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Interview mit Raimund von Nailed To Obscurity

Ein Interview von Eddieson vom 25.01.2019 (2140 mal gelesen)
NAILED TO OBSCURITY sind gerade mit JINJER, SOILWORK und AMORPIS unterwegs. Sänger Raimund nahm sich freundlicherweise trotzdem kurz Zeit, um mir einige Fragen bzgl. Tour, Band und Album zu beantworten.

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Hey! Wie geht’s euch?

Raimund: Uns geht es sehr gut. "Black Frost" wurde extrem positiv von unseren Fans und der Presse aufgenommen. Außerdem spielen wir gerade als Teil eines extrem starken Pakets und können dadurch als Band sehr viele neue Leute erreichen.

Ihr seid ja zurzeit auf Tour mit AMORPHIS, SOILWORK und JINJER. Wie läuft die Tour und wie ist die Stimmung zwischen den Bands?

Raimund: Es ist wirklich spannend für uns. Wir haben uns vorab viele Gedanken über unsere Show, unser Set und unsere Performance gemacht, und es ist ein angenehmes Gefühl nun zu sehen, wie die Leute an jedem Abend reagieren. Es läuft wirklich großartig. Mit jedem Tag nähern sich die Bands mehr an und es sind ausnahmslos sympathische und offene Menschen. Es ist immer wieder schön festzustellen, wenn Bands, die man selbst sehr mag, auch hinter der Bühne umgänglich und angenehm ist.

Ist das eure erste wirklich große Tour?

Raimund: Es ist zumindest unsere größte Tour bisher. Wir haben vor zwei Jahren bereits für drei Wochen eine Europatour mit DARK TRANQUILLITY gespielt, die für uns als Startschuss ins Tourleben nicht besser hätte sein können. Außerdem haben wir danach noch durch Deutschland und Österreich mit THULCANDRA getourt. Aber in dieser Größenordnung (auch was die Locations angeht) und über einen solch großen Zeitraum haben wir bisher noch nicht gespielt. Es ist wirklich eine coole Erfahrung. Die ersten zwei Wochen sind gerade um, und es liegt noch ein weiter und spannender Weg vor uns.

Wie habt ihr euch auf diese Tour vorbereitet?

Raimund: Wir haben selbstverständlich das Set mehrfach, auch in simulierten Live-Situationen geprobt (aber längst nicht so oft, wie man es vielleicht noch hätte machen können) [lacht]. Ole, Jann und unser Licht-Techniker Lutz haben an der Live-Show gearbeitet. Mit Unterstützung unseres Sound-Engineers Heiko haben wir unser Equipment "handlicher" gemacht, was Cases, etc. angeht und vieles mehr. Ich für meinen Teil habe so oft wie nur möglich die Songs geprobt, um auch den Spagat zwischen Clean- und Growl-Gesang souveräner zu meistern, neben den zahlreichen Interview-Terminen, etc. Es war eine spannende Zeit vor dem Album-Release.

Vor einiger Zeit habt euer viertes Album "Black Frost" veröffentlicht. Wie sind die Reaktionen auf das Album ausgefallen?

Raimund: Die Reaktionen waren wirklich überwältigend positiv. Wir waren selbstverständlich von unserem Material überzeugt, aber schlussendlich ist das nie ein Garant dafür, dass das Außenstehende auch so sehen. Wir selbst könnten wirklich nicht zufriedener sein. Und das ist auch das, was aktuell auf der Tour an uns herangetragen wird. imgright

Auf eurer Homepage steht in dicken Buchstaben "It's impossible to simply call it Death Metal". Was genau meint ihr damit?

Raimund: Wir kennen unsere Wurzeln und wissen, woher wir kommen. Melodischer Death Metal ist nach wie vor die Basis bzw. eine wichtige Zutat für das, was wir machen. Aber wir denken mittlerweile nicht mehr in Genregrenzen, scheuen uns nicht vor progressiven Strukturen, Black-Metal-Einflüssen, Gothic-esquen Stimmungen oder auch Post Metal-Atmosphäre. Wir erlauben uns prinzipiell alles, was den Song, an dem wir arbeiten voranbringen kann.

"Black Frost" wurde über Nuclear Blast veröffentlicht. Wie kam es zu dem Deal mit den Donzdorfern?

Raimund: Man muss hier im Vorfeld sagen, dass wir mit "King Delusion" enorm zufrieden waren. Wir dachten aber auch, dass es den Startschuss markieren könnte, für unseren nächsten großen Schritt als Band. Unser Label-Ansprechpartner bei Apostasy Records Tomasz Wisniewski kam dann eines Tages auf uns zu, und bestätigte uns darin. Er fragte uns, ob er als Manager für uns nach einem passenden neuen Label suchen sollte. Wir waren sofort einverstanden und plötzlich lag vor uns ein Angebot von Nuclear Blast. Das war schon etwas unwirklich, aber die Entscheidung war natürlich ein No-Brainer. Wir waren auch während unserer Zeit im Studio dort, und alle Blast-Mitarbeiter zeigten sich enorm kooperativ und man merkte, dass dort wirklich passionierte Leute arbeiten. Wir sind da praktisch gerade noch im Verarbeitungsprozess, dass wir nun bei einem derart großen Label sind.

