Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Wacken Open Air 2008

Hier geht's zur Bildgallerie!
Take off: 31.07.2008 - Review (4900 mal gelesen)

Ein Bericht von Lestat und Odin mit freundlicher Unterstützung durch Simon "Putziger Freund" Kappeller

Mehr denn je machte das diesjhährige Wacken Open Air im Vorfeld den Eindruck eines Festivals zum Selbstzweck. Für viele ist es das schon lange, aber beim Blick auf das Billing kam 2008 nicht die maximale Freude auf, die durch eine Unmenge an Highlights hervorgerufen wird. Der Reiz lag dieses Mal mehr im Event an sich und man kommt eben aus Gewohnheit nach Wacken. Schön ist es ja so oder so immer irgendwie.

Die viel beschworene familiäre Stimmung wurde in den letzten Jahren nur durch die treuen Metalheads aufrechterhalten, die Veranstalter stecken schon längst zu tief im Kommerz für jegliche Rückbesinnung - und mögen sie noch so oft die legendären Anfänge mit 300 Leuten in der Kuhle auf dem Acker beschwören, das ist einfach längst Vergangenheit.

Um so erfreuter war Odin dann, als er feststellte, dass ein Aushängeschild des Kommerzes, das er jährlich wieder bemängelte, endlich zurückgefahren wurde: Die allgegenwärtigen Kameras waren nicht mehr so lästig wie in der Vergangenheit. Es gab sie in keinesfalls kleinerer Anzahl, aber die Seilbahn-Cam zwischen FOH-Tower und Bühnen, ein Kran und die auf der Bühne rumrennenden Kameramänner wurden eingespart. Es gab einen zentralen Kamerakran zwischen Black und True Metal Stage und die Schienen-Kameras vor den Bühnen sowie Kameras auf FOH-Höhe. So war die Produktion viel erträglicher, danke!

A propos Front-of-House: Davon gab es dieses Jahr erstmalig nur ein gemeinsames für die beiden großen Bühnen, das folglich mittig zwischen diesen stand. Vor den Bühnenmitten standen jeweils Rollstuhlfahrer-Bühnen und Licht-Türme. Das tat der Übersicht und den Rollifahrern gut, gute Idee!

Aber der Reihe nach. Rom, London, Paris - Ankunft Donnerstag, 31.07.2008, Wacken. Gluthitze. Die Frisur? Wen interessiert die Frisur?! Richtig - niemanden! Erstmal erfrischen. *floppfloppflopp*

Tag 1:

Traditionell ist in Wacken am ersten Tag nicht so viel los. Das änderte sich ein wenig dieses Jahr - schließlich spielte der Headliner des Festivals schon an diesem Abend.

Als erstes legten GIRLSCHOOL und MUSTASCH vor, danach enterten LAUREN HARRIS und NASHVILLE PUSSY die Bretter. Also jede Menge Pussypower, um ein wenig in die richtige Stimmung zu kommen und das schöne Wetter zu genießen.

LAUREN HARRIS
Erstere ist, wie der Name vermuten lässt, nicht nur die Tochter des MAIDEN-Bassers, sondern wahrscheinlich auch nur deshalb auf diesen Running-Order-Platz gekommen. Mag sie ihre musikalischen (wie optischen) Qualitäten haben; aber auf der Bühne macht sie dann doch keinen so guten bzw. schweren Eindruck, sondern kommt eher wie ein Teenie rüber, obwohl sie doch schon stolze 23 ist (ähem). Demenstprechend war das Publikum, wenn überhaupt, eher optisch an einer der wenigen gutaussehenden Engländerinnen interessiert. Zitat Odin: Die muss noch ein wenig auf die Weide.

