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Black Sabbath - The End

Review von Opa Steve vom 13.11.2017 (125 mal gelesen)
Black Sabbath - The End "The End" ... soll es das nun wirklich für immer wirklich gewesen sein? Nach gerade mal 47 Jahren? Spaß beiseite - in den Zeiten, wo es Lemmy nicht mehr gibt und DEEP PURPLE und URIAH HEEP nur noch gefälligen Radio-Hardrock spielen, fällt es schon schwer, Abschied von einem der letzten Dinosaurier zu nehmen. BLACK SABBATH haben mich den Großteil meines musikalischen Lebens begleitet. Seit ich 'Paranoid' im Radio gehört habe (ja, in den 70ern konnte man noch Radio hören) gehören BLACK SABBATH zu meinem Standard-Repertoire.

Natürlich darf man sich nach so einem Leben, nach so einem Legendenstatus und so vielen unsterblichen Songs auch irgendwann zur Ruhe setzen - es sei ihnen gegönnt. Und noch ein langes Leben obendrauf. Wer weiß, wie wir uns fühlen, wenn wir mit 70 noch auf der Bühne stehen und uns dem Schalldruck des schweren Sounds aussetzen, die fünf Kilo der Gitarre oder des Basses 90 Minuten auf der Schulter lasten und die Fingergelenke nicht mehr so wollen wie mit 20. Auf ihr Album "The End", welches Anfang des Jahres in Birmingham mitgeschnitten wurde, haben BLACK SABBATH selbstverständlich eine große Hitdichte als Andenken gepackt. Damit haben sie sich in ihrer Geburtsstadt verabschiedet, wo einst alles anfing. Um ehrlich zu sein: alle Songs hat man eigentlich schon. Egal ob im Studio oder Live - oft sogar in besseren Versionen. Daher werde ich im Gegensatz zu anderen Reviews auf die eigentliche Musik gar nicht weiter eingehen. Was macht dieses Album dann besonders? In meinen Augen sind es zwei Dinge: zum einen die sehr authentische Produktion, die den Gig unspektakulär, aber sauber gemischt einfängt. Und zum anderen das Zeitdokument, dass diese Band das letzte Mal auf der Bühne steht. Mit allen Stärken und Schwächen, die die saubere Produktion gnadenlos aufdeckt. Und gerade das macht es so fühlbar. Es mag nicht so heavy gemastert sein, wie man es von modernen Produktionen gewöhnt wäre, aber das ist auch gar nicht schlimm. Da darf der Bass ruhig ein bisschen klappern. Die teilweise längeren Ansagen sind auch allesamt dabei - hier wurde nichts geschnitten und nichts nachgebessert. Ozzy hat beim Opener 'Black Sabbath' ein Rhythmusgefühl völlig neben der Spur. Egal, es ist Ozzy - er darf das. Und genau so ist es auf Tonträger gelandet, genau wie seine ziemlich irren Betonungen bei der Zeile " ... Satan's sitting there, he's smiling ..." und die manische Lache. Genau wegen dieser Momente muss man sich die Songs in der zigsten Version ins Regal stellen. Oder wegen der Gänsehaut, wenn 'War Pigs' von tausenden Kehlen mitgesungen wird.

Bei 'Fairies Wear Boots' merkt man für meine Begriffe am stärksten den ausgewechselten Drummer. Tommy Clufetos spielt deutlich moderner und nahezu leichtfüßig - auch sein Solo ist extrem wild und modern. Wem man bei dem ganzen Trouble um Bill Ward glauben kann, das weiß ich aus dieser Position natürlich nicht, aber wenn Bill noch fit genug gewesen wäre, dann wäre es eine Schande, ihn nicht zum letzten Gig hinzuzuholen. Er hätte auch an den Drums das originale Feeling vermitteln können, was Tommy nicht immer trifft. Zumal leichte Schwächen auf diesem Album wie bereits erwähnt durchaus erlaubt sind. Man merkt die Schwächen Ozzys, der sich während des Medleys 'Supernaut/Sabbath Bloody Sabbath/Megalomania' erst einmal erholen darf, anstatt sich mit hohen Tönen zu quälen. Bei 'Iron Man' klingt er schon leicht angeschlagen und das Genuschel am Ende von 'Dirty Woman' klingt auch nicht gerade vertrauenerweckend, ob er noch 30 Minuten durchhalten würde. Auf der anderen Seite rockt 'Everyday Comes And Goes' trotz der verstimmten Gitarre mit überraschend flottem Drive für das Alter, auch 'Children Of The Grave' klingt schwer fett.

"The End" ist ein Album, welches die Situation der Band mit allen Höhen und Tiefen einfängt und die Legende nicht als unerreicht und unfehlbar ikonisiert, sondern eben menschlich eingefangen hat. Und gerade deswegen wird einem nochmal bewusst, dass diese durchgeknallten Birminghamer im Chaos ihres Lebens einfach so nebenbei etwas geschaffen haben, was niemals geplant war, aber für immer Legendenstatus haben wird.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Black Sabbath
02. Fairies Wear Boots
03. Under The Sun/Every Day Comes And Goes
04. After Forever
05. Into The Void
06. Snowblind
07. Band Introductions
08. War Pigs
09. Behind The Wall Of Sleep
10. Bassically/N.I.B
11. Hand Of Doom
12. Supernaut/Sabbath Bloody Sabbath/Megalomania
13. Rat Salad/Drum Solo
14. Dirty Women
15. Children Of The Grave
16. Paranoid
Band Website: www.blacksabbath.com
Medium: CD
Spieldauer: 1:48:02 Minuten
VÖ: 17.11.2017

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13.11.2017 The Endvon Opa Steve

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