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Ironhammer Festival 2021

Wacken Open Air 2004

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Take off: 05.08.2004 - Review (3474 mal gelesen)

Die Bilder aus dem Bericht und viele weitere (48 insgesamt) findet ihr in größerem Format in der Gallerie!

Zunächst ein paar unvoreingenommene Worte von unseren Wacken-Neulingen zu ihrem fast ersten Mal:

Zu dritt sind wir am Mittwoch angereist, und der Platz war schon brechend voll, so dass wir ziemlich weit weg vom Gelände unser Wacken-Domizil aufbauen mussten. Nichts desto trotz war die Stimmung gut und gleich nach dem Aufbau machten wir uns auf den Weg das Gelände zu erkunden. Gleich neben unserem Zelt standen fünf Dixis und ein Wassertank... die übliche Einheit, wie wir schnell feststellten. Die musste allerdings auch für einen Umkreis von ca. 500 Metern reichen. Hört sich ja erstmal nicht so schlimm an, wird auch erst ekelig, wenn den ganzen Tag über die Klos nicht geleert werden. So am Freitag geschehen. Aber nicht allzu weit entfernt (wenn man es nicht gerade sehr eilig hat ;)) befand sich eine der vier! Dusch- und Toilettenburgen. Da gab es dann auch ausreichend Trinkwasser, falls die Tanks mal leer wurden... Allerdings kostete das den Obolus von 50ct.

Das eigentliche Festivalgelände gefiel uns gut, vor allem der große Biergarten, von dem aus man zur Not die ganzen Konzerte sehen konnte, ohne sich in die Menge zu werfen (aber wer will das schon).
Immernoch Mittwochabend stellten wir dann aber zu unserem Entsetzen fest, dass es die Presse Ausweise nur außerhalb beim Supermarkt (das ist Wacken Ortseingang) gab, und das auch erst ab Donnerstag (die einen behaupten 8.00 die anderen rieten uns es erst ab 12.00 zu versuchen). Das bedeutete also einen nicht allzu kurzen Fußmarsch in brütender Hitze, denn Wacken war dieses Jahr echt "Heiß". Auf dem Zeltplatz wardie Stimmung bis zum Samstag (unser Abreisetag) echt klasse, kann mich nicht erinnern auch nur eine Schlägerei oder Stress gesehen zu haben. Im Gegenteil, Party an allen Ecken. Schlaf bekam man nur mit Ohropax, lag zum Teil auch an der mörder Anlage; die Bands hörte man bis ins Zelt und das deutlich. Wacken halt.

Jetzt noch die kleine Band Review:

ONKELZ: Die Stimmung war super, immerhin sind viele Fans nur für diese Band angereist. Ich als nicht-Onkelz-Fan hatte mir allerdings von der Bühnenshow mehr versprochen, aber warscheinlich wirkt diese Band für Fans auch ohne Schnick-Schnack.

KOTIPELTO: Sehr gute Musiker um einen perfekten Sänger. Der Keyborder ist auch bekannt von CHILDREN OF BODOM, machte eine riesen Show und zeigte sein Talent. Die Performance gefiel, nächstes Mal gerne länger.

ARCH ENEMY: Super! Klasse Stimme, Hammer Sound! Das Line-Up war geradezu perfekt. Das hat sich auch in der Stimmung niedergeschlagen, die Party vor der Bühne war genial.

ELÄKELÄISET: Schon eine halbe Stunde vor dem Gig und dann bis in den Auftritt von DORO hinein riefen die Fans "Humpa-Humpa". Die Stimmung war spitze, die Band sehenswert. Zum Lachen und Grübeln (welches Liedist das noch mal? Join me?).

DORO und Orchester: Super Sound. Eine perfekte Untermalung für Songs wie "All we are" und viele weitere Klassiker. Die kleine Doro ganz groß!

Dani und Dennis Reich

Was wir sonst noch zu sagen haben:

MOTÖRHEAD - Wie immer über jeden Zweifel erhaben. Laut, dreckig, keine Gefangenen.

