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Wulfgars Metalpilgerreise - "The Lost Chapter"

Ein Artikel von Wulfgar vom 29.06.2018 (193 mal gelesen)
Es ist endlich so weit und ich kann die letzte Station meiner Pilgerreise schildern. Hat ja auch nur fast 4 Jahre gedauert. Man kann jetzt natürlich die Frage nach der Relevanz der ganzen Übung stellen, aber erstens tue ich es der Vollständigkeit wegen und zweitens, weil ich es dem heimlichen Häuptling unserer illustren Website mehrfach versprochen habe. Wir erinnern uns zurück: Bereits 2014 (damals noch mit langen Haaren, haaach ja ^^) begann ich eine Reise zu verschiedenen Autoren von bleeding4metal.de. Hervorgerufen wurde dieses Reisebestreben durch die Tatsache, dass meine jetzige Frau, damals noch Freundin, ein Jahr im afrikanischen Ausland (Kamerun) weilte und ich mir als Projekt vornahm, meine eigene Heimat zu bereisen. So pilgerte ich also in Deutschland umher und fand bei einigen meiner Mit-Autoren Unterschlupf für einen Abend.

Doch bedingt durch - ich muss es so salopp ausdrücken - einen riesigen Scheißhaufen Arbeit und der Tatsache, dass ich meine Angebetete 2015 spontan besuchen konnte, ging eine Station dieser Pilgerreise ein wenig verschüttet. Bis heute. Das ist nun deshalb doppelt tragisch, weil diese mich ausgerechnet in das bebende Herz unserer Organisation von Metalverrückten führte. In das Headquarter von Bleeding4Metal zu Opa Steve und Kruemel. Daher verfasse ich diesen Bericht nun auch in der Vergangenheitsform.

Die Situation: Kurz nach Weihnachten 2014 (27.12.2014) machte ich mich auf den Weg über - Metalgott sei Dank - schneefreie Autobahnen in Richtung Mülheim-Kärlich. Dort wurde ich herzlich in Empfang genommen und es gab erstmal lecker Mittagessen (das Steak war echt super!). Das Ganze natürlich in Begleitung von reichlich metallischer Hintergrundbeschallung und der ersten Hopfenkaltschale. Da Opa whiskymäßig eher auf rauchige Torfbomben steht, ließ ich den Schnaps erst mal weg. Nachdem die gesammelten Konzertkarten aus der (prä-Eventim) Vegangenheit meiner Gastegeber bewundert und kommentiert waren und der erste Schwatz ein wenig abebbte, konnte man sich Gedanken über die restliche Gestaltung des Abends machen. Dazu wurde kurzer Hand beschlossen, sich mit Bier bewaffnet in den Keller zum Kickern zurückzuziehen. Nicht ganz unerwähnt sollte hier Autoren-Kollegin Mandragora bleiben, die sich zwischenzeitlich dazugesellte. Im Keller angelangt, fand ich aber nicht nur ein Untergeschoss vor, sondern auch Opas Studio, in dem ab und an Aufnahmen stattfinden, aber auch um ein Mastering hier und da kümmert sich el Maestro viejo hier. Der multifunktionale Keller kann aber auch zum Heimkino umfunktioniert werden, was die Anwesenheit von diversen aufblasbaren Möbeln mit integriertem Getränkehalter erklärt. Von einem davon wird noch die Rede sein. Jedenfalls gibt es zunächst einige sehr intensive Kickerpartien, jeweils immer zwei gegen zwei und im Wechsel. Wer hinterher gewonnen hatte, ließ sich nicht wirklich gut feststellen. Aber darum ging es letztenendes ja nicht. In einer kurzen Spielpause ereignete sich dann etwas, was vor allem Kruemel gut im Gedächtnis bleiben sollte. Ich nahm auf dem luftigen Kinosessel Platz und benutzte den Getränkehalter wie vorgesehen. Allerdings saß kurz darauf meine gut gekühlte Bierflasche (wohl wegen der kondensationsbedingten Feuchtigkeit am Äußeren der Flasche) ein bisschen fest. Da ich nicht eben schwach auf der Brust bin, schickte ich mich an, das Problem durch erhöhten Krafteinsatz zu lösen. Dabei bestand aber eine gewisse Gefahr, die Außenhülle des Sessels zu beschädigen, was zukünftiges Aufpusten desselben wohl ziemlich erschwert hätte. Weil der Durst aber geradezu unbezähmbar war, man Bier grundsätzlich nicht verschwendet und ich hin und wieder zu gesundem Pragmatismus neige, hob ich den Sessel einfach mitsamt Bier an, manövrierte letzeres zu meinem Mund und leerte die Flasche solchermaßen. Was wieder einmal beweist, das es immer einen Weg gibt, wenn es am Willen nicht mangelt. Leider existiert kein fotografischer Beweis dieser Szene, aber die Anwesenden können es ja notfalls bezeugen.

