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Interview mit Sänger Timmy Rough von The New Roses

Ein Interview von Stormrider vom 08.05.2016 (3364 mal gelesen)
"Dead Man's Voice" von THE NEW ROSES ist ein cooles Rock 'n' Roll Album und zurecht auf Platz 36 gechartet, Grund genug, dass wir Sänger Timmy Rough mal etwas näher auf den Zahn fühlen.

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THE NEW ROSES haben seit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums, "Dead Man's Voice", nicht nur jede Menge Radio-Airplay bei den großen Rockstationen hierzulande bekommen, sondern befinden sich mit ihrem vom Country und Blues beeinflussten Classic Rock allgemein ziemlich auf der Überholspur. Wir sprachen vor dem Gig (zum Livereview geht's hier) im ausverkauften Mannheimer 7er-Club mit Sänger Timmy Rough über das aktuelle Album. Der extrem auskunftsfreudige und sympathisch-authentisch rüberkommende Fronter lässt zu keiner Sekunde Hektik aufkommen, obwohl wir das letzte Interview vor dem Soundcheck sind, und bietet zunächst erstmal eine Gerstenkaltschale an, bevor wir ins Gespräch einsteigen.

Timmy, ihr habt ein neues Album draußen, und "Dead Man's Voice" ist ein cooles, klassisches Rockalbum geworden. Sieht man ein Album im Laden, ist der erste Eindruck ja meist das Cover, und hier möchte ich auch ansetzen. Erzähl uns doch mal etwas mehr über das Bild. Hier sind ja einige Symbole miteinander kombiniert worden, die sehr verschiedene Interpretationen zulassen.

Timmy Rough: Wir haben für das Cover einen Künstler beauftragt, dem wir einfach unser Album zugeschickt und ihm dann vollkommen freie Hand bei der Gestaltung gelassen haben. So nach dem Motto: "Lass es auf Dich wirken, entwerfe, was immer Dir einfällt, wenn Du das Album hörst, Du machst das" Und das finale Cover ist, mit nur ganz marginalen Änderungen, das, was er uns geliefert hat. Ich selbst habe ja eine große Affinität zu Schlüsseln und Türen, das wusste er nicht und hat trotzdem diesen Schlüssel mit aufs Cover gepackt, der fast genauso aussieht wie dieser hier (Timmy trägt eine Kette mit einem großen Schlüssel - Anm. des Red.). Ich mag diese Metapher, dass man mit einem Schlüssel Türen und Schlösser aufschließen kann, aber eben auch abschließen. Du selbst entscheidest, was Du damit machst. Ich habe zwar die Songs und Lyrics alle geschrieben, habe aber keine Ahnung, ob der Künstler einen ähnlichen Gedankengang hatte, als er z. B. 'What If It Way You', 'I Believe' oder 'Guns & Shovels' gehört hat, aber zusammen mit diesem Schlüsselloch in dem Totenschädel hat es auf mich direkt so gewirkt, dass Du selbst entscheidest, was Du denkst. Du kannst Dich verschließen, Du kannst Dich aber auch öffnen. Das Bild hat also direkt gepasst. Und dass bei einem Bandnamen wie THE NEW ROSES noch irgendwo 'ne Rose mit aufs Cover muss, ist auch klar.

Und was genau kann man sich denn unter der "Dead Man's Voice" vorstellen?

Timmy Rough: Das ist angelehnt an den Titelsong und ist der erste Song, in dem ich keine autobiographischen Lyrics, sondern eine frei erfundene, fiktive Geschichte, verfasst habe. Es geht um einen Typen, der eigentlich ein netter Kerl ist, aber durch viel Pech immer weiter abrutscht und am Ende eine Bank überfällt. Der Banküberfall misslingt, und er befindet sich jetzt auf der Flucht. Was er sich nun wünscht, ist, dass er, wenn er geschnappt wird und die Nacht nicht überleben sollte, die Leute erfahren, dass er kein schlechter Mensch ist, sondern dass er sich erklären möchte, warum er das getan hat. Das sagt die Zeile "Let them hear a dead mans voice" aus.

Zu dem Song habt ihr ja auch ein Video gedreht. Dabei seid ihr nicht gerade über eine deutsche Autobahn gefahren, sondern extra bis nach Nevada geflogen. Wie kam es zu dem Dreh?

