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Interview mit Skaldir von Ash Of Ashes

Ein Interview von Kruemel vom 04.10.2018 (482 mal gelesen)
Mit dem Debüt "Down The White Waters" haben ASH OF ASHES wirklich positiv überrascht. Denn wo findet man heute noch tolle Epic oder Pagan Metal-Alben mit fetter Epik und hymnischen Töne, wie sie nordischer nicht klingen könnten? Das war mehr als Grund genug, mit Skaldir - seines Zeichens Bandkopf und Komponist dieser Songs mit Charme und Wiedererkennungswert - über sein Schaffen auszufragen.

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Hallo Skaldir! Zunächst vielen Dank, dass ich mit Dir über ASH OF ASHES und auch das neue Album sprechen kann. imgleft

Skaldir: Die Freude ist ganz meinerseits. Wir haben uns sehr über Dein Review gefreut.

Lass uns zunächst ein wenig über Dich sprechen. Wie bist Du überhaupt zur Musik und zum Komponieren gekommen?

Skaldir: Meine Tante hat entdeckt, dass ich musikalisch bin, weil ich auf so einer Kinderflöte mit Tasten immer direkt Sachen nachspielen konnte, die mir gezeigt wurden. Ich habe dann erst einmal Orgel gelernt und bin später zum Klavier gewechselt. Das Gitarrespielen habe ich mir mit ca. 14 selbst beigebracht, spielte aber in meinen ersten Bands immer Keyboard. Ich habe 1992 in meiner ersten Doom/Death Metal-Band angefangen, die ersten Songs zu schreiben und nie damit aufgehört.

Es ist offensichtlich, dass Du dem epischen Metal zugetan bist. Welches sind - neben BATHORY - Deine musikalischen Vorbilder?

Skaldir: Die Einflüsse kommen aus verschiedenen Richtungen. Meine größten musikalischen Vorbilder sind Dan Swanö, Henri Sorvali und Roine Stolt. In diesem Musikbereich könnte man als Bands, die mich beeinflusst haben, neben BATHORY auch noch MOONSORROW, WINDIR und BORKNAGAR nennen. Bei Letzteren vor allem die alten Alben. Ich fand es schon immer faszinierend, welch ungewöhnliche Gesangspuren sich Garm ausdenkt.

Nachdem was ich so in Erfahrung bringen konnte, ist ASH OF ASHES quasi Dein alleiniges "Baby". Du wirkst zwar noch in anderen Bands mit, aber was war der Beweggrund speziell für dieses Projekt?

Skaldir: Die Art von Musik ist einfach meine musikalische Identität. Als 2012 unsere Band HEL Schluss gemacht hatte, dauerte es ca. zwei Jahre bis es mich wieder dürstete, Musik in dieser Richtung zu machen. Es hat dann zwar noch etwas gedauert, bis das Album draußen war, aber dafür ist es auch richtig gut gelungen.

Aktuell wurde genau dieses Debüt-Album "Down The White Waters" veröffentlicht. Ist es nicht anstrengend, neben dem Schreiben der Songs auch noch viele der Instrumente selbst einzuspielen und dazu noch zu singen?

Skaldir: Wenn man die Songs komponiert, muss man sie ja sowieso auf allen möglichen Instrumenten erst einmal einspielen. Daher fand ich es jetzt nicht besonders anstrengend. Ich habe mir die nötige Zeit gelassen, um alles in Ruhe aufzunehmen. Immer nur so viel am Tag, dass es nicht in Arbeit ausartete.