Später tauchten dann zwei weitere Mitstreiter des Abends auf, nämlich Robert, ein Kumpel von Kruemopa, der mich netterweise auch noch kurz vor knapp zu einem Bankomaten kutschierte (an dieser Stelle noch recht herzlichen Dank dafür) und Opas Bruder (demnach ein Großonkel). Gemeinsam stand der Besuch des altehrwürdigen JUZ Liveclubs in Andernach an, denn dort lief das "Jahresabschluss Metal-Konzert" mit insgesamt vier mehr oder weniger ortsansässigen Bands. Doch vorher wollten die Magenwände noch gegen den zu erwartenden Bierregen imprägniert werden. Drum ging es zunächst mal zur etwas düsteren Mafiatorten(=Pizza)-Manufaktur direkt beim JUZ um die Ecke. Und ein Gläschen Wein zum Essen (oder zwei) zählt ja quasi gar nicht. Solchermaßen ge- und befüllt ging es die letzten paar Schritte zum JUZ doch gleich viel besser. Obwohl es wirklich schweinekalt war. Aber wen wundert das Ende Dezember auch ernsthaft? Jedenfalls hatte sich schon eine ansehnliche Meute am JUZ versammelt und SECUTOR zockten bereits. Also gab es gleich zu Beginn zünftigen Thrash Metal auf die Ohren. Was will man mehr? Na, Bier vielleicht. Da dieser Gedankengang sich entlang des Abends immer mal wiederholte, herrschte allgemein ein reges Kommen und Gehen zwischen Schalldruckkammer und Bierausschank (mit extrem fairen Preisen). Danach sind DRAGONSFIRE am Start und zelebrieren astreinen Metal. Da kannte die Begeisterung kaum Grenzen, denn an diesem Abend wurde das neue Album "Metal X" vorgestellt. Eine überaus bittere Note bekam diese Nacht für DRAGONSFIRE erst einige Tage später, als Gründungsmitglied, Bassist und Sänger Thassilo vollkommen überraschend und nach kurzer Krankheit verstarb. Was damals freilich noch niemand wusste: diese Nacht im JUZ sollte sein letztes Konzert gewesen sein. R.I.P.!

Dennoch ging es an diesem Abend feuchtfröhlich und laut weiter. STEELPREACHER enterten die Bühne und wirbelten sich in bekannt bierseeliger Mannier einen ab. Frei nach dem Motto (Zitat): "Ihr seid mir noch alle viel zu nüchtern". Da ließ sich weder die Band noch das Publikum lange bitten und füllte die Becher und anschließend sich selbst. Der Hauptact des Abends, METAL INQUISITOR, haute in eine ähnliche Kerbe und feierten damit einen einzigen Siegeszug des Metals durch das Andernacher JUZ. Ich war glücklich und heiser, Opa war glücklich im Allgemeinen, Kruemel war glücklich über das klitschnasse und echt fies riechende T-Shirt des DRAGONSFIRE Drummers, das ihr "anvertraut" wurde. Es geht die Sage, dass es zu einem späteren Zeitpunkt gewaschen zurückgeschickt wurde.

Insgesamt war es ein wunderschöner Besuch, bei dem ich unter Anderem einiges im Bereich Tischkicker, aufblasbare Möbel und vor allem musikalisches Fachwissen gelernt habe (Opa ist ein wandelendes Metal-Lexikon). Ich danke unserem Headquarter herzlich, auch wenn der Dank (zumindest der schriftliche) etwas spät kommt. Doch schon Wellington sprach bei Waterloo: Spät kommt er, doch er kommt.

Rock on, euer Wulfgar.

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