NASHVILLE PUSSY
Die letzteren stahlen dem Harris-Zögling ein wenig die Show. Es kam einfach wesentlich mehr Dampf rüber, die Mädels (und Jungs) hatten irgendwo ein wenig mehr zu bieten und machten einfach nicht ganz so den Eindruck, am falschen Ort zu sein. Im Gegenteil: Die musikalische Kunstfertigkeit war jetzt nicht so der überragende Hammer, aber es groovte und rotzte. Eine Paarung der Gegensätze also: Gegen Easy-Rock und unverbrauchte Jugend der gelebte Rock'n'Roll der vier Amis. Insgesamt lässt sich sagen, dass zu diesem frühen Zeitpunk schon erstaunlich viele Metalheads anwesend waren.
Odin: Die Pussies aus Nashville rockten in der Tat deutlich unterhaltsamer, Nacken wie Beine wurden angesprochen und wohliges Grinsen breitete sich aus. Nebenbei trafen wir Ferdy Doernberg im Publikum, der Keyboarder Steel-Guitar-Hero (u.a. AXEL RUDI PELL, ROUGH SILK) war mit HOLY MOSES nach Wacken gereist und gönnte sich ebenfalls etwas räudigen Rock'n'Roll.

Bevor es zu IRON MAIDEN kommen sollte, gaben sich noch einige andere Bands wie LEAVES EYES, AIRBOURNE oder AVENGEND SEVENFOLD die Ehre. Die letzteren beiden lieferten allerdings eine solide Show ab, die das Publikum allmählich in Stimmung für das Grande Finale brachte. Der Sound war bis dato (mit Ausnahme AIRBOURNE: einfach zu laut für die Anlage) bei allen Bands so weit recht gut.
Odin: AIRBOURNE hatten ordentlich Vorschuss-Lorbeeren geerntet, rockten prinzipiell auch nett, aber der durch zu hohe Lautstärke versaute Sound war noch im Biergarten leider eher nervig. AVENGED SEVENFOLD waren mir insgesamt neu, überraschten mich aber überaus positiv. Auch der optische Eindruck trügt, denn es kam ganz un-corige Mukke von der Black Stage, richtig nett.

Wer sich die harte Mucke für später aufsparen wollte, der konnte im Biergarten den FIREFIGHTERS bei ein, zwei, drei, ... vielleicht zu vielen Bieren die (partielle) Aufmerksamkeit schenken. Die machten auch dieses Jahr wieder eine Mordsgaudi und gehören mit vielfachen Sets mittlerweile als fester Bestandteil zum Festival. Blasmusik ist einfach Krieg!

IRON MAIDEN
Großer Showdown. Und eins Vorweg: selbst wenn Wacken am Donnerstag schon wieder aus gewesen wäre: es hätte sich dennoch gelohnt. Klar, Bruce war vielleicht ein wenig zu leise, der gute Nico vielleicht ein wenig zu laut. Aber scheiß drauf. Dafür legte sich Bruce mit dem nervigen Kamerakran an und brachte ihn mit den Worten "Stop it you fucking fuck!" dazu, seine Arbeit einzustellen.
Odin: Bruce hat sich mit dieser Aktion definitiv in mein Herz - man verzeiche mir die Wortwahl - ge-fuck-t. Zahlreiche "fucks" in Richtung des Krans und die ausdrückliche Weigerung nach dem ersten Song weiterzuspielen, falls dieser nicht für den Rest des Abends in seiner Ruhestellung außer Sicht verharren sollte, verfehlten ihre Wirkung nicht. Ja, genau! Wir sind hier für ein Metal-Konzert, nicht um einen beschissenen Kran anzuschauen! Danke, Bruce!

Zur Show lässt sich sagen, dass sie einfach nur geil war. Dazu hat sicherlich die "Powerslave"-Bühnenkulisse beigetragen, die ständig wechselnden Backdrops, die von Bruce wechselnden Überzüge und Mäntel, Eddi in mehreren Variationen, oder einfach nur die Songauswahl. Schon zu Beginn sagte unser Meisterpilot, dass Lieder gespielt werden, zu deren Zeit sehr viele noch nichtmal geboren gewesen seien. Und er hatte Recht. Das Publikum wurde mit einem Klassiker nach dem anderen überzogen: 'Aces High', 'Powerslave', 'Fear of the dark', 'Number of the beast' - und so weiter und so fort. Und es wurden echte Liveraritäten ausgepackt: 'The clairvoyant', 'Rime of the ancient mariner', 'Revelations' - so was gibt es von den Briten sonst selten zu höhren.