Unterstützung hast Du aber dann doch erhalten, denn die Lyrics sowie den Growlgesang hat Morten beigesteuert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Skaldir: Als ich das Album komponierte wurde mir irgendwann klar, dass ich noch jemanden brauchen werde, der mir Texte schreibt, weil ich darin nicht sonderlich begabt bin. Es hat sich dann ein Freund angeboten, aber es war dann doch nicht das Richtige für ihn. Ich kannte Morten schon seit einigen Jahren vom Pagan Herald Magazin her. Und ich habe ihn dann gefragt, ob er jemanden kennt. Er hat dann Leute im Hinterkopf gehabt, sich aber auch selbst in die Waagschale geworden. Ich wusste gar nicht, dass er darin so talentiert ist und habe dann die anderen gar nicht mehr gefragt. Er hat dann diese tollen Texte Silbe für Silbe auf meine Vorlage geschrieben. Ich hätte das nie so genau erwartet. Du musst wissen, dass ich mir immer erst Gesangsspuren ausdenke und diese in einer nicht existenten Sprache (Zeichen, Englisch und Phantasie) einsinge. Das klingt sehr peinlich, aber irgendwie muss man es ja festhalten, und nur La La La will ich nicht zum Test singen. Er hat viel Wissen über Geschichte, ich kann mir niemanden besseres für ASH OF ASHES vorstellen. Da es bestimmt etwas unzufriedenstellend ist, nur Texte zu schreiben, habe ich ihn gefragt, ob er dann auch noch den harschen Gesang übernehmen will. Auch das hat perfekt funktioniert.

Zwei weitere Mitwirkende bei der Umsetzung dieser Scheibe sind leider verstorben. Das war doch sicherlich ein Schock für Dich. Wie weit konnten diese beiden Personen den Fortschritt noch mitverfolgen?

Skaldir: Samuel und Sandra waren beide noch so jung, daher war es natürlich ein Schock für alle. Mit Samuel habe ich nur schriftlichen Kontakt gehabt, er hat ja das ASH OF ASHES-Logo entworfen. Er war ein ganz feiner Kerl. Sandra, die das Foto von mir gemacht hat, kannte ich fast 20 Jahre lang, und wir hatten uns in der Zeit vor ihrem Tod oft getroffen. Beide haben von der Musik leider nicht viel mitbekommen, weil bis dato nur Demos der Lieder da waren. imgright

Hast Du eventuell einen oder mehrere Songs speziell ihnen gewidmet? Wenn ja, welche?

Skaldir: Wenn man, nachdem man vom Tod dieser Menschen erfahren hat, Musik einspielt oder singt, sind diese Emotionen natürlich immer im Hinterkopf. Die Songs waren aber alle schon komponiert, bevor sie gestorben sind. Aber so oder so sind die beiden durch das, was sie erschaffen haben, für immer Teil des Albums. Samuels Logo wird in Ehren gehalten, und das phantastische Foto von Sandra wird auch immer Teil des Artworks bleiben.

Welche Art von Menschen willst Du überhaupt mit Deiner Musik erreichen? Oder ist es Dir "egal" bzw. machst Du es für Dich selbst?

Skaldir: In erster Linie mache ich Musik immer, um mich selbst zu verwirklichen. Aber es ist natürlich viel schöner, wenn man auch andere damit glücklich machen kann. Ich weiß, dass es vielen Leuten gefällt, die auch HEL mochten. Ich bin froh, wenn möglichst viele Leute zumindest einmal reinhören können. Es ist immer schwierig, bei der Flut von Musik, auf sich aufmerksam zu machen. Aber Markus (Metalmessage) und ich versuchen, die Nachricht weit raus zu tragen. Ich denke mit dieser Musik kann man nicht nur Fans von Pagan Metal ansprechen, sondern auch welche, die andere Formen des Metal hören.

Bist Du denn selbst vollkommen zufrieden mit "Down The White Waters" oder gibt es im Nachhinein etwas, das Du hättest besser/anders machen können?

Skaldir: Ich habe wirklich so lange daran gesessen, dass mir im Moment noch nichts auffällt, das ich hätte anders machen wollen. Das kann sich aber in Zukunft ändern. Obwohl, eine Sache gibt es. Und zwar fehlen im CD-Booklet ein paar Recording Credits, das haben wir beim Gestalten irgendwie übersehen. In der LP Version sind aber alle komplett.

Hast Du einen Lieblingssong auf dem Album? Wenn ja, welcher ist es und warum gerade dieser?

