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Interview mit Peavy von Rage

Ein Interview von Eddieson vom 13.01.2020 (4951 mal gelesen)
Was lange währt ... Kurz vor Weihnachten nahm sich RAGE-Kopf Peavy Zeit für Interviews. Manchmal braucht es eben seine Zeit, doch nun habt ihr die Möglichkeit zu lesen, was Peavy zu dem neuen Album und anderen Themen zu sagen hat.

Hallo, Peavy! Weihnachtsstress, Promostress, dazwischen noch ein paar Shows, dann Tourvorbereitungen. Die Tage scheinen voll für dich zu werden.

Peavy: Hallo, ja, so muss es sein, so wollten wir es ja.

Mit „Wings Of Rage“ steht nun Album 24 in den Startlöchern. Glückwunsch zu einem starken Album und dazu, dass ihr wohl die deutsche Heavy-Metal-Band mit den meisten Veröffentlichungen seid. Und da sind EPs und Livealben noch gar nicht mit dabei.

Peavy: Und ich zähl das LMO-Album noch dazu, dann wären es 25, das REFUGE-Album könnte man auch noch ... ach was, das wird langsam unübersichtlich. [lacht] Aber danke, mit der WOR sind wir alle mega happy.

In meinen Ohren deckt das neue Album einen großen Teil der musikalischen Historie von RAGE ab. Es gibt zum Beispiel mit 'Tomorrow' eine schöne oldschoolige und schnelle Nummer, dann mit 'A Nameless Grave' einen symphonischer Song und 'Shine A Light' ist eine grandiose Ballade. Zufall? Oder wolltet ihr euch durch eure Schaffensphase spielen? imgright

Peavy: Ja, das war genau der Plan, wir wollten alle Stilelemente, die RAGE jemals in all den Jahren entwickelt hat, in einer homogenen Mischung auf dem Album kombinieren. Ich denke, das ist uns gelungen. Wie eine "Best-of" mit neuen Songs.

"Wings Of Rage" ist das dritte Album in der neuen Konstellation. Und die Songs klingen immer noch frisch und aus einem Guss. Es scheint also, als hätte sich der Spaß nicht gelegt und ihr drei macht das alles immer noch aus Liebe zur Musik/Band und nicht, weil es ein Job ist. Oder sehe ich das falsch?

Peavy: Absolut richtig! Wir sind seit langem befreundet und wir lieben schon immer diese Musik und diese Band. Es ist uns große Freude und Ehre, das zusammen machen zu können und wir werden immer besser damit.

Du behandelst in deinen Texten auch viele sozialkritische Themen. So auch in den neuen Songs, zum Beispiel 'Let Them Rest In Peace' oder 'A Nameless Grave'. Es gibt natürlich jede Menge Probleme in der Gesellschaft, aber was denkst du, sind die größten Probleme, die es in der heutigen Gesellschaft gibt?

Peavy: Das größte Problem der Menschheit ist sicherlich die Überbevölkerung, die explosionsartige Vermehrung unserer Art, die nicht aufhaltbar ist. Damit werden wir den gesamten Planeten überrennen und letztlich zerstören, da können wir machen, was wir wollen. Alle anderen Probleme, die wir so hysterisch diskutieren, sind nur Folgeerscheinungen dieses "Über"-Problems. In meinen Texten geht’s oft um Außenseiter, um Verlierer, die in unserem System keine Lobby haben. Ich versuche, ihnen eine Stimme zu geben.

In einem anderen Interview hast du gesagt, dass ihr nicht das Anliegen habt, die Fans mit "Wings Of Rage" zu überraschen. Was natürlich völlig legitim ist. Aber wenn du mal auf die Idee kommen würdest und einen kompletten Stilwechsel durchziehen möchtest (ähnlich wie OPETH zum Beispiel), wie würde das aussehen?

Peavy: Mit RAGE würde ich sowas nicht machen wollen. Dann doch lieber eine neue Band. Aber mit REFUGE hab ich das ja schon. Sollten wir in Zukunft mal wieder was machen, könnte ich mir schon was Erdigeres vorstellen, zur Zeit konzentriere ich mich aber zu 100% auf RAGE.

Wann und von welcher Band bist du das letzte Mal völlig überrascht worden?

Peavy: Von DEEP PURPLE mit ihrem "So What?"-Album, das hätte ich nicht mehr erwartet.

Du bist seit 35 Jahren mit RAGE unterwegs und mit anderen Bands als Musiker noch viel länger im Metalzirkus. Natürlich hat sich in der Zeit viel verändert, sowohl positiv, als auch negativ. Wenn du die Chance hättest an der deutschen Metalszene etwas zu ändern, was wäre das?

Peavy: Die deutsche Szene ist ja völlig in die internationale eingebunden. Ich würde mir generell von der Musikwelt wünschen, dass man der Musik wieder mehr Wertschätzung entgegen bringt. Musik kann es nicht zum Nulltarif geben, das ist aber eher ein strukturelles Problem der Musikindustrie. Von den Fans würde ich mir wünschen, dass sie wieder mehr qualitativ hochwertigere Bands unterstützen. Es gibt zu viele Leute, die Metal mit Ballermann, Kirmes, Schlager verwechseln, es geht oft mehr um optische Konzepte als um Musik, da fehlt dann oft die Originalität und die Qualität.

Nach vielen Jahren habe ich nun endlich die "Black In Mind" auf Vinyl. Für mich ist es ein ganz besonderes Album, weil es zu einer für mich total aufregenden Zeit erschienen ist. Anfang/Mitte der Neunziger kam ich zum Metal und es gab ganz viel zu entdecken und zu lernen, unter anderem halt auch RAGE. Was bedeutet dir das Album heute, knapp 25 Jahre nach der Veröffentlichung?

Peavy: Das ist eines unserer wichtigsten Alben, wir orientieren uns heute sehr daran und binden auch stets etliche Songs davon in unsere Live Sets.

Laut Setlist.fm-Statistik habt ihr in der dortigen Liste 'Don't Fear The Winter' 276 mal gespielt (in der Realität wohl wesentlich öfter), 'Higher Than The Sky' 263 mal und so weiter. Meinen persönlichen RAGE-Lieblingssong 'Alive But Dead' aber nur 58 mal. Siehst du da irgendwo einen Änderungsbedarf?

Peavy: Den Song haben wir auch bereits mehrfach in den Live Sets der letzten Jahre gehabt, er wird auch nicht verschwinden.

Wann und wie geht es mit REFUGE weiter?

Peavy: Wie ich schon sagte, in den nächsten zwei Jahren konzentrieren wir uns auf RAGE. REFUGE liegt etwas auf Eis, vielleicht treten wir hier und da mal auf 'nem Festival auf, wir wollen aber weiterhin zusammen musizieren.

Peavy, vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir ein paar schöne Feiertage und natürlich viel Erfolg für das neue Album. Die letzten Worte gehören dir.

Peavy: Ich bedanke mich bei allen RAGEheads für ihre Unterstützung und freue mich schon alle bei unseren Live Shows zu treffen! Cheerz, Peavy.

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