Damit konnten sie nicht nur mich (Lestat), sondern auch die anderen Zigtausend Metalheads begeistern. Laut Veranstalter waren es 65.000 - laut Polizeiangaben angeblich bis zu 130.000. Welche Zahl nun näher dran ist, bleibt die Frage. Das Publikum stand so oder so bis zu den Eingängen - und darüber hinaus.

Tag 2

Irgendwie war das mit dem in die Gänge kommen am Tag zwei so eine Sache, nachdem die letzte Nacht doch etwas länger wurde. Könnte auch daran liegen, dass man ohne Probleme eine Stunde auf den Campgrounds unterwegs sein kann, um von A nach B zu kommen. Und eine Sonnenbrille stand dem armen Redakteur auch schon nach dem ersten Tag keine mehr zur Verfügung. Na dann eben doch in den Garten.
Odin: Eine Zusammenfassung vorab: Das meistgehörte Instrument auf Wacken war besonders am Freitag die Bassdrum. Aber nicht etwa der vielen und schnellen Double-Bass-Attacken wegen, sondern weil der eine oder andere Sound Engineer seinen Beruf verfehlt zu haben schien; die sollten eigentlich Masseure werden. Vielleicht waren auch eingeschlafene Ohren beteiligt, man weiß es nicht...
Ein Kompliment darf man allerdings der Organisation machen, denn zumindest was die beiden Hauptbühnen und unsere sporadischen Checks auf den Nebenbühnen angeht war der Ablauf absolut glatt und planmäßig. Einzig bitterer Beigeschmack war die stete Werbung auf den drei (!) Videowalls an den beiden großen Bühnen zwischen den Sets.

CYNIC
Los ging es zwar offiziell schon viel früher, aber das verspulte Quartett soll dennoch hier den Anfang machen. Von den Jungs hatte ich bis dato noch nichts gehört. Und ob ich was verpasst habe - das kann ich erst beurteilen, wenn ich mir von der Combo nochmal eine richtige Platte zu gemüte geführt habe. Alles in Allem waren die Songs aber viel zu sperrig, vertrackt und technisch anspruchsvoll, um auf Wacken um ein Uhr wirken zu können. Math-sonstwas muss so kurz nach dem Aufstehen einfach nicht sein. Und wenn dann die Band auch nicht das Maul aufbekommt, dann hält die Unterhaltung sich in Grenzen.

JOB FOR A COWBOY
Viel mehr für den frühen Metaltag war hier zu finden: Ordentlich rums auf die Ohren, relativ viel Publikum, erste Walls of Death, Circlepits und gute Stimmung - was will das Metallerherz mehr. Leider bahnte sich ein Problem an, dass im weiteren Tagesverlauf noch richtig nervig werden sollte: Die Tendenz zu mehr Bass als sonstwas. Noch ging es, aber zu viel war es dennoch.

ENSIFERUM
Man merkte, dass der Viking-Metal in den vergangen Jahren einen kleinen Hype erfahren hat. Die Leute standen schon um 15 Uhr bis hinter die ersten Getränkestände dicht gedrängt. Eine Mordskulisse also für eine Band, die in meinen Augen noch immer mit dem Verlust ihres Masterminds zu kämpfen hat. Die Songauswahl war durchwachsen, mal was neues, mal was altes, hin und wieder was ruhiges. Die Stimmtung erreichte aber erste Höhepunkte, der Sound war noch gut.

KAMELOT
"Kamelot!", "Kamelot!", "Nein, nur eine Attrappe!" - jeder halbwegs gebildete weiß, aus welchem Film dieses Zitat stammt. Hier handelte es sich zwar um das Original, zu erkennen war das allerdings nur am tuffigen Auftreten von Roy Khan. Der Sound war unter aller Kanone, wenn man Glück hatte hörte man neben der Double-Bass wenigstens noch den Sänger. Neben Werken von der aktuellen Scheibe "Ghost Opera" gab es noch ältere Stücke wie 'Millenium'. Letzteres konnte aber nur dank der Ansage erahnt werden. Schade.

