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The National Orchestra Of The United Kin - Huntress

Review von Zephir vom 14.09.2018 (430 mal gelesen)
The National Orchestra Of The United Kin - Huntress THE NATIONAL ORCHESTRA OF THE UNITED KINGDOM OF GOATS. Klingt dieser zugegebenermaßen reichlich ausgefallene Name der Südtiroler Band politisch, satanisch oder bäurisch? Die richtige Antwort lautet: Nichts von alledem. Gegründet wurde das Ensemble anno 2009 mit keinem geringeren Ziel als der Rettung aller verlorener Seelen, die auf unserer schönen Erde wandeln. Die bisherigen EPs "The Chronicles Of Sillyphus" (bitte genau lesen) und "The Three Walls Of Kolepta" sowie der ersten beiden Alben "Vaaya And The Sea" und "Vargorok" weben die epische Story einer fiktiven Welt namens Kolepta, jenes Ziegen-Königreichs, aus dem auch die Künstler The Admiral (Gitarre und Gesang), The Insane (Synthies), The Coachman und The Seer (beide Bass) stammen, wenn sie bis zur düsteren Verzauberung angepinselt und uniformiert eine ihrer höchst artifiziellen Bühnenshows zum Besten geben. Die Aufmachung der Herren kommt dabei ziemlich dämonisch rüber, und gleichsam verhält es sich mit dem epischen Gehalt, der die Musik füllt: Zum jüngsten Album "Huntress" gehört eine in aller literarischer Ausführlichkeit von Thomas Torggler niedergeschriebene Story, illustriert von einem Künstler namens Digitkame im Stile einer modernen Graphic Novel. Hier bewegen wir uns im Rahmen von Dark Fantasy, ich schätze mal FSK 16. Die Geschichte handelt von dem Mädchen Nishira, der Jägerin, die dunklen Mächten zum Opfer fällt – oder sich möglicherweise auch von diesen befreien kann …

Den musikalischen Stil beschreibt die Formation aufsehenerregend als Symphonic Grind Pop. Es ist das kleine, aber starke Wörtchen Grind, welches mich in diesem Zusammenhang irritiert, lässt es doch vor allem in Verbindung mit dem Bandnamen unwillkürlich an MILKING THE GOATMACHINE denken. Der Gedanke leitet völlig fehl: Um die musikalische Mischung zu charakterisieren, hat die Presse bereits Vergleiche mit PORCUPINE TREE, ANATHEMA oder TOOL gezogen, aber auch die Namen PINK FLOYD und SIGUR RÓS spielen eine assoziative Rolle - je nun! Vielleicht trifft es der Begriff des Progressive Art Rock. Die Musik auf "Huntress" ist jedenfalls weitaus gefälliger als die dunkle Saga, die UKOG weben. Ausschließlich cleaner, sehr kräftiger und gerne mal zwischen rockigem und lyrischem Timbre sich bewegender Gesang mischt sich mit progressiven Kompositionen, die mal druckvoll heavy einherstürmen, mal rhythmisch verhirnt die mathematischen Areale der grauen Zellen ansprechen, mal in weiten Ausläufen atmosphärisch durch den Äther fliegen. Das Album wird an wenigen Stellen nur schwer, zumeist lebt die Musik von einer farbenfrohen Transparenz, wie sie oftmals dem Post und Progressive Rock eigen ist.

UKOG bedienen damit wirklich so ziemlich alle künstlerisch-expressiven Dimensionen, um Schmerz und Dunkelheit verlorener Seelen zu heilen. Bei einer derart stark auf episches und audiovisuelles Gesamtkonzept setzenden Band ist es sicherlich unabdingbar, sich nicht nur mit den Lyrics der Songs vertraut zu machen, sondern auch über die komplette Story in die Saga einzutauchen und einer Live-Show der Formation beizuwohnen.

Wen es nun in den Fingern juckt, sich mit dieser Ausnahmeband auseinanderzusetzen, der betrete das Königreich der Ziegen über die Bandcamp-Seite von THE NATIONAL ORCHESTRA OF THE UNITED KINGDOM OF GOATS. Es ist eine Reise wert.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Beast
02. Scent
03. Thrill
04. Attunement
05. Kill
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 28:00 Minuten
VÖ: 24.08.2018

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14.09.2018 Huntress(7.0/10) von Zephir

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