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Crematory - Oblivion

Review von T.Roxx vom 16.04.2018 (789 mal gelesen)
Crematory - Oblivion Für das Review der neuen CREMATORY-Scheibe "Oblivion" muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich kam musikalisch in den 90ern mit der Band in Berührung. Damals waren Sie so etwas wie Pioniere, die erfolgreich Gothic mit (Death) Metal kombinierten. Sie waren in meinen Ohren mehr Metal als z.B. THEATRE OF TRAGEDY, deren weinerlicher, theatralischer Frauengesang mich regelrecht in den Wahnsinn trieb. So fand ich z.B. CREMATORYs Cover-Version von 'Temple Of Love' auch immer stärker als das Original (wo mich das Geleiere von Ofra Haza immer königlich nervte). Nach den starken Veröffentlichungen von "Act Seven" (1999) und "Believe" (2000) verlor ich die Band ein wenig aus den Augen, da sich nicht zuletzt auch mein Musikgeschmack änderte. Irgendwann in den 2010er-Jahren entdeckte ich die Alben "Revolution" (2004) und "Klagebilder" (2006) irgendwo als Nice-Price-Angebote. Gerade letzteres, rein mit deutschen Lyrics versehenes Album war so gar nicht meins. Mit "Pray" (2008) legte die Band allerdings wieder ein typisches CREMATORY-Album vor. "Antiserum" (2014) enthielt sehr viele Elektro-/Industrial-Experimente, welche auf "Monument" (2016) wieder etwas zurückgefahren wurden. Alles in allem muss man der Band aber attestieren, dass sie bei allen möglichen Experimenten nie ihr Gefühl für griffige Harmonien und Melodien verloren hat.

Nun schreiben wir also das Jahr 2018 und mit "Oblivion" liegt das nunmehr 14. vollständige Studioalbum von CREMATORY vor. Hier hat es im Vorfeld der Veröffentlichung viel Wirbel um Äußerungen seitens der Band in den sozialen Netzwerken gegeben. Ob diese Äußerungen der Band schaden oder nicht, werden letztendlich die Verkaufszahlen zeigen und soll auch nicht weiter Gegenstand dieses Reviews sein. So let's Metal do the talking:
Die Scheibe wird mit einem geradezu heroisch anmutenden Intro namens 'Expectation' eröffnet, was vom Pathos her ein wenig an MANOWAR erinnert und sicher als Intro für die kommenden Live-Shows dienen wird. Danach folgt die erste Single-Auskopplung 'Salvation', die vor allem von den Keyboards und dem extrem eingängigen Chorus lebt. Es fällt direkt die glasklare Produktion ins Auge, äh ins Ohr - ich mag ja grundsätzlich, wenn man dem Bass genügend Raum gibt. Alles in allem ist der Song natürlich kein musikalisches Hochreck, aber es enthält alle Stärken, die man von CREMATORY erwartet und als alter Fan schätzt; ob man will oder nicht - der Chorus schraubt sich in die Gehörgänge (auch wenn er fast etwas schlagerartig daherkommt) und letztendlich ist es das, was über Erfolg oder Misserfolg kommerzieller Musik entscheidet. Das folgende 'Ghost Of The Past' vereint geschickt Elektro-Experimente und CREMATORY-typische Keyboard-Lines aus ganz alten Tagen; passt sehr gut in den Gesamtkontext des Songtitels. 'Until The Dawn' beginnt episch mit gesampelten Streichern, lebt aber - wie viele CREMATORY-Stücke - vor allem von den Gegensätzen zwischen Growls und cleanem Gesang. 'Revenge Is Mine' beginnt sehr balladesk, nimmt aber dann sehr schnell Fahrt auf. Ein sehr abwechslungsreicher Song, der durch die verschiedenen verwendeten Stimmfarben eine sehr Gothic-lastige Atmosphäre verbreitet. Bisher ist dieser Song mein Highlight. 'Wrong Side' ist auch wieder so ein typischer CREMATORY-Song, der mich persönlich an die alten Tage der Band erinnert und alles beinhaltet, was ich an der Band immer schätzte - einschließlich der poppigen Keyboard-Melodien, die so ein bisschen 80er-mäßig rüberkommen. 'Stay With Me' ist eine meiner Meinung nach für CREMATORY unübliche Komposition, die mich streckenweise (im Refrain) so ein bisschen an A-HA erinnert (warum auch immer). Musikalisch gewagt, aber auf jeden Fall interessant, weil es dem Album zu mehr Abwechslungsreichtum verhilft. 'For All Of Us' ist hingegen wieder eine typische CREMATORY-Komposition. 'Immortal' lässt die Industrial-Experimente der Vergangenheit wieder durchscheinen. Der Titeltrack 'Oblivion' ist leider meines Erachtens der bisher schwächste Track des Albums, er will bei mir nicht wirklich zünden. Auf 'Cemetary Stillness' stehen die Gitarren im Vordergrund und das Keyboard ist hier nicht so dominant wie in anderen Songs. 'Blessed' enthält nichts, was nicht auch in den bisherigen Songs enthalten ist. Der Rausschmeißer 'Demon Inside' ist insofern interessant, als dass er von den Gitarren her eine starke Groove-Metal-Schlagseite hat und daher an FIVE FINGER DEATH PUNCH erinnert - allerdings verknüpft mit den typischen CREMATORY-Standards.

Fazit: In meinen Augen ist "Oblivion" ein gutes CREMATORY-Album, das zwar das ein oder andere musikalische Experiment enthält, sich aber im Wesentlichen auf das beschränkt, was die Band bisher musikalisch ausmachte. Die angesprochenen Experimente lockern das Album auf und sorgen bei mir für den ein oder anderen Aha-Effekt und für Abwechslung. Die Produktion ist knackig und differenziert, man kann alles gut heraushören. Alles in allem ein Album, was CREMATORY-Fans zufriedenstellen dürfte.


Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Expectation
02. Salvation
03. Ghost Of The Past
04. Until The Dawn
05. Revenge Is Mine
06. Wrong Side
07. Stay With Me
08. For All Of Us
09. Immortal
10. Oblivion
11. Cemetary Stillness
12. Blessed
13. Demon Inside
Band Website: www.crematory.de
Medium: CD
Spieldauer: 53:53 Minuten
VÖ: 13.04.2018

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