Letzte Reviews





Festival Previews
Hell Over Hammaburg 2018

Festival Reviews 2018

Mike Lepond's Silent Assasins - Pawn And Prophecy

Review von Cornholio vom 13.02.2018 (124 mal gelesen)
Mike Lepond's Silent Assasins - Pawn And Prophecy Mike Lepond kann man kennen, denke ich. Hauptberuflich ist der fast 52-jährige US-Amerikaner seit 2000 bei SYMPHONY X als Bassist beschäftigt, jedoch reicht ihm das verständlicherweise nicht. Also Workhorse hat Lepond diverse andere mehr oder weniger bekannte und erfolgreiche Projekte am Start, und seit 2014 hat der Gute mit MIKE LEPOND'S SILENT ASSASSINS auch seine ganz eigene Band am Start.

Nun liegt mir mit "Pawn And Prophecy" das zweite Werk jener Band vor, in der Lepond nicht nur Bass spielt sondern auch die Rhythmus-Klampfe schwingt, außerdem zeichnet er für das komplette Songwriting verantwortlich. Sein Bandkollege bei SYMPHONY X, Michael Romeo übernahm die Rolle des Leadgitarristen, außerdem ist er für den Drumcomputer verantwortlich. Ich möchte mir an dieser Stelle nicht anmaßen, eine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen, aber wenn man schon einen digitalen Drummer in der Band hat, ist das genau der richtige Weg, damit umzugehen! Nun fehlt nur noch der Sänger, hierbei handelt es sich um Alan Tecchio (u. a. WATCHTOWER, HADES), und auch wenn mir die beiden Bands nur vom Namen her geläufig sind, macht er seinen Job richtig gut, für mich klingt Tecchio wie eine Mischung aus Matt Barlow (ex-ICED EARTH) und Tim "Ripper" Owens (ebenfalls ex-ICED EARTH, ex-JUDAS PRIEST u.v.m.).

Musikalisch gibt es soliden Heavy- bis Power Metal auf die Glocken, solide Handwerkskunst könnte man sagen, und der Satz mag noch so abgedroschen klingen, aber die "Pawn And Prophecy" wird mit jedem Durchlauf besser! OK, ich gebe zu, als ich die Scheibe zum ersten Mal aufgelegt habe, konnte ich es kaum erwarten, bis der Titelsong endlich an der Reihe ist, vielleicht hat deswegen der Rest nicht so gepackt. Je öfter "Pawn And Prophecy" den Weg in meinen Player fand, desto besser wurde das Ding! Am ehesten überzeugte mich anfangs 'Antichrist' mit starkem Refrain und tollen Gitarren-Twin-Leads, aber bereits der Opener 'Masters Of The Hall', der sich thematisch mit Wikingern befasst, knallt in feinster Mid-Tempo-Manier aus den Boxen. 'Avengers Of Eden' ist ein fetziger Neckbreaker, 'Hordes Of Fire' brilliert wieder durch ausdrucksstarken Chorus, beide Songs hätten auch vor ca. 30 Jahren auf "Kings Of Metal" stehen können.

Lepond macht augen- bzw. ohrenscheinlich keinen Hehl daraus, dass er sein Bassspiel deutlich in den Vordergrund gemischt hat, wer könnte es ihm verdenken? In bester MAIDEN-Manier ist der Tieftöner allgegenwärtig, und manchmal (vor allem bei 'I Am The Bull') erinnert der Sound etwas zu sehr an dicke Hose à la MANOWAR. Etwas aus der Reihe fällt das ruhige und verhältnismäßig progressive 'The Mulberry Tree', dessen Spannweite von Fidel bis Flamenco reicht. Das Herzstück der Scheibe ist eindeutig der fast 21 Minuten lange Titeltrack, der sich thematisch mit Shakespeare's Macbeth befasst. Kommt es mir nur so vor, oder erinnern mich die SILENT ASSASSINS deshalb stellenweise an REBELLION? Na ja, ist ja auch egal. Der Song hat auf jeden Fall viel zu bieten und bleibt trotz der langen Spielzeit kurzweilig und abwechslungsreich. In bester Theater-Manier ist es hier auch mit einem Sänger nicht getan, Tecchio bekommt (mehr oder minder) prominente weibliche Unterstützung, nämlich von Veronica Freeman (BENEDICTUM), Noa Gruman (SCARDUST) und Phyllis Rutter (EYNOMIA). Stilistisch durchläuft 'Pawn And Prophecy' Highspeed-Parts, erinnert im ruhigen Piano-Part auch etwas an SYMPHONY X (wen wundert's; vor allem wenn Bandkollege Michael Pinnella in die Tasten haut?). Etwas irritiert schaut man allerdings drein, wenn ziemlich genau in der Mitte des Songs die Ladies etwas in Richtung Swing der Fünfziger oder Sechziger (ja, genau!) gehen, aber auch wenn man es kaum glauben mag, es passt, vielleicht gerade weil der Stilbruch dermaßen aus der Reihe fällt! Anschließend wird es zunächst nochmal schleppend, was sich bedrohlich auf die Stimmung auswirkt, die finalen fünf Minuten sind dann episch und hymnisch as can be. Ein tolles Werk!

Fazit: Während die ersten sieben Songs "nur" zwischen solide und sehr gut pendeln, ist das Titelstück monumental genial. Allein wegen diesem Song lohnt es sich, die Platte zu holen! Also, auf geht's!







Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Masters Of The Hall
02. Black Legend
03. Antichrist
04. I Am The Bull
05. Avengers Of Eden
06. Hordes Of Fire
07. The Mulberry Tree
08. Pawn And Prophecy
- Part 1 - Overture
- Part 2 - The Weird Sisters
- Part 3 - Scotland
- Part 4 - Regicide
- Part 5 - Crowning Of The New King
- Part 6 - Path Of Destruction
- Part 7 - Return To The Weird Sisters
- Part 8 - A Fond Farewell
- Part 9 - Battle Of Dunsinane
- Part 10 - To The Death
- Part 11 - Celebration Dance
Band Website: https://www.facebook.com/mikelepondssilentassassin
Medium: CD
Spieldauer: 57:55 Minuten
VÖ: 26.01.2018

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

13.02.2018 Pawn And Prophecy(9.0/10) von Cornholio

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!