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Armory (SWE) - The Search

Review von baarikärpänen vom 12.07.2018 (438 mal gelesen)
Armory (SWE) - The Search Bevor METALLICA oder SLAYER Mitte der 80er ihren Sound zu dem stylten, was wir heutzutage als THRASH kennen, gab es da den "unbedarften kleinen Bruder", genannt Speed Metal. Der verkam, leider, im Laufe der Jahre zur Randerscheinung am Rand selbst, während Langweiler wie zum Beipiel PANTERA (jawoll, dazu stehe ich!) die Welt mit ihrem Groove-Mist an der Nase herumführten. Speed Metal, wenn er denn gut gemacht ist, ist ja an sich Heavy Metal, der halt in Lichtgeschwindigkeit runtergebrettert wird, sozusagen eine LP auf 45 anstatt der üblichen 33rpm. Aber genau dieses herrlich zwanglose Gebretter, die fliegenden Trommelstöcke, die glühenden Saiten, macht den Charme des Ganzen aus. Ist ja nicht so, dass Speed Metal komplett in der Versenkung verschwunden wäre, aber es muss einfach mehr Nachschub her. Dachten sich auch die Schweden ARMORY und knallen den nach mehr Geschwindigkeit lechzenden Bangern mit "The Search" eine echte Kante vor den Latz.

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Was ARMORY von den anderen unzähligen Bands aus Sverige abhebt, ist der Fakt, dass sie so gar nicht typisch schwedisch klingen. Während man bei anderen Bands schnell mit Vergleichen zur Hand ist, muss man beim Göteborg-Fünfer schon ein wenig tiefer buddeln. Logo, Ehrensache, dass ARMORY bestimmt 'ne Menge IRON MAIDEN gehört haben und wer sich die Fünf-Saiter genauestens zu Gemüte führt, wird irgendwann bei THIN LIZZY landen Aber es sind nun mal nicht die üblichen Verdächtigen wie AGENT STEEL oder SAVAGE GRACE, die den Sound und das Songwriting ausmachen. Ich für meinen Teil höre da unter anderem jede Menge Teutonen-Speed der, böse Zungen nennen es so, zweiten Reihe als Einfluss wie beispielsweise DEATHROW, TYRANT und mit Abstrichen TYRAN' PACE. Genau diese Zutaten nehmen ARMORY, addieren noch eine technische Note dazu, und raus kommt ein gar lecker schmeckendes Süppchen. "The Search" ist zwar auf seinen 41 Minuten Speed, Speed und nochmal Speed, aber eben mit diesen Feinheiten, die aus einem sonst eher langweiligen Album was ganz Spezielles machen. Da dürfen sich vor allem die Gitarristen mal herzlich auf die eigene Schulter klopfen. 'The Search' eröffnet das Album in einem VOIVOD-mäßigen Stil, nur um schon nach ein paar Sekunden volle Fahrt aufzunehmen, inklusive einem passenden "Uh" von Sänger Konstapel P. Schon bei diesem Song wird deutlich, daß der Speed Metal von ARMORY ein ganz eigenes Gebräu ist. Der Gesang klingt erstmal ein wenig neben der Spur, aber nach mehrmaliger Einfuhr kommt man zu der Erkenntnis, dass er genau so sein muss. Weiter geht's mit 'Hyperion', eines der unzähligen Highlights auf "The Search". Was für ein Pfund! 'Rise Above' ist, trotz der Geschwindigkeit, gänzlich anders gestrickt, wirkt zuweilen (positiv) hektisch. Aber auch das hat Methode und macht "The Search" nur abwechslungsreicher. Am offensichtlichsten werden die MAIDEN-Einflüsse auf 'The Twin Suns Of Solaris'. Das Geilste, was an Speed Metal in den letzten Jahren rausgekommen ist, sind, und da gibt's keine Diskussionen, 'Heavy Metal Impact' und die (Bandhymne?) 'Hisingen Warriors'. Letztgenannter Song kann sogar mit Gitarrenharmonien punkten, die ganz klar bei RUNNING WILD ausgeborgt wurden.

Ein Blick auf die Lyrics kann auch nicht schaden. ARMORY haben sich so ihre Gedanken gemacht, was wohl wäre, wenn auf der gesamten Erde wirklich Frieden herrschen würde. Und sie kommen zu dem Schluss, dass die Menschen dann eben ihre Kriege in den Kosmos verlagern. "The Search" ist also, was das lyrische Konzept angeht, in direktem Zusammenhang zum Debüt der Jungs, "World Peace...Cosmic War", zu sehen. Kann man alles mit einem Kopfschütteln betrachten, ist aber mal was Anderes, wie die sonst üblichen Themen, wo's nur um Party geht oder Held "A" den Drachen "B" zur Strecke bringt.

ARMORY haben "The Search" eine relativ raue, fast schon rumpelige Produktion gegönnt, die aber dennoch perfekt passt. Konstapel P sollte sich allerdings in Zukunft diese relativ unpassenden Falsett-Gesänge sparen, die er manchmal zum Besten gibt. Das mag bei einem Justin Hawkins von THE DARKNESS passen , auf 'ner Speed Metal-Scheibe klingt es unpassend. Trotzdem gibt's für "The Search" die Höchstnote. Das beschauliche Lemi in Finnland mag die Hauptstadt des Metal sein (Twitter), aber was in Sachen Echtmetall aus Schweden kommt, ist fast schon unverschämt.



Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. The Search
02. Hyperion
03. Rise Above
04. Star Voyage
05. Vault Seven
06. Bringer Of Light
07. Heavy Metal Impact
08. The Twin Suns Of Solaris
09. Utomjordisk Dominans
10. Polymorphic Intruders
11. Hisingen Warriors
Band Website: https://www.facebook.com/armoryofficial
Medium: CD
Spieldauer: 40:49 Minuten
VÖ: 13.07.2018

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