Schon vor KAMELOT hatte es den ersten richtigen Regen des Festivals gegeben, weswegen die Moshpits bei SOILWORK dann eher zu Schlammcatchen ausarteten - mit Frauen. Spaß also garantiert.

SONATA ARCTICA
Ansonsten ging es weiter mit Bassdrum. Ah, ne, es waren doch Bands. Hier zunächst SONATA ARCTICA. Viel zu sagen gibt es ansonsten zu denn Finnen nicht. Die Songauswahl ging querbeet durch die Geschichte der Band. Nachdem sich der Platz nach ENSIFERUM geleert hatte, füllte sich das Gelände allmählich wieder. Odin: Jaja, wir füllten uns auch langsam. SONATA ARCTICA hatten besonders am Sound zu leiden, wie ich fand. Ziemlich schade, so konnten die Songs nicht ganz so gut wirken, aber gegenüber KAMELOT auf jeden Fall eine ordentliche Steigerung.

OPETH
Auch von OPETH war wieder vor Allem nur ein Instrument zu hören. Auch wenn es nicht so schlimm war wie bei KAMELOT, hat es doch den Spaß genommen. Zum Glück gab es auch schöne Metalheadinnen, die von dem Dilemma ein wenig ablenken konnten. Und der schöne trockene Humor von Mastermind Mikael. Angeblich war der Sound weiter vorne besser. Wie dem auch sei - es gab schon besseres. Odin: Die Monty-Python-Style Ansagen waren wirklich sehr unterhaltsam, den Rest musste man sich leider zum Bass dazu denken.

CHILDREN OF BODOM
Yeah. Hell Fucking Yeah! Nach ein paar Bier, inzwischen wieder besser werdendem Sound und viel Spaß mit der Knipse war der Ring frei für Alexi und Co. Gottseidank viel altes Material, viel von der "Hatecrew"-Platte, durchaus auch Ausflüge zu "Hatebreeder" und "Follow the reaper". Und als Zugabe gabs dann noch angespielte Cover von 'Under my Umbrella' und 'Jump' - welche vom Publikum auch frenetisch abgefeiert wurden. So liebe ich die Kinder des Sees Bodom. Es gibt sogar Stimmen, die hier ihren Besten BODOM-Gig gesehen haben wollen. Und so will ich sie wieder. Dann vielleicht sogar mit gutem oder noch besserem Sound.
Odin: Auch wenn es offiziell vielleicht nicht so gedacht war: Für mich waren CHILDREN OF BODOM der Headliner des Abends - und sie hatten diesen Slot mehr als verdient. Der Sound spielte mit, die Stimmung war großartig, auch die sonst so unfröhlichen Finnen waren richtig gut drauf und unterhielten ihr Publikum aufs Vorzüglichste. Mehr davon!

CORVUS CORAX
Um ehrlich zu: eigentlich ist es nicht meine Musik. Zumindest meistens nicht. Aber dieser Auftritt: wow! Bläser, Streicher, ein kompletter Chor, die übliche sonstige Besetzung, eine Sopranistin - und das alles mit perfektem Sound! Wer diesen Auftritt verpasst hat, hat ein wahres Meisterwerk verpasst. Das ist Kunst, und das ist das, was den Heavy Metal nicht nur rein subjektiv über den HipHop erhebt. Mehr bleibt dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Einfach fantastisch.
Odin: Doch, einen Nachtrag zur Bekräftigung hab ich noch: Ich könnte mich in den Arsch beißen, dass wir erst so spät zum Gig gekommen sind und meine Wahrnehmung doch leicht getrübt war. Der Auftritt hätte volle Aufmerksamkeit verdient gehabt.