Timmy Rough: Auf deutschen Autobahnen kann man sich einfach zu schlecht aus dem Cabrio hängen und Videos drehen (lacht). Nein, wir machen die Videos ja mit der Band immer komplett selbst, und was damals mal eher aus der Not heraus geboren war, macht uns mittlerweile einfach einen Riesenspaß. Das Video entstand, als ich mit einem Kumpel, der nun ja auch die Hauptrolle spielt, in Amerika war und wir uns einfach ein Auto gemietet haben und drei Tage durch die Wüste gefahren sind. Dabei haben wir das gefilmt, komplett ohne Drehbuch und Cast. Alle Typen, die Du in dem Video siehst, haben wir einfach vor Ort angesprochen, ob es ok ist, dass wir hier filmen und ob sie nicht Bock haben mitzumachen. Dieses Vorgehen macht so einen Dreh für uns dann natürlich auch zu einem Riesenerlebnis, was man in dieser Art nicht planen kann.

Na da bin ich gespannt, was bei den nächsten Videos rauskommt. Lass uns mal etwas mehr auf die Musik selber zu sprechen kommen. Ihr spielt im Großen und Ganzen klassische Rockmusik, mit Einflüssen aus Blues und Country. Nun kommt ihr nicht gerade aus dem Süden der USA, sondern aus Wiesbaden. Das Rhein-Main-Gebiet ist ja nun nicht gerade für diese Art Musik bekannt. Wie kam es, dass ihr Euch musikalisch in diese Richtung entwickelt habt?

Timmy Rough: Ich hab hier als Kind natürlich die gleichen Radiosender, und den ganzen Müll der da täglich lief, gehört wie alle anderen, aber irgendwann kommt etwas, was Dich musikalisch so richtig anfixt. Bei mir war es diese eine ELVIS-Schallplatte, "Rocking Christmas", die mein Vater hatte. Die lief bei mir auch im Juni und Juli (lacht), und da war dieser eine Bluessong drauf. 'Santas Back In Town' hieß er, und ich habe den Text als Sechsjähriger zwar nicht verstanden, aber dieser Drive und diese sloppy Gitarrenriffs, das war so geil. Ich habe nichts anders mehr gehört. Damals kamen gerade die BACKSTREET BOYS raus. Alle Kids hatten also diese Mittelscheitel bis zu den Ohren, und ich habe mir als Kind dann die Tolle gegelt und den Kragen hochgestellt. Dafür hab ich zwar auf dem Schulhof immer aufs Maul gekriegt, aber ich hab halt gedacht: Die sind alle bescheuert, nicht ich. In meiner Jugend kamen dann AC/DC mit 'Thunderstruck', und da hab ich dann gemerkt, dass es noch härter geht als ELVIS. Davor dachte ich immer, ELVIS ist das Härteste, was es so gibt. Von da aus ging's dann klassisch weiter in Richtung MAIDEN und dann kamen SLIPKNOT. Eine Weile habe ich nur noch Metal gehört, dann gab es 'ne Zeit, in der ich nur Blues gehört habe und dann eine, in der es nur Country gab. Ich hab da immer so Phasen. Im Moment zum Beispiel höre ich zu Hause nur so uralte Soulsachen. Am Ende muss es aber immer Musik sein, die aus dem tiefsten Inneren kommt. Musik, die Überzeugungskraft hat. Ich glaube einfach, dass man entweder ein Typ dafür ist, der Musik braucht um sich selbst auszudrücken oder du bist kein Typ dafür. Manche haben Sport oder sind politisch engagiert. Bei mir ist es die Musik, die mich antreibt und über die ich mich identifiziere. Ich war damals unheimlich erleichtert, als ich unseren Schlagzeuger gefunden habe und wir eine Band auf die Beine gestellt haben. Denn, wie Du selbst sagst, hier im Rhein-Main-Gebiet ist es nicht gerade selbstverständlich die richtigen Leute zu finden, die diese Passion teilen und wirklich auch Rock 'n' Roll spielen wollen.

Du hast ja nun recht weitreichende Einflüsse, bis hin zum Soul. Musik ist für einen Musiker ja immer auch eine Art Reise, um sich und seinen eigenen Sound zu finden. Wo siehst Du Dich bzw. THE NEW ROSES denn aktuell auf dieser musikalischen Reise. Habt ihr Euren Sound finalen Sound schon gefunden?