Skaldir: 'Flames On The Horizon' und 'The Queen's Lament' habe ich selbst wahrscheinlich am meisten gehört. Warum das so ist, fällt mir aber schwer zu sagen. Sie packen mich emotional besonders.

Gibt es im Gegensatz dazu auch ein Stück, das Du jetzt so nachträglich nicht mehr hören kannst?

Skaldir: Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob 'In Chains' so gelungen ist. Mein Favorit ist es nicht, aber hören kann ich es dennoch.

Die Reviews und Reaktionen zum Album, die ich so mitbekommen habe, sind ja durchweg sehr positiv. Haben aufgrund dessen vielleicht schon größerer Labels angefragt, um euch für die Zukunft unter Vertrag zu nehmen?

Skaldir: Ja, wir sind überwältigt vom Feedback der Presse und der Hörer. Das ist dann immer die Bestätigung dafür, dass man so lange an etwas feilt. Das Album ohne Label zu veröffentlichen, war ja eine bewusste Entscheidung (was mir aber scheinbar nie jemand glauben will ...), denn mit dem letzten HEL-Album "Das Atmen der Erde" sind wir ja genauso verfahren. Ich denke die großen Labels bekommen einen Release wie meinen gar nicht mit, und es ist mir auch egal. Wir fühlen uns im Underground wohl und es ist gut, die volle Kontrolle über seine Musik zu behalten. Es ist aber schon sehr viel Arbeit und auch sehr teuer, das alles alleine zu stemmen. Daher würde ich nicht ausschließen, in der Zukunft wieder mit einem Label zusammenzuarbeiten, sofern es passt.

Wäre es Dein Wunsch, von der Musik leben zu können? Oder ist Dir die Unabhängigkeit wichtiger?

Skaldir: Es ist doch schon seltsam, dass nicht beides geht. Es gibt sicherlich Bands, die genau das machen, was sie wollen, und trotzdem sehr erfolgreich sind. Wenn man aber auf Bands wie FAUN schaut, wie sehr sie sich doch stilistisch verändern mussten, als sie zum Major Label gewechselt sind, das ist schon merkwürdig. Klar erkennt man sie noch, aber der Gedanke, da plötzlichen jemanden zu haben, der meint einem in die Musik reinreden zu müssen, damit es sich besser verkauft, ist einfach gruselig. Bei kleineren Labels gibt es so etwas zum Glück nicht, oder nur in kleinem Maß. Ich bin jedenfalls nicht der Typ dafür, sich verbiegen zu lassen. Ich möchte mir meine Kauzigkeit bewahren. ;)

Sind noch Live- oder Touraktivitäten geplant, um die Scheibe zu promoten?

Skaldir: Wer mich kennt weiß, dass ich nicht so gerne live spiele. Aber ich kann mir vorstellen dass es mit ASH OF ASHES ganz gut funktionieren könnte. Daher suche ich gerade Musiker, um die Songs mal zusammen proben zu können. Es fehlt noch ein Gitarrist, der auch relativ gut singen kann. Vielleicht liest das ja jemand, der Interesse hat und auch aus NRW kommt. Also kann ich leider noch nichts Konkretes dazu sagen.

Wie sehen die Zukunftspläne mit ASH OF ASHES aus? Arbeitest Du bzw. ihr evtl. schon an neuen Songs für einen weiteren Longplayer?

Skaldir: Ja, ein paar neue Songs habe ich schon angefangen. Ideen zu weiteren gibt es auch schon, so dass dem nächsten Longplayer nichts im Wege steht. Ich hoffe für mich und alle anderen, dass es nicht wieder so lange dauern wird.

Traditionell gehören die letzten Worte den Musikern. Du kannst all das loswerden, was Du schon immer sagen wolltest ...

Skaldir: Ich möchte Dir und Deinem Team danken! Der Underground ist im Metal nicht totzukriegen. Außerdem möchte ich allen danken, die sich die Zeit nehmen, um unser Album anzuhören. Wenn's euch gefällt, bestellt gerne eine CD oder LP davon bei http://tontraeger.kalthallen.de. Wir freuen uns!

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