AVANTASIA
Ein Traum wurde war! Avantasia live zu erleben! Mit dem Opener 'Twisted Mind' vom aktuellen Album wurde die Show eröffnet. Kompromisslos wurde mit Licht und Sound umgegangen. Ein perfekt abgestimmter Sound zwischen der Instrumentenfraktion und den Vielzahl an Sänger und Sängerinnen. Mit von der Partie waren neben Tobias Sammet Jorn Lande, André Matos, Bob Catley und die zwei Sängerinnen Amanda Somerville und Cloudy Yang. Tobi gab quasi sein "Best Of" von allen drei veröffentlichten Longplayern plus Songs von den "Lost in Space" EP's zum besten. Einem Interview zur Folge wird nächstes Jahr eine Avantasia Live-DVD erscheinen, so Tobias Sammet.

Hier ein Auszug aus der Songliste: 'Avantasia', 'Lost In Space', 'Reach Out For The Light', 'Farewell', 'Scarecross', 'Shelter From The Rain', 'The Toy Master', 'I Don't Believe In Your Love', 'Serpents In Paradise', 'Sign Of The Cross'...Tobi war sichtlich die komplette Show über so ergriffen, dass er fast vergaß seinen üblichen Nonsens zu labern. Muss wohl ein tolles Gefühl gewesen sein vor ca. 80 000 Zuschauern spielen zu dürfen! Als Zuschauer war es das alle mal! Ein überwältigendes Konzert mit grandioser Stimmung! Einfach Avantasia!
Odin: Ja, nee, hier bin ich mal anderer Meinung. Der Sound war so "perfekt", dass Jorn Lande erst nach anderthalb Songs, die er sich schon auf der Bühne seine Lunge aus dem Leib gesungen hatte, mal der Saft aufgedreht wurde. Da war wohl mal wieder jemand eingeschlafen auf den Reglern. Es war wirklich schmerzhaft, Jorn vollformatig auf den drei Videowalls zu sehen, wie er sich abmühte, aber nichts, wirklich nicht der leiseste Ton erreichte das Publikum, das sich fragend und gestikulierend zum FOH-Tower umdrehte und auf die Bühne schrie "wir hören dich nicht!". Mit der Zeit wurde der Sound dann wirklich gut, passend zum Möchtegern-Bon-Jovi Tobi Sammet. In Rekordzeit hat er quasi die Karriere vom Hair-Metaller (Teenie-Zeiten mit EDGUY) über den erfolgreichen Rocker hin zum streamlined Lutscher einem gewissen John Bon Jovi nachgelebt. Die Frisur, der Mantel - das sieht schon alles ziemlich bekannt aus. Noch dazu kann ich seine Stimme inzwischen nicht mehr gut ab, die bräuchte ein paar mehr tiefe Frequenzanteile.

GORGOROTH
Für alle, denen das bisher zu pussy war: Hier kam mal was deftiges. Black Metal in Reinkultur. Nackte, gekreuzigte Menschen, blutende Lammschädel, Pandabemalung, alles was dazu gehört. Dazu kam ein guter Sound und ordentlich was auf die Omme. Genau das richtige um den Festivaltag ausklingen zu lassen und sich danach dem Alkohol zuzuwenden.
Odin: Boah, was für ein Schrott. GORGOROTH sind putzige Pandas mit gehäuteten, rohen Schafsköpfen (...und dann noch die Deko...) und nackten, gekreuzigten Menschen auf der Bühne. Völlig sinnfrei, stumpfes Haschen nach Aufmerksamkeit. Hasch mich, ich bin ein böser Black Metaller!

3. Tag

Weisheit des Tages: Die Reihenfolge erst Klo, dann Dusche kann aus mehreren Gründen kriegsentscheidend sein, z.B. wenn beim Spülen plötzlich das Wasser versiegt - im ganzen Scheiß-Wasch-Dusch-Camp...

3 INCHES OF BLOOD
12 Uhr - ein echt später opener. Das war offensichtlich spät genug, dass schon ein ganzer Haufen Metaller wach war und die Band und sich selber feierte und moshte. Aber offensichtlich zu früh für die Soundjungs: Die hatten den Bassregler anscheinend noch nichts entdeckt. Und das war gut so!
Odin: Ja hallo!? Morgens um 12 in Wacken: Der erste Circle Pit zu überraschend gutem Sound. Richtig fette Vorstellung und Stimmung für die Tageszeit.