Timmy Rough: Ich hoffe, dass wir auf dieser Reise niemals ankommen werden, denn ich bin da sehr abenteuerlustig und möchte noch vieles in der Musik entdecken. Klar, es wird immer Rock 'n' Roll sein, und es wird jeder immer seinen Stil mit reinbringen, aber wir werden nicht dieses AC/DC-Konzept verfolgen, dass wir einen einmal definierten Sound variieren. Gerade für mich als Hauptsongwriter ist es keine Option zu sagen, das ist jetzt der Hit von dem Album gewesen und nun schreibe ich den noch vierzig Mal in abgewandelter Form und mache daraus noch ein paar Alben. Damit würde ich als Musiker nicht glücklich werden, sondern ich will mich da noch in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Für "Dead Man's Voice" habe ich in Summe knapp siebzig Songs geschrieben, da geht auch mal was in Richtung Independent oder Country oder Double-Bass-Geboller bis hin zu gepickten Akustikballaden, das lasse ich einfach laufen und schaue was bei raus kommt und sage nicht, dass das nicht zu uns passt. Ich versuche ohne Grenzen zu schreiben, und wenn mir etwas als Songidee gefällt, dann schicke ich das den Jungs und wir schauen was sich daraus machen lässt. Ich versuche also, mich beim Songwriting nicht zu zensieren, denn wer weiß, welche Richtung ein Song nimmt, wenn Du z. B. Metal-Lyrics über eine akustische Nummer legst?

Du hast gerade gesagt, dass Du extrem viele Ideen hast, verspürst Du nach dem Erfolg von "Dead Man's Voice" einen gewissen Druck ein Album zu schreiben, was mindestens genauso erfolgreich sein wird? Oder sagst Du, dass Dir das egal ist, weil Du die Musik nur für Dich schreibst?

Timmy Rough: Wer sagt, ich schreibe Musik nur für mich, der hat noch nie, oder musste noch nie einen Euro damit verdienen. Seien wir ehrlich, wir alle müssen auch unsere Rechnungen bezahlen, und gerade ich als Hauptsongwriter hab natürlich auch eine Verantwortung der Band gegenüber und kann jetzt nicht sagen, ich verwirkliche mich mal selbst und schreibe ein reines Free Jazz-Album, weil das mein großer Traum ist. Das läuft so nicht, man hat eine Verantwortung der Band und den Fans gegenüber, und ich selber habe natürlich den Anspruch an mich, geile Rock-Songs abzuliefern. Ich arbeite beim Songwriting aber natürlich trotzdem so, als würde ich mir mein eigenes Traum-Rock-'n'-Roll-Album schreiben, was ich genau so hören will. Dazu lege ich sehr viel Wert auf die Texte. Klar, die Gitarrenriffs müssen im Rock geil sein, aber für mich sind die Texte genauso wichtig. Insofern besteht für mich in Summe schon ein gewisser Druck beim Schreiben.

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Du hast es ja bereits gesagt, Du bist bei THE NEW ROSES der Hauptsongwriter. Inwieweit lässt Du die anderen Bandmitglieder an den Songs mitschreiben bzw. lässt deren Einflüsse zu?

Timmy Rough: Dieser Prozess hat sich bei uns einfach so ergeben. Jeder hat bekanntlich seine Stärken und Schwächen. Ich habe zum Beispiel kein wirkliches Gefühl dafür meine eigenen Songs nachträglich nochmal zu bewerten. Ich schreibe es zwar, aber vielleicht ist es vollkommener Schrott. Unser Drummer hingegen hat ein Gespür dafür, was der Song noch braucht oder welche Teile überflüssig sind, aber er ist nicht der Typ, der mit dem Basissong oder einem Text um die Ecke kommt. Ich weiß aber natürlich um die Stärken der Einzelnen und was zu uns passt. Ich diktiere also nichts, sondern versuche eher Songs zu schreiben, die zu THE NEW ROSES passen und die auf der Bühne gut funktionieren. Man merkt ja, welche Songs live zünden und welche eher nicht. Und wenn einer in der Band mit einem Song so gar nicht warm wird, dann bin ich der Letzte, der sagt, dass ich das aber so haben will. Ich bin also auch nur ein Teil des großen Ganzen. Aber eben der Teil, der mit den ersten Ideen und Songvorlagen um die Ecke kommt.

Schreibst Du denn immer zuerst den Text oder die Musik, oder wechselt das?