Das Cover des neuen Albums ist extrem schick geworden. Was wollt ihr mit dem Cover ausdrücken und gibt es eine Verbindung zwischen dem Cover und euren Texten?

Raimund: Für das Cover (und auch alle weiteren Designs im Layout) zeichnet sich wieder Santiago Caruso verantwortlich, der auch bereits das Artwork für "King Delusion" gestaltet hat. Wir haben ihm während des Songwriting-Prozesses frühe Stadien der Instrumentale gesendet und die Texte bzw. die Ideen dahinter. Außerdem habe ich ihm meine Idee hinter dem Titel "Black Frost" erklärt. Davon hat er sich dann inspirieren lassen, und sendete uns das Artwork. Die Idee basiert auf dem Begriff "Schwarzer Frost" in der Schifffahrt. Wenn ein unterkühltes Schiff durch Feuchtigkeit in Form von Regen oder Nebel manövriert, entsteht schwarzer Frost an den Schiffsaufbauten, wie z. B. den Masten. Das daraus entstehende Eis ist in der Lage das Schiff zum Kentern zu bringen. Auf diese Weise kentern eben auch Menschen, die ihren Seelenballast so lange unterdrücken, bis sich derart viel aufgestaut hat, dass diese Bürde ihre Seele belastet. Santiago hat diese Idee noch durch eine sozialkritische Komponente erweitert. In seiner Interpretation attackiert "Black Frost" ausschließlich Menschen. Flora und Fauna bleiben davon unberührt. Es gibt also eine sehr enge Verbindung zwischen dem Artwork und den Texten.

Mangels Zeit musstet ihr euch wahrscheinlich auf das aktuelle Album und die "King Delusion" beschränken bei der Zusammenstellung der Setlist. Wonach habt ihr ausgewählt, welche Songs ihr spielen wollt?

Raimund: Leider ist es so, wie du gesagt hast. Dadurch, dass unsere Songs recht lang sind, passen in unser aktuelles Set entsprechend wenige. Aber wir wollen vor allem ein Set so aufsetzen, dass es eine gute Atmosphäre aufbaut. Die Zusammenstellung ist im Prinzip wie bei einem Album, nur das man entsprechend nicht ausschließlich mit den neuen Songs arbeitet, sondern einen guten Querschnitt schaffen möchte. Hier ist unser Bassist Carsten eine Koryphäe. Er ist auch derjenige, der Vorschläge für die Anordnung der Songs auf unseren Alben macht, und damit sofort ins Schwarze trifft.

Wäre das was für euch, von der Musik zu leben? Ständig auf Tour zu sein, immer den "Druck" eines neuen Albums spüren zu müssen, aber auch das Hobby zum Beruf zu machen, davon leben zu können?

Raimund: Natürlich ist das für uns ein Traum. Den Druck machen wir uns schlussendlich selbst, aber der ist bisher auch immer sehr produktiv gewesen. Es ist vielleicht sogar gerade deshalb ein so besonderes Gefühl, wenn man ein Album fertig gestellt hat, oder man die Songs endlich auf die Bühne bringen kann. Ob es jemals möglich sein wird, davon zu leben, steht auf einem anderen Blatt, aber der Wunsch ist da! imgleft

Ihr kommt ja aus Esens, einer schönen und kleinen Stadt direkt an der deutschen Nordseeküste (ich war selbst schon öfter dort). Was vermisst man dort am meisten, wenn man auf einer längeren Tour unterwegs ist?

Raimund: Der Fairness halber muss man sagen, dass die Band zwar dort gegründet wurde, und auch unser Proberaum noch dort ist, wir aber alle nicht (mehr) dort leben. Wir leben alle recht verstreut. Das geht von Schleswig-Holstein über Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen. Aber wir vermissen natürlich unsere Freundinnen, unsere Familien und Freunde. Es ist schon ein großer Verzicht, aber man wird auch an jedem Abend von einem tollen Publikum belohnt. Wir wissen sehr um den Support von Zuhause!

Das Jahr hat gerade erst angefangen mit dem Release plus einer Tour mit AMORPHIS und SOILWORK legt ihr schon mal einen Traumstart hin. Was plant ihr noch für dieses Jahr?

Raimund: Wir sind an einer Menge Shows dran, aber bisher dürfen wir nur über das reden, was du bereits bei uns auf unserer Homepage unter "Tour Dates" findest. ;) Wir möchten so viele Shows wie möglich mit "Black Frost" im Gepäck spielen. Das ist der Plan.

Jungs, ich danke euch für das Interview. Viel Erfolg für den Rest der Tour und natürlich für das Album. Die letzten Worte gehören euch.

Raimund: Wir danken dir für deine Zeit. Den Spaß auf der Tour werden wir bestimmt haben. Für alle anderen gilt: Hört euch "Black Frost" an und sagt uns eure Meinung. Wir freuen uns über jedes Feedback und hoffen, dass wir so viele Fans wie möglich auf der kommenden Tour sehen werden. Bis bald!

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