EXODUS
Auch bei den alten Recken war viel Stimmung am Start. Die arg amerikanische Gesinnung der Frontsau vermieste mir aber die Show ein bisschen. Auch bei HATEBREED hielt ich mich etwas zurück, deren Hardcore gab aber den Ton für einige große Pits an. Noch an den Rändern des schon mächtig angeschwollenen Publikums wurde fleissig gefeiert.

OBITUARY
...waren eher ernüchternd auf der Party Stage. Okay, mal gesehen - aber das ist nicht mehr die wallende rote Lockenmähne von früher...

AS I LAY DYING
Die Jungs traten so richtig Arsch. Von Anfang an war die gesamte Band mit Power und Energie präsent, und die übertrug sich aufs Publikum eins zu eins. Es ging voll ab, der Sound war, oh Wunder, immer noch gut, auch wenn am Anfang wohl der Trigger irgendwie nicht an zu sein schien.

CARCASS
Die Urgesteine des Death Metal gaben sich auf dem Wacken exklusiv die Ehre. Und was soll man sagen - sie sind zu Recht Legenden. Sänger Jeff ätzte ab und an gegen diverse Genrekollegen. Und lieferte eine geile Show ab. Schade, dass es, zumindest laut Ankündigung, die einzige und damit auch wieder letzte war. Und nein, wir wurden nicht von der Wacken-Orga bezahlt um nur gute Konzertberichte zu schreiben. Aber am Samstag war es bis dato durchaus so.

POWERWOLF
Eigentlich unterbewertet mit dem Gig im Zelt, aber andererseits vielleicht auch genau richtig. Der Sound war gut - auch leichter für die Engineers, denn die Band spielt schließlich ohne Bassisten - die Stimmung ebenfalls und das Zelt satt gefüllt. Ein wirklich guter Auftritt der Vampir-Metaller um den stimmgewaltigen Grafen aus Rumänien. Weiter so!

KRYPTERIA
Hm. Gut. Hier kommt mal eine Unterbrechung der Lobestiraden. Sicher - der Sound war ganz gut. Aber es fehlte einfach das Feuer. Sängerin Ji-Ins hat zwar eine ganz nette Stimme (und sieht gut aus. Seien wir ehrlich - das spielt eine Rolle!), aber so richtig wollte da kein Funke überspringen. Langer Rede kurzer Sinn: Man durfte Zeuge einer der inzwischen gar nicht mehr so wenigen Träller-Elsenbands werden. Sie gehören nicht zu den ganz schrecklichen, aber von den wirklich Guten sind sie doch noch einiges entfernt.

AT THE GATES
Neben CARCASS muss man bei diesem Wacken auch noch drei andere Worte auf jeden Fall erwähnen: AT THE GATES. Die Schweden rockten mal so richtig das Dorf. Geiler Sound, geile Songs, geiler Auftritt, geiles Publikum. Alles geil. Einfach geil. Geil, geil, geil. Leider beschränkt sich auch bei dieser Godfatherband die Reunion auf kurze Zeit. Vorerst. Wir alle wissen (und hoffen), dass die Musikindustrie immer mal wieder zuschlägt und solche Phrasen dann doch Phrasen bleiben. Und es vielleicht doch mal ein neues AT THE GATES-Album gibt.

NIGHTWISH
Kommen wir zu der Band des Festivals, die wahrscheinlich die meisten Metaller eher angeschaut haben, um sie, wie es eine gute Freundin sagte, auszulachen. Seit der Seifenoper um Tarja und der neuen Sängerin gab es kaum einen wirklichen Metaller, der noch voll hinter ihnen Stand. Und mit Metallern meine ich eigentlich jetzt keine (N)Emo-Kiddis. Die neue Sängerin ist ja irgendwie doof, die Finnen viel zu kommerziell, bla, bla, bla, was man halt in der Szene so gesagt hat.

Gut, Annette Olzen musste auf der Tournee mit PAIN trainieren, und auch dieser Abend war nicht perfekt. Die Last der Songauswahl lag auf der "Once" und der "Dark Passion Play". Aber es waren doch einige Fans zugegen, weswegen die Jungs um Thuomas abgefeiert wurden. Der Sound hat auch gestimmt, und so war es ein ganz netter Anfang des Abschlusses.

