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Interview mit Kai und Andy von Saxorior

Ein Interview von Krümel vom 19.01.2020 (4839 mal gelesen)
25 Jahre Bandgeschichte und ein tolles neues Album waren Ende des vergangenen Jahres mehr als Grund genug, um die Pagan Metal-Veteranen von SAXORIOR ein wenig auszufragen. Geduldig haben Vokalist (und gleichzeitig Gitarrist) Kai sowie Drummer Andy geantwortet.

Zunächst herzlichen Glückwunsch an euch, denn SAXORIOR feiern dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen!

Kai: Danke! Ja, ein Vierteljahrhundert ist schon 'ne große Sache, aber trotzdem fragt man sich, wo die ganze Zeit geblieben ist. Wir sind jedoch stolz auf unsere ideellen Vermächtnisse und, dass wir ohne kommerziellen Erfolg immer noch Spaß am Musik machen haben und uns nie unterkriegen lassen. imgright

Hättet ihr, als die Band 1994 gegründet wurde, gedacht, dass sie so lange bestehen und aktiv sein würde? b4m-antwort=Andy]Dazu kann ich nicht so viel sagen, da ich damals ja noch nicht dabei war. Aber als ich 2008 eingestiegen bin, bin ich davon ausgegangen, dass die Band keine zwei Jahre mehr existieren wird.

Kai: Als wir die Band gründeten, war eigentlich klar, dass es die ultimative Sache überhaupt ist! Doch zum Zeitpunkt, als Andy und Pommes bei uns einstiegen, war die Band wirklich an einem Tiefpunkt. Dazu kamen noch private Zwistigkeiten zwischen Eschi und mir (wie in einer Ehe eben ... schließlich machen wir seit 1982 zusammen Musik!). Nachdem ich anfing, an den ersten Ideen für "Saksen" zu arbeiten, haben wir uns gesagt, dass wir die Kinderkacke lassen müssen, um unser Lebenswerk weiterzuführen! Von da an ging es (mit neuem Plattenvertrag in Aussicht) wieder bergauf und wir sind seit 2008 in gleicher Besetzung!

Wie habt ihr damals überhaupt zusammengefunden? Wart ihr schon Kumpel, hattet ihr schon mal in anderen Bands gespielt? Was war eure Motivation, gemeinsam Musik - und speziell Pagan/Black Metal - zu machen?

Kai: Nachdem Eschi und ich 1983 die Band TITAN gründeten, 1989 in den "Westen" sind und 1993 wieder in die Heimat zurückkehrten, setzten wir uns wieder zusammen. Wir hoben dann Anfang 1994 mit Uwe Vogt am Bass und anfänglich dem alten TITAN-Schlagzeuger Dirk David SAXORIOR aus der Taufe und wollten einfach "Metal" machen!

Gab es seinerzeit spezielle "Ziele", die ihr euch gesetzt habt? Also zum Beispiel "berühmt werden" oder Ähnliches?

Kai: Ja, klar, man hat große Ziele beziehungsweise Illusionen ... ein eigenes Album, Tourneen mit "berühmten" Bands, die ganzen Klischees eben ... aber irgendwann kam mehr und mehr die Ernüchterung! Doch wir sind immer noch mit Herzblut dabei und geben nicht auf (auch wenn es nicht immer einfach ist).

Seid ihr mit dem bisherigen Werdegang denn zufrieden oder gab es Zeiten, in denen die Band mal "auf der Kippe" stand?

Andy: Wie schon angedeutet, war es nicht immer ganz einfach. Es gab Jahre, in denen nichts vorwärts ging und das Verhältnis untereinander war auch nicht immer das beste. Bei fünf so verschiedenen Charakteren ist es nicht immer einfach, diplomatisch zu bleiben. Andererseits wäre eine Band, die nur aus Langweilern besteht, eben langweilig.

Seit dem letzten Album "Saksen" (2015) sind doch einige - um genauer zu sein vier - Jahre vergangen. Was ist in der Zwischenzeit geschehen bei euch? Ich habe gelesen, dass sich die Aufnahmen für die neue Scheibe "Hem" etwas verzögert haben. Was war der Grund dafür?

Andy: Vier Jahre sind doch nicht viel. Niemand braucht eine Band, die jedes Jahr ein neues gesichtsloses Album rausbringt, welches im Prinzip nur ein Klon vom Vorgänger ist. Wir machen lieber Sachen von Bestand. Die Zeit, in der wir pro Auftritt von jeder Platte mindestens ein Lied spielen können, ist eh schon lange vorbei. Ein Album ist fertig, wenn es fertig ist ... Fertig!

Wer ist bei euch überhaupt für das Songwriting, die Texte et cetera verantwortlich? Habt ihr einen kreativen Kopf oder ist alles ein Gemeinschaftswerk?