ONKELZ - Der Streitpunkt schlechthin schon im Vorfeld. Zum 15. Jubiläum des WOA kamen sie wieder und alle, die geflucht und Schlimmes vorhergesagt hatten, sollten zum Schweigen gebracht werden. Nach meinem besten Wissen gab es keinerlei Zwischenfälle mit Fans o.ä., es waren auch keine einschlägigen Figuren zu sehen. Dafür platzte das Festivalgelände schon am Donnerstag aus allen Nähten - unglaublich, welche Massen sich bereits zur 'Night To Remember' eingefunden hatten.
Die ONKELZ spielten über zweieinhalb Stunden und die Fans gingen und sangen begeistert mit. In Anbetracht der eher statischen Bühnenperformance (der Fronter hat nunmal nur vier Töne in der Stimme und nur deneinen Bewegungsablauf mit dem pendelnden Arm im Repertoir...) waren die Reaktionen des Publikums erstaunlich. Die Musik der Herren weckt doch noch Emotionen, auch ohne an radikale Gefühle zu appellieren.

Mit dem ersten Sonnenbrand ging es dann in die erste Nacht. Bereits feststellen konnte man, dass der Meet&Greet Stand verbessert wurde, auch wenn das LCD-Panel bei Sonnenschein nicht immer lesbar war. Was mir hingegen sehr negativ aufstieß, besonders auch in den folgenden Tagen, war der weiter zunehmende Eindruck, dass das Festival ausgeschlachtet wird. Die Kameras vor den Bühnen, am Schwenkkran und jetzt auch noch an einer Seilbahn zwischen Soundturm und Bühnen nervten ständig. Schön und gut, wenn es tolle DVDs geben soll, aber ist die Hauptsache nicht immernoch das Live-Erlebnis? Das wurde durch diesen Medien-Overkill ganz gehörig beschnitten, macht nur nicht so weiter, das Wacken Open Air hat bisher gerade noch denRuf des familiären, meist Fan-freundlichen Festivals - für mich nicht mehr lange, wenn das so bleibt. Da verzichte ich lieber auf die Close-Ups auf der Videowand zwischen den beiden Hauptbühnen und die DVD-Doku.

BRAINSTORM - Glänzten wie immer mit Spielfreude und dem Derwisch in Person von Andy B. Franck. Warum die Süddeutschen immernoch so früh in der Running Order platziert werden, leuchtet nicht so wirklich ein. Live eindeutig eine der allerbesten deutschen Bands.

GRAVE DIGGER - Nicht mehr taufrisch, aber immer wieder mitreißend. Große Performance, große Songs, große Stimmung. Der Reaper beherrscht die Fans besser denn je und seine Stimme hat sich mit dem ernsthaften Training erheblich weiterentwickelt, hoffentlich geht es mit Chris und Kollegen noch eine Weile weiter.

KOTIPELTO - Sobald er STRATOVARIUS hinter sich läßt, klingt Timo Kotipelto zum Glück nicht mehr ganz so gequält an und über dem Limit seiner Stimme. Dennoch kann er mich trotz solider Leistung nicht mehr wirklich begeistern.

DIO - The Voice Of Metal - auf die Knie! Hier war es schon wieder so voll, dass ich Ronnie James nur aus großer Entfernung bewundern konnte, aber das reicht auch. Klassiker der Güteklasse von 'Holy Diver' und 'Temple Of The King' oder 'Heaven And Hell' bedürfen keines weiteren Kommentars.

ELÄKELÄISET - Humpa!!

WARLOCK - Tjaaahaaa, da war ich ja mit gemischten Gefühlen gespannt, wie sich dieses Event darstellen würde. Von den Einzelleistungen wurde ich denn auch nicht so richtig überzeugt, aber das Gesamtbild war doch eine große Sache. Orchester und Gäste wie Blaze Bailey oder Chris Caffery verliehen den alten und neuen Songs einen ansprechenden Rahmen.

AMON AMARTH - wollte ich eigentlich noch sehen, fiel dann aber aufgrund akuter Müdigkeit aus.

