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Interview mit Roger von Roger Miret

Ein Interview von Eddieson vom 02.09.2018 (339 mal gelesen)
Die deutsche Ausgabe von Roger Mirets Autobiografie "United & Strong - Mein Leben Mit Agnostic Front" ist vor kurzem in den den Buchhandel gekommen. Unter der Rubrik "kurz mal nachgefragt" bekam der ex-New Yorker ein paar Fragen von mir, die er gerne beantwortete.

Hi Roger. Wie geht es dir? Ich hörte, du hattest eine OP.

Roger: Ja, das ist richtig, ich musste mich einiger OPs unterziehen, nichts Schlimmes, aber etwas, das gemacht werden musste.

Dein Buch "United & Strong - Mein Leben mit Agnostic Front" ist vor kurzem hier in Deutschland erschienen. In meinen Augen ein sehr persönliches und offenes Buch. Wie kam es dazu, dein Leben zu verschriftlichen?

Roger: Ja, mein Buch. Eigentlich startete ich schon 1999 mit der Idee, die eigentlich von Lars Frederiksen von RANCID stammte, der damals unser Album "Riot Riot Upstart" produziert hat. Ich habe ihm damals so viele Geschichten erzählt und auch alle Leute um mich herum sagten immer wieder, dass ich doch mal ein Busch schreiben sollte. Und da ist es nun. Viele Jahre später, aber nun doch noch erschienen.

Wenn man das Buch liest, gewinnt man relativ schnell den Eindruck, dass du eigentlich nur auf Drogen unterwegs warst. Wie konntest du dich da so viele Jahre später noch an die Geschichten erinnern?

Roger: Das stimmt, es waren sehr viele Drogen. Aber ich bin eine Art Messi. Ich habe so viele Sachen aufgehoben. Flyer, Stickers, Magazine, Platten, Kassetten, und mit all den Sachen, verbinde ich irgendwelche Erinnerungen. Es ist garantiert nicht alles in dem Buch letztendlich gelandet, aber all das, an das ich mich erinnern kann, wurde niedergeschrieben.

In deinem Buch erzählst du uns eine Menge Geschichten. Sowohl lustige, als auch ziemlich schreckliche. Wie war das für dich, in der Vergangenheit zu graben und all die Erinnerungen wieder aufkommen zu lassen?

Roger: Um ehrlich zu sein hatte das sogar eine therapeuthische Wirkung, sich mit all den Geschichten noch mal auseinanderzusetzen. Ich konnte sie dadurch alle ziehen lassen, auch Sachen, von denen ich gar nichts mehr wusste, bis ich darüber gesprochen und geschrieben habe. Das tat mir sehr gut.

Du bist ein Gründungsmitglied der New-York-Hardcore-Szene. Eine Szene, die den Hardcore weltweit beeinflusst hat, die sich in den letzten 30 bis 35 Jahr sehr verändert hat. Fühlst du dich noch als Teil dieser Szene?

Roger: Natürlich fühle ich mich noch als ein Teil davon, das ist mein Baby. Es macht aber auch keinen Unterschied, ob ich nun der Vater dieser Szene bin. Na klar, die Szene hat sich verändert und ist nicht mehr so, wie die Szene, in der ich aufgewachsen bin. Es gibt Teile die mir fehlen, ich vermisse den ganzen New York-Kram, aber so ist es nun mal. Ich habe eine Menge Respekt vor den ganzen neuen Bands, die das durchziehen, weil ich genau weiß, wie schwer das alles ist, auch wenn es heute eine andere Zeit ist. Ich denke, dass viele uns respektieren, weil wir auch eine Menge Respekt gezeigt haben. imgleft

Das Leben, das du gelebt hast, ist das Leben, das du gewählt hast. Würdest du es genau so noch ein mal Leben wollen?

Roger: Das würde ich auf jeden Fall. Ich froh da zu sein, wo ich jetzt bin. Ich bin verheiratet, habe Kinder und ich bin okay. Das Leben war zwar hart ab und an, doch es hat mich zu dem gemacht, was ich jetzt bin. Ich bin glücklich.

Du bist 54 Jahre alt. Ich erinnere mich, wie Mike von JUDGE mal sagte, dass er keinen Hardcore mehr machen würde, weil er nicht mehr wütend ist. Hast du noch die Wut in dir, oder hast du deinen Frieden geschlossen?

Roger: Wenn du die Texte unserer letzten Platte liest, dann erklärt das einiges. Die sind passend zu der Zeit in der wir leben. Die Welt ist verdammt noch mal wütend und brutal. The american dream died! Ich lebe noch und mein Herz brennt auch noch.

Pete Steele ist verantwortlich für den Text von 'Public Assistance', ein Song, der euch eine Menge Ärger einhandelte. Auch das Maximumrocknroll hat euch damals des öfteren als Nazis bezeichnet. Ist es heute auch noch so, dass ihr euch wegen so einem Mist erklären müsst?

Roger: Darüber habe ich ja alles in dem Buch geschrieben, deshalb denke ich nicht, dass ich mich hier auch noch erklären muss.

Wenn du mal an deine Zeit im Gefämgnis zurückdenkst, wie hat dich der Aufenthalt dort verändert?

Roger: Ich denke, das war eine der größten Veränderung in meinem Leben. Es war aber auch eine wichtige Zeit in meinem Leben, da es den Wendepunkt markierte. So hart diese Zeit auch war, vor allem, weil ich ein kleines Kind hatte und natürlich meine Mum und meine Familie vermisste. Für mich war diese Zweit ein Weckruf, sie war nötig, sie hat mich geweckt, so war das halt sehr wichtig für mich.

Roger, vielen Dank für das Buch, für die Geschichten und für die vielen Sichtweisen der Hardcore-Szene, die du uns dadurch gezeigt hast.

Roger: Vielen Dank, dass du mein Buch gelesen hast, dass du dir die Zeit genommen hast, über mein Leben zu lesen. Es war keine leichte Aufgabe, es war sogar eine der schwersten in meinem Leben und es hat viel Zeit gekostet. Doch ich hoffe, es zeigt mich und wie ich mal war und wie ich heute bin. Vielen Dank!

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