Timmy Rough: Ich habe keine definierte Vorgehensweise, wie ich Songs schreibe. Das treibt mich teilweise selbst in den Wahnsinn, weil ich zuhause sitze und denke, dass mir nie etwas einfallen wird. Dann erinnere ich mich, dass es bei den anderen Alben exakt genauso war. Das Songwriting ist bei mir komplett unterschiedlich und kann immer und überall passieren. Manchmal wache ich nachts auf, notiere kurz was und hab in einer Viertelstunde 'nen ganzen Song geschrieben. 'What If It Was You' ist so ein Beispiel, während ich an 'Ride With Me' fast anderthalb Jahre gebastelt habe, bis ich endlich damit zufrieden war. Dann schreibe ich ja auch Gedichte, die ich dann irgendwann vertone und habe Instrumentalstücke, die ich ewig mit mir rumschleppe, bis endlich ein Text dazu passt. Das 'Dead Man's Voice'-Riff ist so was, das hatte diesen Drive, ich hab Wüste vor mir gesehen und Pistolen, aber ich hatte keine Ahnung wie das jetzt alles zusammenpassen soll. Und am Ende habe ich ein Gedicht geschrieben, was dann die Grundlage für die Lyrics wurde. Ihr merkt, ich habe keine Formel, an die ich mich beim Songwriting halte.

Dafür klappt es doch erstaunlich gut. Mit 'Thirsty' habt ihr auf "Dead Man's Voice" auch einen Song, der im hiesigen Rockradio gefühlt jede Stunde gespielt wird. Welches Gefühl war es für Dich Deinen eigenen Song bei der wichtigsten Rockstation in Deiner Heimatregion zu hören?

Timmy Rough: Ich muss sagen, dass ich mir das immer viel spektakulärer vorgestellt habe. Aber es gibt so viele Zwischenschritte bis es soweit ist, zumindest wenn man den old school-Weg ohne Castingshows und so Schrott geht, dass man die einzelnen Schritte gar nicht mehr so bemerkt und wahrnimmt. Es ist nicht dieser Überraschungsmoment: "Oh mein Gott, wir laufen im Radio", oder so. Man ist vielleicht bei 'nem kleinen Wiesbadener Lokalsender zum Interview eingeladen, der Dir sagt, dass sie im Schnitt vierzehn bis vierzig Zuhörer haben und dort wird dann während dem Interview Dein Song aufgelegt. Da denkst Du beim ersten Mal vielleicht: "Yes! Ich hab es geschafft!" Aber so wächst das langsam Schritt für Schritt. Natürlich rufen mich Freunde an und sagen mir, dass wir im Radio laufen, und klar ist es auch immer noch geil die eigenen Songs im Radio zu hören, weil ich mich selber noch daran erinnere, wie ich als Kind vor dem Radio geklebt habe und auf meinen Lieblingssong gewartet habe, dass ich ihn auf Kassette aufnehmen konnte. Aber weil so viele kleine Schritte passieren, bis Du auf einer größeren Station läufst, ist dieser Überraschungsmoment nicht so spektakulär wie man das vielleicht erwartet. Aber ich genieße das sehr, dass wir langsam größer werden und ich jeden Schritt viel bewusster wahrnehmen kann, als wenn es von 0 auf 100 durchstarten würde.

Ein Song von Eurem ersten Album, den ich noch kurz aufgreifen möchte, ist 'Without A Trace'. Der ist ja auf dem "Sons Of Anarchy"-Soundtrack gelandet und war hier in Deutschland die Trailermusik. Wie kam es dazu, dass ihr es darauf geschafft habt?

Timmy Rough: Ich sage mal 'Without A Trace' ist der beste Song, der auf unserem Debütalbum drauf ist. Es ist der letzte Song, der damals entstanden ist, und er schlägt die Brücke zu "Dead Man's Voice" für mich insofern, als ich damit auf einem neuen Level im Songwriting angekommen bin. Ich habe mehr die Melodien in den Vordergrund gestellt, während ich vorher das Gitarrenriffing stark im Vordergrund stehen hatte. Für mich war daher klar, dass 'Without A Trace' der Song mit dem größten Potenzial, für was auch immer, ist. Wenn man die Augen bei dem Song schließt, dann sieht man eine Geschichte vor sich, unser damaliger Manager hat das genauso gesehen und hatte irgendwie Wind davon bekommen, dass auf dem Soundtrack noch Platz wäre. Über ein paar Kontakte und Vitamin B haben wir den Song bei der 20th Century Fox vorgeschlagen können, und die fanden ihn auch so cool, dass er am Ende auf dem Soundtrack gelandet ist. Für uns ist das natürlich ein Riesending und wir waren total geplättet. Ich meine, wir sind die einzige nichtamerikanische Band in dem ganzen Sons Of Anarchy-Kontext. Den Song dann im Zusammenhang mit den Bildern zu sehen, da hat man dann gespürt, der eigene Song ist hier an der richtigen Stelle. Das fühlt sich natürlich wie ein Hauptgewinn an.