Andy: Kai hat zumindest bei den letzten Veröffentlichungen den Großteil der Lieder geschrieben. Der Rest steuert sporadisch immer mal einen Text oder eine Melodie hinzu. Ich versuche dann, das Ganze mit meiner Rumpelbude in Form zu bringen. Gemeinschaftsarbeit funktioniert bei uns, was das angeht, irgendwie nicht.

Die Reviews und Reaktionen zu "Hem" sind ja durchweg sehr positiv. Das freut euch sicherlich, habt ihr in der Form damit gerechnet?

Andy: Das "durchweg" kannst du mittlerweile streichen. Es ist ja klar, dass unsere Musik nicht jedem gefallen kann. Das würde ja bedeuten, dass wir eine Band sind, die niemandem wehtut. Das ist definitiv das Letzte, was ich will. Aber ich bin, ehrlich gesagt, davon ausgegangen, dass es zumindest keinen Komplettverriss geben wird, dass wir zumindest ein paar Achtungspunkte bei jedem Verächter unserer Musik abkassieren können. So kann man sich irren. Du hast aber Recht, die meisten Kritiken sind positiv und das freut uns natürlich. Man sollte die Scheibe ja schon ein paarmal durchhören, um sie zu verstehen. Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Um so mehr freut es uns, dass es doch einige gibt, die sich die Zeit nehmen.

Ich finde, ihr habt euch mit den beiden letzten Werken im Vergleich zum 2007er Album "Völkerschlacht" echt nach vorne entwickelt. Seht ihr das genauso? Was ist eurer Meinung nach der größte Unterschied zu euren früheren Scheiben?

Kai: Es hat sich stets alles weiter entwickelt, allein schon soundtechnisch, die allgemeine musikalische Reife und Erfahrung. Doch der größte Unterschied ist der 2008er Besetzungswechsel, mit dem wir endlich passende Musiker fanden und natürlich die positive Energie, die wir zusammen bis heute entfalten!

Seid ihr denn selbst vollkommen zufrieden mit dem Ergebnis oder gibt es etwas im Nachhinein, das ihr hättet besser/anders machen können?

Andy: Es gibt immer Dinge, die einem im Nachhinein auffallen. Die werde ich jetzt aber bestimmt nicht nennen, sonst hört jeder, der das jetzt liest, an jenen Stellen nichts anderes mehr. Meist sind das aber Kleinigkeiten, die live leicht anders gespielt einfach besser funktionieren.

Hast du/habt ihr einen Lieblingssong auf dem Album? Welcher und warum?

Andy: Nein, ich betrachte "Hem" als Ganzes. Außerdem liebt ein Vater alle seine Kinder.

Gibt es im Gegensatz dazu auch ein Stück, das ihr jetzt so nachträglich nicht mehr hören könnt?

Andy: Auch diese Frage muss ich verneinen. Aber es gab schon Songs, die ich vorübergehend leid war, live zu spielen.

Ihr hattet ja vor der Veröffentlichung das ganze Jahr über einige Auftritte, aber nur wenige danach. Sind denn für das Jahr 2020 weitere Live- oder Touraktivitäten geplant, um "Hem" noch etwas mehr zu promoten?

Andy: Definitiv! Falls uns jemand haben möchte ... noch ist ein wenig Platz in unserem Kalender. Aber es werden weniger weiße Flecken. Wer diesbezüglich up to date sein will, sollte uns am besten auf unserer Internetseite oder Facebook stalken.

Ich selbst hab' SAXORIOR noch nicht live gesehen: Wie setzt ihr die Musik auf der Bühne um?

Andy: Genau so wie wir sie eingespielt haben. Einzig auf die Gastbeiträge und Effekthaschereien wie Mandoline müssen wir verzichten. Macht aber nichts, live und Studioproduktionen unterscheiden sich nun einmal. imgleft

Seid ihr eigentlich (auch nach eurer jahrelangen Live-Erfahrung) vor einem Auftritt immer noch nervös? Was tut ihr gegebenenfalls dagegen?

Andy: Früher war ich nie nervös. Das hat sich aber geändert. Speziell wenn wir nur kurze Umbaupausen und keine richtige Zeit für einen Soundcheck haben. Wenn ich nichts richtig höre oder wir minderwertige Technik auf der Bühne stehen haben, ist für mich der letzte Schlag das beste vom ganzen Gig. Ansonsten ist es eher eine Art freudige Aufregung.

Könnt ihr euch vorstellen, auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren (oder sogar noch länger) weiterhin gemeinsam Musik zu machen, Alben zu veröffentlichen und zu touren?

Andy: So lange, bis der Erste umfällt! Ich werde es nicht sein!

Traditionell gehören die letzten Worte den Musikern. Du kannst beziehungsweise ihr könnt jetzt all das loswerden, was Du beziehungsweise ihr schon immer sagen wollte(s)t ...

Kai: Natürlich danken wir euch für das Interview. Auch hoffen wir, dass wir neugierig gemacht haben, unsere Konzerte zu besuchen. Wir werden ein Bier auf euch trinken ... Seid gegrüßt und "Keep on Metal!"

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