Die nächsten Feststellungen waren, dass es praktische Trinkwasser-Stellen an den Dixies gab (hoffentlich hygienisch getrennt ;) ). Die als warm verkauften Duschen hingegen stellten sich als eisig heraus, wer das an der Kasse entsprechend bemängelte bekam aber immerhin ohne weitere Diskussion die hälfte seiner zwei Euro zurück. Auf den großen Campgrounds war es dieses Mal wohl auch wieder besser - in Anbetracht des Aufbaus einer mittleren Kleinstadt muss man der Organisation durchaus Respekt zollen. Die Dimensionen werden immer wieder vergessen, wenn an bestimmten Dingen rumgemeckert wird. Aber ein bisschen weniger auf den maximalen Profit zu schielen ist sicherlich kein Fehler (siehe Kameras...), das sollten die Veranstalter längst nicht mehr nötig haben, denke ich.

Den Samstag eröffneten für mich

BAL SAGOTH - Deutlich vor der Teezeit traten die Engländer auf die Bretter und knatterten eine Portion Hartwurst in die dünnen Zuschauerreihen.

ANTHRAX - Am hellichten Tag, welch respektlose Zeit für einen großen Namen. Sehr gefällig, hat trotzdemSpaß gemacht.

CANNIBAL CORPSE - Nur kurz mitgenommen, ließ sich schon ziemlich gut an, aber es war Zeit für eine Pause.

HYPOCRISY - Peter Tägtgren locker und hochmotiviert, eine erfreulich starke Show läutete den Abend ein.

HELLOWEEN - Ach, die gibt's ja immernoch. Musste ich nicht über die volle Distanz haben.

CHILDREN OF BODOM - Die allerdings schon. Ja, mit der Abenddämmerung im Gepäck rifften uns die Finnen zum Lake Bodom. Aktuelle Tracks wie 'Sixpounder' kamen live mindestens so geil wie auf Platte und das Publikum war entsprechend angetan. Um nicht zu sagen begeistert. So wurde während diesem Gig ein neuer Rekord von über 5.000 Crowdsurfern aufgestellt!

SAXON - Special Guests & Friends habe ich irgendwie verpasst, die Herren spielten aber auch wirklich lange und gut. Biff verletzte sich im letzten Viertel des Sets vermutlich beim Sprung von einer der Bühnenaufbauten, machte aber ohne Murren bis zur allerletzten Zugabe weiter. Für die Krönung sorgte dann das Feuerwerk nach dem Headliner, da wurden schon fast wehmütige Gefühle wach.

Doch noch war ja nicht aller Tage Abend, es hatte ja gerade erst ein neuer begonnen, der dann in den frühen Morgenstunden bereits zum Ausklingen gebracht werden sollte durch

J.B.O. - Die Rosa Armee der Verteidiger des Blödsinns schwor die letzten Überlebenden sogleich mit dem 'Glaubensbekenntnis' auf den Metal ein. Viel Spaß, viele Verkleidungen, tolle Leistungen in jeder Disziplin. Bei mir sorgte der teils platte, aber technisch hervorragende Spaß der Erlanger Spaßbacken für zufriedenes Grinsen und das Gefühl, einen würdigen Abschluss für ein starkes Festival vor mir zu haben.

Das 15. Wacken Open Air hat einige Kleinigkeiten verbessert und im Wesentlichen einen Trend nach oben markiert. Seien wir gespannt auf Nummer 16 und wie es mit Dingen wie der Kamera-Flut weitergeht. Also wir werden wieder da sein, denn um es mit dem angepassten Text von J.B.O. zu sagen, der uns mittels großer Schilder zum Mitsingen präsentiert wurde: "Autobahn bring mi' ham, möglichst schnell in die Heimat, bis nach Wacken..."

"Der Rock sei mit euch, denn er ist das Geilste!" [J.B.O. - 'Glaubensbekenntnis']

Billing
After Forever
Amon Amarth
Anthrax
Arch Enemy
Astral Doors
Bal-Sagoth
Brainstorm
Böhse Onkelz
Cannibal Corpse
Cathedral
Children of Bodom
Death Angel
Deicide
Destruction
Dio
Dionysu
Disbelief
Doro & Warlock
Ektomorf
Eläkeläiset
Grave Digger
Griffin
Helloween
Hypocrisy
J.B.O.
Knorkator
Kotipelto
Mayhem
Misery Index
Mnemic
Motörhead
Mystic Prophecy
Nevermore
Nocturno Culto
Orphanage
Paragon
Quireboys
Raunchy
Satan
Satyricon
Saxon
Schandmaul
Sinner
Thunderstone
Zodiac Mindwarp

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