KREATEOR, AXXIS und LORDI sollten den endgültigen Abschluss machen. Nachdem aber der Wettergott mal wieder ein Machtwort sprach, zog es uns dann noch mit zwei lieben Finninen in den Biergarten, um dort noch ein, zwei, drei,... Bierchen in gemütlicher Runde zu kippen und sich zu wundern, wie weh es dem Norweger vom Nebentisch getan haben muss, seinen String aus Gaffa-Tape wieder abzulösen. Zu LORDI bleibt zu sagen, dass erstaunlich viele dem Wetter trotzten und den Songcontestgewinnern zujubelten. Die Songauswahl lastete vor allem auf der letzten Veröffentlichung, hin und wieder wurden auch Klassiker wie 'Would you love a Monsterman' oder 'Devil is a looser' angestimmt.

FAZIT

Dieses Wacken hat zumindest uns vor allem viel Spaß gemacht. Das mag am Wetter gelegen haben, dass bis auf Freitagmittag und Samstagabend doch sehr gnädig und wohlgefällig war, das kann auch einfach an dem Headliner nummer eins: dem Festival gelegen haben, oder der meist recht freundlichen Security bzw. Ordnern. Bis auf ein Beispiel vom Donnerstagabend, an dem ich (Lestat), orientierungslos fragend, wo der Zeltplatz sei, nur angeblafft wurde, ob ich denn hier irgendwo Zelte sehen würde, waren alle Vertreter freundlich und hilfsbereit.

Gut, es sind auch uns Stimmen zu Ohr gekommen, dass die Ordner vor allem am ersten Tag nicht immer mit Fachwissen auftrumpfen konnten, und Freunden aus dem Blind-Guardian-Forencamp wurde mehrmals ein anderer Weg gesagt, der eine oder andere konnte wohl mit der Reservierung, die für größere Gruppen möglich war, anscheinend nicht so viel anfangen. Doch Alles in Allem war es ein Fest, auf dem man Krüge leert und feiert.

In der Presse stehen Hoffnungen der Organisatoren niedergeschrieben, dass eventuell Bands wie AC/DC oder METALLICA für das Jubiläum beschafft werden wollen. Ob das so toll ist, bleibt die Frage. Klar waren auch dieses Jahr ein paar Highlights da, vor allem solche, die man vorher nicht unbedingt dazugezählt hatte - aber es waren auch schon mehr. Vielleicht wäre eine Investition in die Breite anstatt in zwei, drei Happen lohnenswerter. So oder so wird Wacken wieder ausverkauft sein nächstes Jahr - die ersten 10 000 Tickets waren bereits nach 24h verkauft.

Von daher darf davon ausgegangen werden, dass es auch nach dem zwanzigsten mal wieder heißt "Faster! Harder! Louder!".

Billing
3 Inches of Blood
Airbourne
Alestorm
As I Lay Dying
At the Gates
Autumn
Avenged Sevenfold
Avantasia
Axel Rudi Pell
Axxis
Before the Dawn
Carcass
Children of Bodom
Corvus Corax
Crematory
Cynic
Destructor
Dream of an O...
Enemy of the Sun
Ensiferum
Evocation
Ex. Grindfuckers
Exodus
Girugämesh
The Rotted
Gorgoroth
Grave
Hatebreed
HeadHunter
Holy Moses
Iron Maiden
Job for a Cowboy
Kamelot
Killswitch Engage
Kreator
Krypteria
Lauren Harris
Leaves Eyes
Lord Belial
Lordi
Machine Men
Massacre
Mercenary
Metakilla
Mortal Sin
Mustasch
Nashville Pussy
Negura Bunget
Nifelheim
Nightwish
Obituary
Opeth
Powerwolf
Primordial
Psychopunch
Sabaton
Saltatio Mortis
Soilwork
Sonata Arctica
Stam1na
Sturm und Drang
The Bones
The Haunted
Torture Squad
Unearth
Van Canto
Warbringer
Watain

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!