüberkommt, davon sollen Massacre dann ihre Unkosten mit decken und halt auch etwas Gewinn machen, das ist schon ok.

Nat:   Das ist ja auch mal ein ganz interessanter Aspekt, dass die Künstler sich ja auch irgendwoher Motivation holen müssen.

Gerrit:   Aber auf jeden Fall! Ich möchte nicht so enden, wie gesagt, wie andere Bands, die dann so eine gewissen Stammklientel haben, vielleicht auch noch das Pech - sag ich jetzt mal - davon leben zu müssen. Wir sind da alle frei, wir haben alle gute Jobs. Wenn du davon leben musst, dann musst du irgendwann deine Stammklientel befriedigen und hoffen, dass die nicht schrumpft, denen immer geben, wonach sie verlangt. Und du darfst dich auch nicht großartig verändern oder du gehst immer ein finanzielles Risiko damit ein. Das wollen wir wirklich überhaupt nicht, sondern wir wollen autonom bleiben, so gut es geht.

Nat:   Ja, das war es dann soweit erstmal von mir.

Gerrit:   Ja wunderbar, bei mir ist grade das Essen fertig (lacht).

Nat:   (lacht) Möchtest du sonst noch was erzählen? Berühmte letzte Worte oder so?

Gerrit:   Ja, die Leute sollen sich halt irgendwo mal vom Kumpel eine CD von uns ausleihen oder überspielen oder aus dem Internet ziehen, mir is' es ja scheissegal, woher sie es kriegen, aber sie sollen halt bitte probieren, sich ein eigenes Bild von uns zu machen, weil natürlich auch extrem viele Gerüchte rumschwirren grade über so eine kontroverse Band wie uns. Sie sollen sich einfach ihr eigenes Bild machen und nicht jeden Scheiß glauben, der irgendwo erzählt wird.

Nat:   Aha, das ist ja jetzt wieder eine ganz neue Perspektive, dass es u.U. völlig egal ist, ob man sich das Zeug kopiert oder was?

Gerrit:   Das is' mir völlig scheißegal. Ich meine, ich finde es schön, wenn die Leute sich die CD kaufen, einfach weil das natürlich sichert, dass wir wieder eine aufnehmen können, weil wenn wir natürlich keine verkaufen, dürfen wir auch keine Platte mehr machen für Massacre (lacht). Aber prinzipiell ist es mir wurscht, weil ein ECHTER Metal Fan hört sich das Ding vielleicht irgendwie beim Kumpel an oder zieht es sich aus dem Internet, aber kauft sich dann auch das Vinyl oder die CD. So mache ich das selber auch; wenn ich was richtig geil finde, besorg' ich mir das auch auf CD oder LP oder beides!

Nat:   Genau so sehe ich das auch, und da können die großen Bands - ohne Namen zu nennen - auch ruhig behaupten, dass würde sie Szene kaputtmachen, das glaubt ja eh keiner.

Gerrit:   Ja, das ist Quatsch. Für jeden anderen, für Pop oder was unterschreibe ich das blind. Dass die die Einbußen haben, finde ich aber auch in Ordnung, weil das ist eh Scheiße (Gelächter). Aber im Metalbereich wirst du, solange noch Metaller nachwachsen, sowas einfach nicht finden, weil da die Fan- und Band-Nähe einfach viel größer ist.

Nat:   Richtig, und das ist auch gut so[tm]. Dann vielen Dank und einen guten Appetit!

Gerrit:   (lacht) Danke, bis dann!

Stellungnahme von Andreas Reissnauer:

Andreas: der blöde Bastard, dem werde ich gleich eine aufladen...

Nat: Ey, ey, gaaaaanz ruhig! Ich will hier nicht für Unfrieden in eurem Hause [Gerrit arbeitet ebenfalls bei Metal Blade - Anm. d. Verf.] verantwortlich sein! ;-)

Andreas: nix, der wird bluten...

Nat: OK, aber mach Fotos! Die kann ich werbewirksam platzieren und ausserdem brauchen die Jungs dann für's nächste Album keine neuen Promo Shots zu machen! :)

Andreas: gute Idee, die Faust als kräftige linke, in der rechten die Kamera...

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