Eine ernstere Frage möchte ich aber noch stellen. Du behandelst auf "Dead Man's Voice" inhaltlich sehr verschiedene Themen. Eines davon ist der Terror. Ihr hättet kurz nach den Anschlägen von Paris ebenfalls im Bataclan spielen sollen. Belastet Dich das, bzw. hat es Dich in dieser Hinsicht verändert, dass Du, nach den Anschlägen, z. B. mit Angst auf die Bühne gehst?

Timmy Rough: Ich glaube eher das Gegenteil ist der Fall. Wir fühlen uns noch viel mehr dazu aufgefordert genau das zu machen, quasi die Flucht nach vorne. Man kann das auf alle Extreme beziehen. Es fliegen Flugzeuge in die Luft, und es werden Busse entführt. Verrückte knallen in Schulen rum, es geht also vielmehr um den Menschen an sich, dazu, dass er in der Lage ist, so etwas zu tun. Ich, Du, jeder ist dazu im Stande, das zu tun. Man weigert sich aber zu glauben, dass jeder so ist, oder so sein kann. Die Leute, die das tun, auch das sind ja Menschen und keine Aliens. Das weigert man sich aber zu glauben und sagt sich, ich muss an die glauben und an das glauben, was eben Gutes in den Menschen steckt. So lebe ich jeden Tag. Oder nimm Dimebag Darrell, Du denkst, alle sind da um 'ne gute Zeit und Spaß zu haben und dann erschießt Dich jemand. Du kannst also nur glücklich leben, wenn Du das Gute in den Menschen voraussetzt, sonst drehst Du ja irgendwann durch, wenn Du an das denkst, was passieren kann. Und so war es für uns keine Frage, dass wir nach Paris fahren und in der Ersatzlocation spielen werden. Wir haben nur gedacht, es kommt keiner, weil alle Angst haben. Aber es war rappelvoll, und so haben alle an diesem Abend die Entscheidung getroffen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Und es war ein sehr befreiender Moment, diese Euphorie vom ersten Ton an, die Energie in dem Saal. Unglaublich, sowas habe ich selten erlebt. Da merkst Du einfach, dass Du das Richtige tust. Dieser Abend hat mich insofern mehr bestärkt, als verunsichert. Aber natürlich ist man traurig und stellt die Menschheit und die menschliche Intelligenz in Frage. Wir können ins Weltall fliegen und zentimetergenau Drohnen auf dem Mars absetzen, aber wir bekommen es nicht auf die Reihe, dass man keine anderen Menschen umbringt. Das habe ich noch nicht so ganz kapiert, muss ich sagen.

Nach der eher ernsten Frage habe ich noch drei Quickies für Dich. Wenn Du die Wahl hättest, welcher Song der letzte sein sollte, den Du jemals hören können wirst, welcher wäre es?

Timmy Rough: 'Soulshine' von den ALLMAN BROTHERS.

Gibt es ein Zitat was Dich durch Dein Leben begleitet und was Dir besonders viel bedeutet?

Timmy Rough: MARK TWAIN: Man gewöhnt sich an die heißeste Herdplatte, wenn man nur lange genug draufsitzt.

Du kannst einen Musiker aus dem ewigen Backstagebereich zurückholen, wer wäre es?

Timmy Rough: (holt tief Luft) JOHNNY CASH.

Damit kommen wir zum Ende. Danke, dass Du Dir die Zeit für das Bleeding4Metal genommen hast. Wie es gute Tradition ist, gehören die letzten Worte Dir.

Timmy Rough: Vielen Dank für Euer Interesse, ich finde es geil, dass ihr genauso an den Rock 'n' Roll glaubt wie wir!

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